Wissen rund um Vitalpilze & Ernährung

Morbus Crohn & Colitis ulcerosa: Wenn der Darm chronisch entzündet ist

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Morbus Crohn & Colitis ulcerosa: Wenn der Darm chronisch entzündet ist

Bauchschmerzen, Durchfall und Erschöpfung – bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa steckt dahinter mehr als ein empfindlicher Darm. Beide gehören zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, kurz CED. Die Entzündung kann über Jahre immer wieder aufflammen und nicht nur den Darm, sondern teilweise auch andere Bereiche des Körpers betreffen.  Doch Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind nicht dasselbe. Wo die Entzündung auftritt, wie sie sich ausbreitet und welche Beschwerden entstehen, kann sich deutlich unterscheiden. Ein Überblick über zwei Erkrankungen, die viele Gemeinsamkeiten haben – und dennoch unterschiedlich verlaufen können. Was bedeutet eigentlich CED? CED steht für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Zu den bekanntesten Formen gehören Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Beide Erkrankungen sind durch eine anhaltende beziehungsweise wiederkehrende Entzündung des Verdauungstrakts gekennzeichnet. Häufig wechseln sich aktive Krankheitsphasen mit ruhigeren Phasen ab. Eine aktive Phase wird oft als Schub bezeichnet, eine Phase mit deutlich zurückgegangener Krankheitsaktivität als Remission. Anders als beim Reizdarmsyndrom lassen sich bei CED entzündliche Veränderungen beziehungsweise Entzündungsaktivität mit medizinischen Untersuchungen nachweisen. Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind nicht ansteckend. Beschwerden wie Bauchschmerzen und Veränderungen des Stuhlgangs können allerdings viele Ursachen haben. Mehr über eine funktionelle Darmerkrankung erfahren Sie in unserem Beitrag zum Reizdarmsyndrom. Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa – wo liegt der Unterschied? Die beiden Erkrankungen können ähnliche Beschwerden verursachen. Ein wichtiger Unterschied liegt jedoch darin, wo und wie sich die Entzündung im Verdauungstrakt ausbreitet. Morbus Crohn Kann grundsätzlich jeden Abschnitt des Verdauungstrakts vom Mund bis zum After betreffen. Besonders häufig ist der Übergang vom Dünn- zum Dickdarm betroffen. Entzündete und nicht entzündete Darmabschnitte können sich abwechseln. Die Entzündung kann zudem tiefere beziehungsweise alle Schichten der Darmwand erfassen. Colitis ulcerosa Betrifft den Dickdarm. Die Entzündung beginnt typischerweise im Enddarm und kann sich von dort zusammenhängend über weitere Abschnitte des Dickdarms ausbreiten. Betroffen ist vor allem die innere Schleimhaut des Dickdarms, in der Entzündungen und Geschwüre entstehen können. Wenn der Darm dauerhaft Alarm schlägt Welche Beschwerden auftreten, hängt unter anderem davon ab, welche Darmabschnitte betroffen sind, wie ausgeprägt die Entzündung ist und ob Komplikationen vorliegen. Zu möglichen Beschwerden gehören anhaltender oder wiederkehrender Durchfall, Bauchschmerzen und Krämpfe, Blut oder Schleim im Stuhl, Müdigkeit, Gewichtsverlust und während aktiver Krankheitsphasen teilweise auch Fieber. Bei Colitis ulcerosa sind insbesondere blutige Durchfälle und ein ausgeprägter Stuhldrang typisch. Bei Morbus Crohn können – abhängig von der Lokalisation – neben Durchfall und Bauchschmerzen beispielsweise auch Gewichtsverlust oder Beschwerden im Analbereich auftreten. ! Beschwerden medizinisch abklären lassen Anhaltender Durchfall, Blut im Stuhl, wiederkehrende oder starke Bauchschmerzen, Fieber oder ungewollter Gewichtsverlust sollten medizinisch abgeklärt werden. Bei starken akuten Beschwerden, ausgeprägten Blutungen oder einer deutlichen Verschlechterung des Allgemeinzustands ist eine rasche medizinische Beurteilung wichtig. CED können mehr als den Darm betreffen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind zwar Darmerkrankungen, entzündliche Veränderungen können jedoch auch ausserhalb des Verdauungstrakts auftreten. Betroffen sein können beispielsweise Gelenke, Haut oder Augen. Auch Erkrankungen der Leber und Gallenwege können im Zusammenhang mit CED vorkommen. Zusätzlich können Blutverlust, Entzündung, eine eingeschränkte Nahrungsaufnahme oder – insbesondere bei Morbus Crohn – eine beeinträchtigte Nährstoffaufnahme zu einem erhöhten Risiko für Mangelernährung und bestimmte Nährstoffdefizite beitragen. Deshalb gehört die Beurteilung des Ernährungszustands heute ebenfalls zur Betreuung von Menschen mit CED. Warum entstehen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa? Eine einzelne Ursache für CED ist nicht bekannt. Nach heutigem Forschungsstand entsteht die Erkrankung durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Dazu gehören die genetische Veranlagung, Veränderungen der Immunreaktion und das Zusammenspiel zwischen Darmbarriere, Darmmikrobiom und Umweltfaktoren. Wie diese Faktoren im Einzelnen zusammenwirken, wird weiterhin intensiv erforscht. Rauchen wirkt bei CED nicht bei allen Formen gleich Besonders beim Morbus Crohn ist Rauchen mit einem ungünstigeren Krankheitsverlauf verbunden. Ein Rauchstopp gehört deshalb zu den wichtigen Empfehlungen für Menschen mit Morbus Crohn. Wie wird eine CED festgestellt? Für die Diagnose gibt es nicht den einen Test. Ärztinnen und Ärzte setzen verschiedene Informationen zusammen: Beschwerden und Krankengeschichte, körperliche Untersuchung sowie Labor-, Stuhl-, endoskopische und bildgebende Untersuchungen. Blutuntersuchungen können beispielsweise Hinweise auf Entzündung oder Blutarmut liefern. Stuhluntersuchungen helfen unter anderem dabei, Entzündungsaktivität einzuschätzen und bestimmte andere Ursachen der Beschwerden auszuschliessen. Eine wichtige Rolle spielt die Darmspiegelung. Dabei kann die Darmschleimhaut direkt beurteilt werden und es können kleine Gewebeproben – sogenannte Biopsien – entnommen werden. Je nach Fragestellung kommen zusätzlich bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Magnetresonanztomografie zum Einsatz. Auch nach der Diagnose wird die Krankheitsaktivität regelmässig kontrolliert. Dabei werden zunehmend nicht-invasive Verfahren wie Entzündungsmarker im Blut oder Stuhl und der Darmultraschall eingesetzt. Was ist das Ziel der Behandlung? Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind chronische Erkrankungen. Ziel der Behandlung ist es, die Entzündung zu kontrollieren, Beschwerden zu reduzieren, Komplikationen möglichst zu verhindern und eine möglichst langfristige Remission zu erreichen. Welche Therapie eingesetzt wird, hängt unter anderem von der Erkrankung, ihrer Ausdehnung und Aktivität, möglichen Komplikationen und der bisherigen Behandlung ab. Zur Verfügung stehen verschiedene entzündungshemmende und immunmodulierende Medikamente sowie moderne zielgerichtete Therapien. In bestimmten Situationen können auch operative Eingriffe notwendig sein. Die Behandlung wird individuell durch das gastroenterologische Behandlungsteam festgelegt. Medikamente sollten nicht eigenständig abgesetzt oder verändert werden – auch dann nicht, wenn die Beschwerden vorübergehend verschwunden sind. Gibt es die richtige Ernährung bei CED? Eine allgemeingültige «Morbus-Crohn-Diät» oder «Colitis-Diät» gibt es nicht. Welche Ernährung geeignet ist, hängt unter anderem von der Erkrankung, der Krankheitsaktivität, möglichen Engstellen oder Operationen, dem Ernährungszustand und der individuellen Verträglichkeit ab. Ohne besondere medizinische Gründe sollte die Ernährung nicht unnötig eingeschränkt werden. Sehr restriktive Diäten können dazu führen, dass Energie, Eiweiss oder wichtige Nährstoffe nicht ausreichend aufgenommen werden. Gleichzeitig kann Ernährung bei CED mehr sein als reine Begleitung: Für bestimmte Situationen – insbesondere bei Morbus Crohn – gibt es spezielle ernährungstherapeutische Verfahren. Diese gehören jedoch in die Betreuung durch ein erfahrenes CED-Team beziehungsweise eine spezialisierte Ernährungsberatung und sollten nicht eigenständig durchgeführt werden. Nährstoffversorgung im Blick behalten Bei CED kann das Risiko für Mangelernährung und einzelne Nährstoffdefizite erhöht sein. Je nach Erkrankung, Darmabschnitt, Krankheitsaktivität und Therapie können beispielsweise Eisen, Vitamin B12 oder Vitamin D relevant sein. Ob eine Ergänzung notwendig ist, sollte anhand der individuellen Situation und entsprechender Untersuchungen entschieden werden. Leben mit CED: Was im Alltag helfen kann Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen können den Alltag sehr unterschiedlich beeinflussen. Während manche Menschen in einer Remission kaum Einschränkungen erleben, können aktive Krankheitsphasen mit Durchfall, Schmerzen und ausgeprägter Müdigkeit verbunden sein. Regelmässige medizinische Kontrollen bleiben deshalb auch in beschwerdearmen Phasen wichtig. Bewegung kann an die individuelle Belastbarkeit angepasst werden. Ausreichende Erholung und Schlaf können insbesondere dann wichtig sein, wenn Fatigue beziehungsweise ausgeprägte Müdigkeit zum Krankheitsbild gehört. Auch die psychische Belastung sollte nicht unterschätzt werden. Eine chronische Erkrankung mit teilweise schwer vorhersehbaren Beschwerden kann Beruf, Freizeit, Partnerschaft und soziale Aktivitäten beeinflussen. Bei Bedarf können psychologische Unterstützung, spezialisierte Beratungsangebote oder der Austausch mit anderen Betroffenen hilfreich sein. Ganz praktische Strategien können ebenfalls Sicherheit geben: Wer unterwegs häufig oder dringend eine Toilette benötigt, plant längere Wege möglicherweise anders, informiert sich vorab über Toiletten oder hat für den Notfall Wechselkleidung und persönliche Hilfsmittel dabei. CED-Mythen aufgeklärt «Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind dasselbe.»Nein. Beide gehören zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, unterscheiden sich aber unter anderem darin, welche Abschnitte des Verdauungstrakts betroffen sind und wie tief beziehungsweise zusammenhängend die Entzündung auftritt. «CED entstehen durch falsche Ernährung.»So einfach ist es nicht. Die Erkrankungen entstehen durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener genetischer, immunologischer und umweltbedingter Faktoren. Ernährung allein erklärt ihre Entstehung nicht. «Bei CED muss man dauerhaft möglichst viele Lebensmittel weglassen.»Nein. Pauschale und unnötig restriktive Ernährungsformen können die Nährstoffversorgung erschweren. Die Ernährung sollte individuell an Erkrankung, Krankheitsphase und Verträglichkeit angepasst werden. «Wenn ich keine Beschwerden habe, ist die Entzündung verschwunden.»Nicht unbedingt. Beschwerden und Entzündungsaktivität müssen nicht immer parallel verlaufen. Deshalb sind Verlaufskontrollen auch in ruhigeren Krankheitsphasen wichtig. «CED sind ansteckend.»Nein. Morbus Crohn und Colitis ulcerosa können nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Fazit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, die weit mehr als nur Verdauungsbeschwerden verursachen können. Verlauf und Auswirkungen unterscheiden sich von Person zu Person – ebenso wie die notwendige Behandlung. Eine individuell abgestimmte medizinische Therapie, regelmässige Verlaufskontrollen und eine bedarfsgerechte Ernährung bilden wichtige Bausteine im langfristigen Umgang mit CED. Häufige Fragen zu Morbus Crohn und Colitis ulcerosa Was ist der Unterschied zwischen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa? Morbus Crohn kann grundsätzlich jeden Abschnitt des Verdauungstrakts vom Mund bis zum After betreffen und tiefere Schichten der Darmwand erfassen. Colitis ulcerosa betrifft den Dickdarm und beginnt typischerweise im Enddarm. Die Entzündung breitet sich dort zusammenhängend aus und betrifft vor allem die Darmschleimhaut. Was ist der Unterschied zwischen CED und Reizdarm? Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind chronisch-entzündliche Erkrankungen, bei denen sich Entzündungsaktivität medizinisch nachweisen lässt. Das Reizdarmsyndrom gehört dagegen zu den Störungen der Darm-Hirn-Interaktion. Die Beschwerden sind real, beruhen aber nicht auf derselben chronisch-entzündlichen Erkrankung des Darms. Sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa heilbar? Beide Erkrankungen verlaufen chronisch. Die Behandlung zielt darauf ab, die Entzündung zu kontrollieren, Beschwerden zu reduzieren, Komplikationen möglichst zu verhindern und langfristige Remissionsphasen zu erreichen. Welche Ernährung ist bei CED sinnvoll? Eine allgemeingültige CED-Diät gibt es nicht. Die Ernährung sollte an Erkrankung, Krankheitsaktivität, Ernährungszustand und individuelle Verträglichkeit angepasst werden. Bei speziellen ernährungstherapeutischen Verfahren ist eine fachliche Begleitung wichtig. Kann eine CED auch Beschwerden ausserhalb des Darms verursachen? Ja. Entzündliche Veränderungen können unter anderem Gelenke, Haut oder Augen betreffen. Auch bestimmte Erkrankungen der Leber und Gallenwege können im Zusammenhang mit CED auftreten. Sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa ansteckend? Nein. Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen sind nicht ansteckend. Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose, Beratung oder Behandlung. Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden wenden Sie sich an eine medizinische Fachperson. Eine bestehende Behandlung sollte nicht ohne ärztliche Rücksprache verändert oder abgesetzt werden. Die Inhalte dieses Beitrags beziehen sich nicht auf Produkte von HAWLIK.
Bluthochdruck verstehen: Werte, Messen & Behandlung

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Bluthochdruck verstehen: Werte, Messen & Behandlung

Man kann sich völlig gesund fühlen – und trotzdem einen zu hohen Blutdruck haben. Genau darin liegt eine der Besonderheiten der Hypertonie: Sie verursacht häufig über lange Zeit keine spürbaren Beschwerden, kann Herz und Gefässe aber dennoch belasten. Was bedeuten die beiden Zahlen beim Blutdruck eigentlich? Ab wann gelten Werte als erhöht? Und warum sagt eine einzelne Messung noch nicht viel aus? Ein Überblick über Blutdruck, richtiges Messen und die wichtigsten Einflussfaktoren. Was bedeuten 120 zu 80 – oder 140 zu 90? Der Blutdruck beschreibt den Druck, mit dem das Blut durch die Arterien fliesst. Angegeben wird er in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg). Dabei erscheinen immer zwei Werte. Systolischer Wert Der obere Wert entsteht, wenn sich das Herz zusammenzieht und Blut in die Arterien pumpt. Diastolischer Wert Der untere Wert beschreibt den Druck in der Entspannungsphase des Herzens zwischen zwei Herzschlägen. Der Blutdruck ist nicht konstant. Bewegung, Stress, Aufregung, Tageszeit und andere Faktoren können ihn vorübergehend verändern. Deshalb lässt sich aus einem einzelnen Messwert noch keine zuverlässige Diagnose ableiten. Ab wann ist der Blutdruck zu hoch? Entscheidend ist zunächst, wo und wie der Blutdruck gemessen wird. Bei wiederholt gemessenen Praxiswerten ab 140/90 mmHg spricht man in der Regel von Bluthochdruck beziehungsweise Hypertonie. Bei Messungen zu Hause liegt der entsprechende Grenzwert tiefer: Hier gelten durchschnittliche Werte ab 135/85 mmHg als erhöht. Auch bei einer 24-Stunden-Blutdruckmessung gelten andere Grenzwerte als bei einer Messung in der Arztpraxis. Gut zu wissen Das gesundheitliche Risiko beginnt nicht plötzlich an einer einzigen Zahl. Blutdruck und Herz-Kreislauf-Risiko werden heute zunehmend im Zusammenhang betrachtet. Alter, bestehende Erkrankungen und weitere Risikofaktoren spielen deshalb bei der ärztlichen Beurteilung ebenfalls eine Rolle. Warum hoher Blutdruck oft unbemerkt bleibt Bluthochdruck verursacht häufig keine charakteristischen Beschwerden. Man kann sich deshalb gut fühlen, obwohl die Werte über längere Zeit erhöht sind. Dauerhaft hoher Blutdruck beansprucht jedoch die Gefässwände und erhöht die Belastung des Herzens. Langfristig steigt unter anderem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Hirnschlag sowie für Herzschwäche und Nierenschäden. Genau deshalb ist das regelmässige Messen so wichtig: Bluthochdruck lässt sich nicht zuverlässig daran erkennen, wie man sich fühlt. Warum entsteht Bluthochdruck? Bei der grossen Mehrheit der Betroffenen lässt sich keine einzelne Ursache feststellen. Fachleute sprechen dann von primärer oder essenzieller Hypertonie. Dabei wirken verschiedene Faktoren zusammen – darunter genetische Veranlagung, Alter und Lebensstil. Seltener ist der erhöhte Blutdruck Folge einer anderen Erkrankung oder einer bestimmten Ursache. Dazu können beispielsweise Erkrankungen der Nieren, hormonelle Störungen oder eine Schlafapnoe gehören. In solchen Fällen spricht man von einer sekundären Hypertonie. Blutdruck messen: Kleine Fehler, andere Werte Blutdruckmessen sieht einfach aus – die Bedingungen können das Ergebnis jedoch deutlich beeinflussen. Für die Selbstmessung sollte man zunächst einige Minuten ruhig sitzen. Während der Messung nicht sprechen und sich möglichst nicht bewegen. Die Manschette muss zum Armumfang passen und korrekt angelegt werden. Der Arm liegt entspannt auf einer Unterlage, sodass sich die Manschette beziehungsweise die Messstelle ungefähr auf Herzhöhe befindet. Für eine zuverlässigere Selbstmessung vorher mindestens fünf Minuten ruhig sitzen eine passende Manschettengrösse verwenden Arm und Messstelle auf Herzhöhe positionieren während der Messung nicht sprechen oder sich bewegen Werte regelmässig dokumentieren nicht nur einen einzelnen Messwert beurteilen Bei der ersten Selbstmessung kann es sinnvoll sein, an beiden Armen zu messen. Werden dauerhaft unterschiedliche Werte festgestellt, sollte dies mit einer medizinischen Fachperson besprochen werden. Warum der Blutdruck beim Arzt höher sein kann Manche Menschen haben in der Arztpraxis höhere Blutdruckwerte als zu Hause. Aufregung oder Anspannung können den Blutdruck vorübergehend steigen lassen. Dieses Phänomen wird als Weisskittelhypertonie bezeichnet. Umgekehrt können die Werte in der Praxis unauffällig sein, während sie ausserhalb der Praxis erhöht sind. Bei unklaren Situationen können deshalb Heimmessungen oder eine 24-Stunden-Blutdruckmessung zusätzliche Informationen liefern. Welche Rolle spielt der Lebensstil? Neben Alter und genetischer Veranlagung können verschiedene Lebensstilfaktoren den Blutdruck beeinflussen. Dazu gehören Ernährung, körperliche Aktivität, Körpergewicht, Alkoholkonsum und Rauchen. Bei der Ernährung spielt insbesondere die Salzaufnahme eine Rolle. Ein grosser Teil des Salzes stammt nicht aus dem Salzstreuer, sondern aus verarbeiteten Lebensmitteln. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse, Früchten, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten sowie ein bewusster Umgang mit stark salzhaltigen Lebensmitteln gehören zu den allgemeinen Empfehlungen. Regelmässige körperliche Aktivität ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil eines herzbewussten Lebensstils. Bei Übergewicht kann eine Gewichtsreduktion den Blutdruck günstig beeinflussen. Auch ein zurückhaltender Umgang mit Alkohol und der Verzicht auf das Rauchen gehören zur Herz-Kreislauf-Prävention. Lebensstiländerungen sind dabei kein Ersatz für eine verordnete medizinische Behandlung. Welche Massnahmen im individuellen Fall sinnvoll sind, hängt unter anderem von den Blutdruckwerten und dem gesamten Herz-Kreislauf-Risiko ab. Wann reichen Lebensstiländerungen nicht aus? Ob zusätzlich Medikamente notwendig sind, richtet sich nicht allein nach einer einzelnen Blutdruckzahl. Ärztinnen und Ärzte berücksichtigen unter anderem die Höhe der Werte, das gesamte Herz-Kreislauf-Risiko sowie mögliche Begleiterkrankungen. Werden blutdrucksenkende Medikamente verordnet, ist die regelmässige Einnahme wichtig. Die Medikamente sollten nicht eigenständig abgesetzt, in ihrer Dosierung verändert oder durch andere Mittel ersetzt werden. Auch wenn die gemessenen Werte wieder normal sind, kann dies gerade die Folge einer wirksamen Behandlung sein. Blutdruck-Mythen aufgeklärt «Wenn ich hohen Blutdruck hätte, würde ich das merken.» Meist nicht. Bluthochdruck verursacht häufig über lange Zeit keine charakteristischen Beschwerden. Eine Messung ist deshalb wesentlich aussagekräftiger als das eigene Gefühl. «Ein einzelner hoher Wert bedeutet, dass ich Bluthochdruck habe.» Nein. Der Blutdruck schwankt und kann beispielsweise durch Aufregung oder körperliche Belastung vorübergehend ansteigen. Für die Diagnose sind wiederholte Messungen beziehungsweise weitere Messverfahren entscheidend. «Wenn die Medikamente wirken und mein Blutdruck normal ist, kann ich sie absetzen.» Nicht eigenständig. Normale Werte können gerade zeigen, dass die Behandlung funktioniert. Änderungen der Medikation sollten immer mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden. «Im Alter ist hoher Blutdruck einfach normal.» Der Blutdruck verändert sich zwar häufig mit zunehmendem Alter. Dauerhaft erhöhte Werte sollten dennoch medizinisch beurteilt und nicht allein mit dem Alter erklärt werden. Wann wird hoher Blutdruck zum Notfall? Ein ungewöhnlich hoher Messwert ohne Beschwerden sollte zunächst unter ruhigen Bedingungen nochmals kontrolliert und bei anhaltend hohen Werten medizinisch abgeklärt werden. ! Bei akuten Warnzeichen: Notruf 144 Treten Beschwerden wie Brustschmerzen, schwere Atemnot, plötzlich auftretende Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen, Bewusstseinsstörungen oder andere akute schwere Symptome auf, sollte unverzüglich medizinische Hilfe über den Notruf 144 angefordert werden. Fazit Bluthochdruck ist häufig nicht spürbar – aber messbar. Entscheidend ist deshalb nicht ein einzelner Wert, sondern wie sich der Blutdruck bei korrekt durchgeführten Messungen über die Zeit verhält. Wer seine Werte kennt, richtig misst und dauerhaft erhöhte Werte ärztlich einordnen lässt, schafft eine wichtige Grundlage für den Schutz von Herz und Gefässen. Häufige Fragen zu Bluthochdruck Ab wann spricht man von Bluthochdruck? Bei wiederholt gemessenen Werten in der Arztpraxis ab 140/90 mmHg spricht man in der Regel von Hypertonie. Bei der Selbstmessung zu Hause liegt der entsprechende Grenzwert bei durchschnittlich 135/85 mmHg. Für die Diagnose werden nicht nur einzelne Messwerte betrachtet. Spürt man hohen Blutdruck? Häufig nicht. Bluthochdruck kann über lange Zeit ohne charakteristische Beschwerden bestehen. Deshalb ist die Blutdruckmessung entscheidend. Warum ist mein Blutdruck beim Arzt höher als zu Hause? Aufregung oder Anspannung können die Werte in der Praxis vorübergehend erhöhen. Dieses Phänomen wird als Weisskittelhypertonie bezeichnet. Heimmessungen oder eine 24-Stunden-Messung können bei der Beurteilung helfen. Wie messe ich meinen Blutdruck richtig? Vor der Messung einige Minuten ruhig sitzen. Die Manschette muss passen, der Arm sollte entspannt und die Messstelle auf Herzhöhe positioniert sein. Während der Messung nicht sprechen oder sich bewegen. Mehrere Messungen sind aussagekräftiger als ein einzelner Wert. Kann man Bluthochdruck allein mit dem Lebensstil senken? Lebensstiländerungen sind ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Ob sie allein ausreichen oder zusätzlich Medikamente notwendig sind, hängt von den Blutdruckwerten, dem persönlichen Herz-Kreislauf-Risiko und möglichen Begleiterkrankungen ab. Kann ich Blutdruckmedikamente absetzen, wenn meine Werte wieder normal sind? Nicht ohne ärztliche Rücksprache. Normale Werte können gerade darauf zurückzuführen sein, dass die Behandlung wirkt. Blutdruckmedikamente sollten deshalb nicht eigenständig abgesetzt oder in der Dosierung verändert werden. Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose, Beratung oder Behandlung. Bei wiederholt erhöhten Blutdruckwerten oder Beschwerden wenden Sie sich an eine medizinische Fachperson. Bei akuten schweren Beschwerden alarmieren Sie den Notruf 144. Die Inhalte dieses Beitrags beziehen sich nicht auf Produkte von HAWLIK.
Heuschnupfen: Wenn die Pollensaison zur Belastungsprobe wird

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Heuschnupfen: Wenn die Pollensaison zur Belastungsprobe wird

Kaum blühen die ersten Bäume, beginnt für viele Menschen wieder das Niesen: Die Nase läuft, die Augen jucken – und plötzlich wird jeder Spaziergang zur Pollenbegegnung. Heuschnupfen gehört zu den häufigsten Allergien und hat mit Heu eigentlich wenig zu tun. Dahinter steckt eine allergische Reaktion auf Pollen von Bäumen, Gräsern oder Kräutern. Welche Pollen wann unterwegs sind, warum manchmal sogar ein Apfel im Mund kribbelt und was Betroffene während der Pollensaison beachten können, erfahren Sie in diesem Beitrag. Was passiert bei Heuschnupfen im Körper? Heuschnupfen wird medizinisch als Pollenallergie beziehungsweise allergische Rhinitis bezeichnet. Das Immunsystem reagiert dabei auf eigentlich harmlose Eiweisse aus Pflanzenpollen. Bei entsprechend sensibilisierten Menschen kann der Kontakt mit den Pollen eine Immunreaktion auslösen. Dabei werden unter anderem Botenstoffe wie Histamin freigesetzt. Die Folge können Niesreiz, eine laufende oder verstopfte Nase sowie juckende und tränende Augen sein. Der Name «Heuschnupfen» stammt aus einer Zeit, in der die Beschwerden mit der Heuernte in Verbindung gebracht wurden. Heute weiss man: Nicht das Heu selbst ist entscheidend, sondern die darin beziehungsweise in der Umgebung vorkommenden Pollen. Mehr darüber, was bei allergischen Reaktionen im Körper geschieht und wie sich eine Allergie von einer Unverträglichkeit unterscheidet, erfahren Sie in unserem Überblick zu Allergien und Unverträglichkeiten. Mehr als nur eine laufende Nase Heuschnupfen kann sich unterschiedlich bemerkbar machen. Typisch sind Niesattacken, eine laufende oder verstopfte Nase, Juckreiz in Nase, Gaumen oder Ohren sowie gerötete, juckende und tränende Augen. Manche Betroffene fühlen sich während der Pollensaison zudem müde oder weniger leistungsfähig. Auch der Schlaf kann beeinträchtigt sein, beispielsweise wenn eine verstopfte Nase nachts das Atmen erschwert. Augen Jucken, Rötung und verstärkter Tränenfluss. Nase Niesreiz sowie eine laufende oder verstopfte Nase. Atemwege Husten oder pfeifende Atmung sollten abgeklärt werden. Wann fliegen welche Pollen? Eine feste Pollensaison nach Kalender gibt es nicht. Blühbeginn und Pollenmenge hängen unter anderem von Wetter, Temperatur, Region und Höhenlage ab. In milden Jahren können die ersten allergologisch relevanten Pollen bereits im Winter auftreten. Für die Schweiz lässt sich der Jahresverlauf grob so einordnen: Spätwinter Hasel und Erle gehören zu den frühen Pollenspendern und können in milden Regionen bereits früh im Jahr blühen. Frühling Unter anderem Esche und Birke prägen die Baumpollensaison im Frühling. Später Frühling und Sommer Gräser gehören in dieser Zeit zu den wichtigen allergieauslösenden Pollenarten. Spätsommer Kräuter wie Beifuss und Ambrosia können die Pollensaison bis in den Spätsommer verlängern. Da die tatsächliche Belastung von Tag zu Tag schwankt, ist die aktuelle Pollenprognose aussagekräftiger als ein starrer Kalender. MeteoSchweiz stellt dafür aktuelle Mess- und Prognosedaten zur Verfügung. Warum kribbelt bei Heuschnupfen manchmal der Apfel? Manche Menschen mit Pollenallergie bemerken beim Essen bestimmter Lebensmittel plötzlich ein Kribbeln oder Jucken im Mund. Der Grund: Bestimmte Eiweisse in Lebensmitteln ähneln den allergieauslösenden Eiweissen in Pollen so stark, dass das Immunsystem sie miteinander «verwechseln» kann. Bei einer Birkenpollenallergie können beispielsweise Reaktionen auf bestimmte rohe Früchte, Gemüse oder Nüsse auftreten. Dazu können unter anderem Apfel, Kirsche, Karotte oder Haselnuss gehören. Man spricht von einer pollenassoziierten Nahrungsmittelallergie beziehungsweise einer Kreuzreaktion. Welche Lebensmittel Beschwerden auslösen und wie ausgeprägt diese sind, unterscheidet sich von Person zu Person. Lebensmittel sollten deshalb nicht allein aufgrund einer Pollenallergie vorsorglich aus der Ernährung gestrichen werden. ! Bei schweren Reaktionen sofort handeln Treten nach dem Essen Atemnot, deutliche Schwellungen im Mund- oder Rachenbereich, Kreislaufprobleme oder Bewusstseinsstörungen auf, kann eine schwere allergische Reaktion vorliegen. In einer solchen Situation sofort den Notruf 144 alarmieren. Ist es wirklich Heuschnupfen? Wenn Beschwerden jedes Jahr während bestimmter Monate auftreten, liegt der Verdacht auf eine Pollenallergie nahe. Für die medizinische Abklärung ist jedoch nicht nur ein Allergietest entscheidend. Ebenso wichtig ist die Krankengeschichte: Wann treten die Beschwerden auf, wie stark sind sie und passen sie zeitlich zum Pollenflug? Je nach Situation können Hauttests wie der Pricktest und Blutuntersuchungen auf spezifische IgE-Antikörper eingesetzt werden. Ein Symptom- oder Pollentagebuch kann zusätzlich helfen, Zusammenhänge zwischen Beschwerden und Pollenbelastung zu erkennen. Gut zu wissen Ein positiver Allergietest zeigt zunächst eine Sensibilisierung. Ob diese tatsächlich für die Beschwerden verantwortlich ist, muss zusammen mit der Krankengeschichte und den Symptomen beurteilt werden. Was kann man gegen Heuschnupfen tun? Die Behandlung richtet sich nach Art und Stärke der Beschwerden. Ein erster Ansatz besteht darin, die Belastung durch die auslösenden Pollen soweit sinnvoll zu reduzieren. Zusätzlich stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die allergische Beschwerden lindern können. Zu den häufig eingesetzten Wirkstoffgruppen bei Pollenallergien gehören beispielsweise Antihistaminika und kortisonhaltige Nasensprays. Welche Behandlung geeignet ist, hängt von den individuellen Beschwerden ab und kann mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Fachperson in der Apotheke besprochen werden. Bei bestimmten Betroffenen kommt eine allergenspezifische Immuntherapie, auch Desensibilisierung genannt, infrage. Dabei wird das Immunsystem über einen längeren Zeitraum kontrolliert mit dem auslösenden Allergen konfrontiert. Voraussetzung sind eine genaue Diagnose und die ärztliche Beurteilung, ob diese Behandlung für das betreffende Allergen und die individuelle Situation geeignet ist. Wenn nicht nur die Nase betroffen ist Pollenallergien betreffen nicht immer ausschliesslich Nase und Augen. Menschen mit allergischem Schnupfen haben ein erhöhtes Risiko, zusätzlich ein allergisches Asthma zu entwickeln. Wenn neben dem Heuschnupfen wiederholt Husten, pfeifende Atmung, Atemnot oder ein Engegefühl in der Brust auftreten, sollte dies deshalb ärztlich abgeklärt werden. Für die Beteiligung der unteren Atemwege wird häufig der Begriff «Etagenwechsel» verwendet. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich bei jeder Person mit Heuschnupfen zwangsläufig Asthma entwickelt. Ob es dazu kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Mit weniger Pollen durch den Alltag Pollen vollständig zu vermeiden ist kaum möglich. Die persönliche Belastung lässt sich aber häufig reduzieren. Hilfreich ist vor allem, die aktuelle Pollenprognose zu kennen und Aktivitäten im Freien bei starker Belastung entsprechend anzupassen. Wer abends die Haare wäscht und getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer ablegt, kann verhindern, dass unnötig viele Pollen ins Bett gelangen. Beim Lüften kann es sinnvoll sein, sich an der aktuellen Pollenbelastung zu orientieren. Eine Sonnenbrille kann unterwegs dazu beitragen, den direkten Kontakt von Pollen mit den Augen etwas zu reduzieren. Im Auto kann ein geeigneter Pollenfilter hilfreich sein, sofern er entsprechend den Herstellerangaben gewartet und gewechselt wird. Auch beim Sport oder bei längeren Aufenthalten im Freien lohnt sich ein Blick auf die aktuelle Pollensituation. Für die Pollensaison aktuelle Pollenprognose beachten Pollen möglichst aus dem Schlafzimmer fernhalten getragene Kleidung nicht neben dem Bett ablegen bei Bedarf abends die Haare waschen unterwegs eine Sonnenbrille tragen verordnete beziehungsweise empfohlene Medikamente richtig anwenden Heuschnupfen-Mythen aufgeklärt «Heuschnupfen bekommt man nur im Frühling.» Nein. Je nachdem, auf welche Pollen jemand reagiert, können Beschwerden bereits im Winter beginnen oder bis in den Spätsommer beziehungsweise Herbst hineinreichen. «Heuschnupfen bekommt man nur als Kind.» Nein. Eine Pollenallergie kann sich auch erstmals im Erwachsenenalter bemerkbar machen. «Bei Regen sind sofort alle Pollen verschwunden.» So einfach ist es nicht. Anhaltender Regen kann die Pollenkonzentration in der Luft senken, die tatsächliche Belastung hängt jedoch von Wetter, Pollenart und lokalen Bedingungen ab. «Wer auf Birkenpollen reagiert, darf keine Äpfel essen.» Nein. Nicht jede Person mit Birkenpollenallergie reagiert auch auf Äpfel. Lebensmittel sollten nur dann gemieden werden, wenn tatsächlich eine entsprechende Reaktion beziehungsweise medizinische Empfehlung vorliegt. Wann sollte Heuschnupfen ärztlich abgeklärt werden? Eine medizinische Abklärung ist sinnvoll, wenn die Beschwerden regelmässig wiederkehren, den Schlaf oder Alltag deutlich beeinträchtigen, der Auslöser unklar ist oder die bisherige Behandlung nicht ausreichend hilft. Besonders wichtig ist eine Abklärung, wenn Husten, pfeifende Atmung, Atemnot oder Engegefühl in der Brust hinzukommen. Diese Beschwerden können auf eine Beteiligung der unteren Atemwege hinweisen. ! Bei schwerer Atemnot: Notruf 144 Bei plötzlich auftretender schwerer Atemnot, ausgeprägten Schwellungen im Mund- oder Rachenbereich, Kreislaufproblemen oder Bewusstseinsstörungen sofort medizinische Hilfe über den Notruf 144 anfordern. Fazit Heuschnupfen ist mehr als ein saisonales Niesen. Wann die Beschwerden auftreten, hängt davon ab, auf welche Pollen jemand reagiert und wann diese tatsächlich in der Luft sind. Wer seine persönlichen Auslöser kennt, die aktuelle Pollenbelastung im Blick behält und anhaltende oder stärkere Beschwerden fachlich abklären lässt, kann besser vorbereitet durch die Pollensaison gehen. Häufige Fragen zu Heuschnupfen Was ist der Unterschied zwischen Heuschnupfen und einer Erkältung? Heuschnupfen tritt häufig passend zum Pollenflug auf und geht typischerweise mit Niesreiz sowie juckenden oder tränenden Augen einher. Eine Erkältung wird durch Viren verursacht und kann zusätzlich beispielsweise Halsbeschwerden und allgemeines Krankheitsgefühl verursachen. Bei unklaren oder anhaltenden Beschwerden ist eine medizinische Abklärung sinnvoll. Wann beginnt die Pollensaison in der Schweiz? Das hängt von Wetter, Region und Pflanzenart ab. Hasel und Erle können in milden Regionen bereits im Winter Pollen freisetzen. Im Frühling folgen weitere Baumpollen, später Gräser und im Spätsommer unter anderem Beifuss und Ambrosia. Kann man Heuschnupfen erst als Erwachsener bekommen? Ja. Eine Pollenallergie kann sich auch erstmals im Erwachsenenalter entwickeln beziehungsweise bemerkbar machen. Was ist eine Kreuzallergie? Dabei erkennt das Immunsystem ähnlich aufgebaute Eiweisse aus Pollen und bestimmten Lebensmitteln. Dadurch können beispielsweise bei einer Birkenpollenallergie nach dem Verzehr bestimmter roher Lebensmittel Beschwerden im Mund- und Rachenbereich auftreten. Was ist eine Desensibilisierung? Die allergenspezifische Immuntherapie – häufig Desensibilisierung genannt – ist eine medizinische Behandlung, bei der das Immunsystem über einen längeren Zeitraum kontrolliert mit dem auslösenden Allergen konfrontiert wird. Ob sie infrage kommt, wird individuell und auf Grundlage einer genauen Allergiediagnose entschieden. Kann aus Heuschnupfen Asthma werden? Menschen mit allergischem Schnupfen haben ein erhöhtes Risiko, zusätzlich allergisches Asthma zu entwickeln. Das geschieht jedoch nicht bei allen Betroffenen. Husten, pfeifende Atmung, Atemnot oder Engegefühl in der Brust sollten deshalb ärztlich abgeklärt werden. Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose, Beratung oder Behandlung. Bei Beschwerden oder Verdacht auf eine Pollenallergie wenden Sie sich an eine medizinische Fachperson. Bei einer schweren allergischen Reaktion oder schwerer Atemnot alarmieren Sie den Notruf 144. Die Inhalte dieses Beitrags beziehen sich nicht auf Produkte von HAWLIK.
Hericium: Was hinter dem Pilz mit der Löwenmähne steckt

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Hericium: Was hinter dem Pilz mit der Löwenmähne steckt

Igelstachelbart, Affenkopfpilz, Löwenmähne oder Lion’s Mane – kaum ein Pilz trägt so viele Namen. Und kaum einer sieht so ungewöhnlich aus: Statt Hut und Lamellen bildet Hericium erinaceus einen weissen Fruchtkörper mit langen, herabhängenden «Stacheln». Doch Hericium fällt nicht nur optisch auf. Er ist Speisepilz, lässt sich kultivieren und enthält verschiedene Inhaltsstoffe, die wissenschaftlich untersucht werden. Ein genauerer Blick auf einen Pilz, der inzwischen weit über seine ursprünglichen Verbreitungsgebiete hinaus bekannt ist. Mehr über Pilze, ihren Aufbau und ihre Besonderheiten erfahren Sie in unserem Vitalpilz-Guide. Hericium, Lion’s Mane oder Igelstachelbart? Gemeint ist derselbe Pilz. Hericium erinaceus ist der wissenschaftliche Name. Im deutschsprachigen Raum ist vor allem die Bezeichnung Igelstachelbart gebräuchlich, daneben findet man Namen wie Affenkopfpilz oder Löwenmähne. Im Englischen ist er als «Lion’s Mane» bekannt, in Japan als Yamabushitake. Die bildhaften Namen kommen nicht von ungefähr: Der Fruchtkörper erinnert mit seinen zahlreichen weissen, herabhängenden Stacheln tatsächlich ein wenig an eine zottelige Mähne. Ein Pilz ohne den typischen Pilzhut Wer bei einem Pilz an Hut und Stiel denkt, wird Hericium kaum auf Anhieb als solchen erkennen. Sein Fruchtkörper ist zunächst weiss bis cremefarben und kann eine beachtliche Grösse erreichen. An seiner Oberfläche befinden sich zahlreiche weiche, nach unten gerichtete Stacheln. An ihnen werden die Sporen gebildet. Mit zunehmendem Alter kann sich der Fruchtkörper gelblich bis bräunlich verfärben. In der Natur wächst Hericium auf Laubbäumen und besiedelt unter anderem Buchen und Eichen. Man findet ihn an älteren, geschädigten oder abgestorbenen Bäumen und Holz. In der Schweiz gehört der Igelstachelbart zu den gefährdeten Grosspilzen. Wildfunde sind deshalb etwas Besonderes und sollten mit entsprechendem Respekt behandelt werden. Speisepilz Mild im Geschmack und mit einer faserigen Konsistenz. Laubholzbewohner Besiedelt unter anderem Buchen und Eichen. Kultivierbar Wird heute gezielt auf geeigneten Substraten angebaut. Fruchtkörper und Myzel: Was ist der Unterschied? Was wir bei Hericium als Pilz sehen, ist nur ein Teil des gesamten Organismus. Der auffällige weisse Fruchtkörper dient der Bildung und Verbreitung der Sporen. Das eigentliche Pilzgeflecht – das Myzel – besteht aus feinen Pilzfäden und wächst im jeweiligen Substrat. Diese Unterscheidung ist auch bei verarbeiteten Pilzprodukten interessant. Je nach Herstellungsverfahren können Fruchtkörper, Myzel oder daraus gewonnene Extrakte verwendet werden. Deshalb lohnt sich beim Vergleich verschiedener Produkte ein Blick auf die Deklaration. Wie wird Hericium kultiviert? Hericium lässt sich gezielt kultivieren. Als Grundlage dienen geeignete holzbasierte Substrate, auf denen sich zunächst das Myzel ausbreitet. Unter passenden Bedingungen entwickeln sich daraus später die charakteristischen weissen Fruchtkörper. Durch die Kultivierung kann Hericium unabhängig von seltenen Wildvorkommen als Speisepilz sowie als Ausgangsmaterial für verarbeitete Pilzprodukte genutzt werden. Warum Hericium auch in der Küche interessant ist In verschiedenen asiatischen Ländern wird Hericium seit Langem als Speisepilz verwendet. Inzwischen findet man kultivierte Fruchtkörper zunehmend auch ausserhalb Asiens. Das Innere des Pilzes besitzt eine zarte, leicht faserige Struktur. Sein Geschmack wird häufig als mild beschrieben und aufgrund von Aroma und Konsistenz gelegentlich mit Meeresfrüchten verglichen. In Scheiben oder Stücke geschnitten lässt sich Hericium beispielsweise in der Pfanne anbraten und für Gemüsegerichte, Pasta oder Risotto verwenden. Pilze sollten grundsätzlich nicht roh gegessen, sondern vor dem Verzehr gegart werden. Was steckt im Hericium? Wie andere Pilze enthält Hericium verschiedene Polysaccharide und weitere natürliche Bestandteile. Zu den Polysacchariden gehören auch Beta-Glucane. Daneben wurden zahlreiche weitere Inhaltsstoffe beschrieben. Besonders häufig begegnet man im Zusammenhang mit Hericium den Begriffen Hericenone und Erinacine. Hericenone wurden insbesondere aus den Fruchtkörpern isoliert. Erinacine sind eine andere Gruppe natürlicher Inhaltsstoffe, die überwiegend im Myzel gebildet und untersucht werden. Gut zu wissen: Fruchtkörper und Myzel sind nicht dasselbe und können sich in ihrer Zusammensetzung unterscheiden. Auch die Verarbeitung und Extraktion beeinflussen, welche Bestandteile in einem Pilzprodukt enthalten sind. Warum interessiert sich die Forschung für Hericium? Hericenone, Erinacine, Polysaccharide und weitere Bestandteile von Hericium werden wissenschaftlich untersucht. Dabei beschäftigen sich Forschende unter anderem mit ihren chemischen Eigenschaften und damit, wie einzelne isolierte Stoffe oder Pilzextrakte in unterschiedlichen Versuchsmodellen reagieren. Wichtig ist jedoch die Einordnung: Ein grosser Teil der Erkenntnisse zu einzelnen Hericium-Inhaltsstoffen stammt aus Zell- und Tierversuchen. Auch Untersuchungen am Menschen liegen vor, die klinische Datenlage ist jedoch deutlich begrenzter als die präklinische Forschung. Ergebnisse aus Labor- oder Tierversuchen lassen sich nicht unmittelbar auf die Wirkung eines Lebensmittels oder Nahrungsergänzungsmittels beim Menschen übertragen. Aus dem wissenschaftlichen Interesse an einem Inhaltsstoff ergibt sich daher noch keine nachgewiesene gesundheitliche Wirkung eines Hericium-Produktes. Fazit Hericium erinaceus ist schon aufgrund seines Aussehens aussergewöhnlich. Der Pilz mit der charakteristischen «Löwenmähne» ist Speisepilz, lässt sich kultivieren und besitzt eine vielfältige Zusammensetzung, die Gegenstand wissenschaftlicher Forschung ist. Wer Hericium als verarbeitetes Produkt kauft, sollte nicht nur auf den Namen des Pilzes achten. Auch die Frage, ob Fruchtkörper oder Myzel verwendet wurden und wie das Ausgangsmaterial verarbeitet wurde, hilft dabei, Produkte besser einzuordnen. Hericium-Produkte von HAWLIK ansehen Häufige Fragen zu Hericium Sind Hericium und Lion’s Mane dasselbe? Ja. Lion’s Mane ist die englische Bezeichnung für Hericium erinaceus. Im Deutschen ist der Pilz unter anderem als Igelstachelbart bekannt. Ist Hericium ein Speisepilz? Ja. Der Fruchtkörper von Hericium wird als Speisepilz verwendet. Er besitzt eine faserige Konsistenz und einen milden Geschmack. Pilze sollten vor dem Verzehr gegart werden. Was ist der Unterschied zwischen Fruchtkörper und Myzel? Der Fruchtkörper ist der sichtbare Teil des Pilzes, an dem die Sporen gebildet werden. Das Myzel ist das feine Geflecht aus Pilzfäden, das sich im Substrat ausbreitet. Beide können sich in ihrer Zusammensetzung unterscheiden. Was sind Hericenone und Erinacine? Hericenone und Erinacine sind zwei Gruppen natürlicher Inhaltsstoffe von Hericium, die wissenschaftlich untersucht werden. Hericenone wurden insbesondere aus Fruchtkörpern isoliert, während Erinacine überwiegend im Myzel vorkommen beziehungsweise dort gebildet werden. Ist die Wirkung von Hericium wissenschaftlich belegt? Hericium und einzelne seiner Inhaltsstoffe werden wissenschaftlich untersucht. Viele Erkenntnisse stammen bislang aus Labor- und Tierversuchen. Ergebnisse solcher Untersuchungen können nicht direkt auf eine gesundheitliche Wirkung von Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln beim Menschen übertragen werden. Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und Begriffserklärung. Angaben zu Pilzarten, Inhaltsstoffen oder wissenschaftlicher Forschung stellen keine Aussagen zur Vorbeugung, Behandlung oder Heilung von Krankheiten dar. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Für konkrete Produkte gelten die jeweiligen Produktinformationen.
Abnehmen: Was wirklich zählt – Ernährung, Bewegung und mehr

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Abnehmen: Was wirklich zählt – Ernährung, Bewegung und mehr

Weniger essen, mehr bewegen – und schon müssten die Kilos verschwinden? So einfach funktioniert Gewichtsregulation nicht. Körpergewicht wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst: von Ernährung und Bewegung ebenso wie von Genetik, Schlaf, psychischen und sozialen Faktoren, Medikamenten, Erkrankungen und unserer Umgebung. Warum fällt Abnehmen manchen Menschen leichter als anderen? Weshalb kommt verlorenes Gewicht häufig zurück? Und was ist von Crash-Diäten, Verboten und schnellen Abnehmversprechen zu halten? Körpergewicht ist mehr als eine Frage der Willenskraft Auf physikalischer Ebene spielt die Energiebilanz eine grundlegende Rolle: Wird dem Körper über längere Zeit mehr Energie zugeführt, als er verbraucht, kann Körpergewicht zunehmen. Umgekehrt ist für eine Gewichtsabnahme über längere Zeit eine negative Energiebilanz erforderlich. Damit ist allerdings noch nicht erklärt, warum Menschen unterschiedlich viel essen, wie stark Hunger und Sättigung wahrgenommen werden oder wie viel Energie jemand verbraucht. An diesen Prozessen sind zahlreiche biologische und äussere Einflüsse beteiligt. Genetische Faktoren, Körperzusammensetzung, Schlaf, Stress, psychische Gesundheit, Medikamente, Erkrankungen, körperliche Aktivität und das verfügbare Lebensmittelangebot können die Gewichtsentwicklung beeinflussen. Körpergewicht allein als Frage von Disziplin oder Willenskraft zu betrachten, greift deshalb zu kurz. Übergewicht und Adipositas sind nicht einfach dasselbe Im Alltag werden die Begriffe häufig gemeinsam verwendet. Medizinisch wird jedoch unterschieden. Zur groben Einordnung des Körpergewichts wird bei Erwachsenen häufig der Body-Mass-Index (BMI) verwendet. Er setzt Körpergewicht und Körpergrösse ins Verhältnis. Der BMI ist allerdings nur ein Orientierungswert. Er unterscheidet beispielsweise nicht zwischen Fett- und Muskelmasse und sagt wenig darüber aus, wo Körperfett gespeichert ist. Für die gesundheitliche Beurteilung können deshalb weitere Faktoren wie Bauchumfang, Blutdruck, Blutzucker, Blutfette, Begleiterkrankungen und die individuelle körperliche Situation relevant sein. Adipositas wird heute als komplexe chronische Erkrankung verstanden. Sie entsteht durch das Zusammenspiel zahlreicher biologischer, psychosozialer und umweltbedingter Faktoren und kann mit gesundheitlichen Folgeerkrankungen verbunden sein. Warum schnelle Diäten so verlockend sind «5 Kilo in einer Woche», «Bauchfett weg in 14 Tagen» oder ein Lebensmittel, das angeblich die Fettverbrennung einschaltet: Schnelle Versprechen wirken attraktiv, weil sie ein komplexes Problem auf eine einfache Lösung reduzieren. Bei sehr stark eingeschränkter Energiezufuhr kann das Gewicht auf der Waage tatsächlich rasch sinken. Dabei geht jedoch nicht ausschliesslich Körperfett verloren. Veränderungen des Wasserhaushalts und ein Verlust an fettfreier Körpermasse können ebenfalls eine Rolle spielen. Je stärker eine Ernährungsform den Alltag einschränkt, desto schwieriger kann es zudem sein, sie langfristig beizubehalten. Nach einer kurzfristigen Diät kehren viele Menschen zu früheren Gewohnheiten zurück – und das Gewicht kann erneut steigen. Warum der Körper verlorenes Gewicht manchmal zurückhaben möchte Gewichtszunahme nach einer Diät ist nicht einfach ein Zeichen mangelnder Disziplin. Unser Körper besitzt Regulationsmechanismen, die auf eine Gewichtsabnahme reagieren können. Mit sinkendem Körpergewicht nimmt der Energiebedarf ab: Ein leichterer Körper benötigt weniger Energie. Zusätzlich können sich Hunger, Sättigung und Energieverbrauch verändern. Diese biologischen Anpassungen können dazu beitragen, dass es schwieriger wird, ein niedrigeres Gewicht langfristig zu halten. Das erklärt auch, warum Gewichtskontrolle für manche Menschen eine langfristige Aufgabe ist und weshalb wiederholte Gewichtszunahmen nach Diäten nicht einfach als persönliches Scheitern bewertet werden sollten. Muss beim Abnehmen alles verboten werden? Eine nachhaltige Ernährungsweise muss nicht aus einer langen Liste verbotener Lebensmittel bestehen. Viel wichtiger ist das Ernährungsmuster insgesamt und die Frage, ob es langfristig zum Alltag und zu den persönlichen Bedürfnissen passt. Gemüse und Früchte, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, geeignete Eiweissquellen, Nüsse und Samen sowie pflanzliche Öle können Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung sein. Wasser und andere ungesüsste Getränke sind im Alltag eine gute Grundlage. Gleichzeitig kann es sinnvoll sein, energiereiche Lebensmittel und Getränke im eigenen Alltag bewusst wahrzunehmen. Besonders Getränke können Energie liefern, ohne im gleichen Mass zur Sättigung beizutragen wie feste Nahrung. Entscheidend ist nicht, jeden Tag «perfekt» zu essen. Eine Ernährungsweise, die dauerhaft umsetzbar ist, ist langfristig meist hilfreicher als eine kurzfristig sehr strenge Diät. Bewegung ist wichtig – auch wenn die Waage nicht sofort reagiert Körperliche Aktivität erhöht den Energieverbrauch und hat zahlreiche gesundheitliche Vorteile. Für eine deutliche Gewichtsabnahme reicht Bewegung allein jedoch nicht bei jedem Menschen aus. Das macht Bewegung keineswegs unwichtig. Regelmässige Aktivität unterstützt unter anderem Herz und Kreislauf, körperliche Leistungsfähigkeit und den Erhalt der Muskelmasse. Krafttraining kann dabei helfen, Muskulatur während einer Gewichtsabnahme möglichst gut zu erhalten. Dabei zählt nicht nur Sport. Zu Fuss gehen, Velofahren, Treppensteigen, Gartenarbeit und andere Alltagsbewegungen tragen ebenfalls zur körperlichen Aktivität bei. Abnehm-Mythen aufgeklärt «Wer wirklich will, kann einfach abnehmen.» Zu einfach gedacht. Verhalten spielt eine Rolle, wird aber von biologischen, psychischen, sozialen und umweltbedingten Faktoren beeinflusst. Auch der Körper reagiert auf eine Gewichtsabnahme mit verschiedenen Anpassungsmechanismen. «Kohlenhydrate machen dick.» Ein einzelner Nährstoff erklärt die Gewichtsentwicklung nicht. Entscheidend sind unter anderem die langfristige Energiezufuhr und das gesamte Ernährungsmuster. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Früchte liefern beispielsweise ebenfalls Kohlenhydrate und können Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. «Nach 18 Uhr sollte man nichts mehr essen.» Es gibt keine allgemeine Uhrzeit, ab der Nahrung automatisch als Körperfett gespeichert wird. Wann gegessen wird, kann zwar Appetit, Essgewohnheiten oder Schlaf beeinflussen, für die Gewichtsentwicklung zählt jedoch das Gesamtbild über längere Zeit. «Detox-Kuren helfen beim Abnehmen.» Für die Vorstellung, der Körper müsse durch spezielle Detox-Produkte von angesammelten «Schlacken» gereinigt werden, gibt es keine entsprechende physiologische Grundlage. Leber, Nieren, Darm und weitere Organe übernehmen laufend zentrale Aufgaben bei Stoffwechsel und Ausscheidung. «Je schneller die Kilos verschwinden, desto erfolgreicher die Diät.» Die Geschwindigkeit auf der Waage sagt wenig darüber aus, ob Veränderungen langfristig erhalten werden können. Entscheidend ist vielmehr, ob Ernährung, Bewegung und weitere Veränderungen dauerhaft in den Alltag passen. Die Waage erzählt nicht die ganze Geschichte Wer etwas für seine Gesundheit verändern möchte, muss Erfolg nicht ausschliesslich in Kilogramm messen. Auch andere Entwicklungen können relevant sein: mehr körperliche Aktivität, bessere Ausdauer, mehr Kraft, günstigere Blutdruck- oder Stoffwechselwerte oder ein ausgewogeneres Essverhalten. Gerade wenn sich das Gewicht nur langsam verändert, können solche Fortschritte helfen, den Blick nicht ausschliesslich auf eine einzelne Zahl zu richten. Kleine Veränderungen können ein Anfang sein Wasser statt regelmässig gesüsste Getränke wählen Gemüse und andere pflanzliche Lebensmittel häufiger einbauen mehr Wege zu Fuss oder mit dem Velo zurücklegen regelmässiges Krafttraining einplanen Esssituationen und Portionsgrössen bewusst wahrnehmen ausreichend Schlaf und Erholung berücksichtigen Wenn Lebensstil allein nicht ausreicht Bei Adipositas besteht eine Behandlung nicht zwingend nur aus Ernährung und Bewegung. Je nach Ausprägung, Begleiterkrankungen und individueller Situation können verschiedene Therapiebausteine miteinander kombiniert werden. Dazu gehören Ernährungsberatung, Bewegungs- und Verhaltenstherapie sowie in bestimmten Situationen eine medikamentöse Behandlung. Bei ausgeprägter Adipositas können auch metabolische beziehungsweise bariatrische Operationen infrage kommen. Welche Behandlung geeignet ist, sollte individuell medizinisch beurteilt werden. Medikamente zur Gewichtsreduktion sind keine Lifestyle-Produkte und sollten nicht ohne medizinische Begleitung eingesetzt werden. Wann professionelle Unterstützung sinnvoll ist Professionelle Unterstützung kann sinnvoll sein, wenn das Gewicht die Gesundheit oder Lebensqualität beeinträchtigt, Begleiterkrankungen bestehen oder wiederholte eigene Versuche langfristig nicht funktionieren. Eine medizinische Abklärung kann zudem helfen, Medikamente und Erkrankungen zu berücksichtigen, die das Körpergewicht beeinflussen können. Je nach Situation können Hausärztinnen und Hausärzte, Ernährungsberaterinnen und Ernährungsberater, Bewegungsfachpersonen, Psychologinnen und Psychologen sowie spezialisierte Adipositaszentren beteiligt sein. ! Wenn Essen und Gewicht immer mehr Raum einnehmen Starke Angst vor Gewichtszunahme, wiederkehrende Essanfälle, extremes Einschränken der Nahrungsaufnahme, selbst ausgelöstes Erbrechen oder andere kompensatorische Verhaltensweisen können Hinweise auf eine Essstörung sein. In solchen Situationen sollte nicht eine weitere Diät im Vordergrund stehen, sondern eine fachliche Abklärung und Unterstützung. Fazit Körpergewicht entsteht aus einem komplexen Zusammenspiel biologischer, psychischer, sozialer und umweltbedingter Faktoren. Die einfache Formel «weniger essen und mehr bewegen» beschreibt deshalb nur einen Teil der Realität. Nachhaltiges Gewichtsmanagement bedeutet nicht, möglichst schnell möglichst viele Kilos zu verlieren. Entscheidend sind Veränderungen, die zur persönlichen Situation passen, gesundheitlich sinnvoll sind und langfristig bestehen können. Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische oder ernährungsmedizinische Diagnose, Beratung oder Behandlung. Gewichtsmanagement und die Behandlung von Adipositas sollten an die individuelle gesundheitliche Situation angepasst werden. Medikamente zur Gewichtsreduktion sowie operative Verfahren gehören in medizinische Betreuung. Die Inhalte beziehen sich nicht auf Produkte von HAWLIK.  
Wieder gesund – aber noch nicht fit: Warum Erholung Zeit braucht

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Wieder gesund – aber noch nicht fit: Warum Erholung Zeit braucht

Der Infekt ist vorbei, die Operation überstanden – und trotzdem fehlt die Kraft für Dinge, die vorher selbstverständlich waren. Viele Menschen sind überrascht, wie lange Müdigkeit, Schwäche oder eine geringere Belastbarkeit nach einer Erkrankung oder einem Eingriff anhalten können. Diese Phase der Genesung wird als Rekonvaleszenz bezeichnet. Doch warum braucht der Körper nach einer Krankheit überhaupt noch Zeit, obwohl die akuten Beschwerden bereits verschwunden sind? Und wie findet man zurück in den Alltag, ohne sich zu überfordern? Gesund – aber noch nicht wieder fit Rekonvaleszenz bezeichnet die Erholungsphase nach einer Erkrankung, Verletzung oder medizinischen Behandlung. Die akute Krankheitsphase kann bereits vorbei sein, während Kraft, Ausdauer und gewohnte Leistungsfähigkeit noch nicht vollständig zurückgekehrt sind. Wie lange diese Phase dauert, lässt sich nicht pauschal sagen. Ein unkomplizierter Infekt ist etwas anderes als eine Lungenentzündung, eine schwere Infektion oder eine grössere Operation. Auch Alter, körperliche Ausgangslage, Begleiterkrankungen, Ernährung und die Dauer einer vorherigen Bettlägerigkeit können eine Rolle spielen. Deshalb gibt es keinen festen Zeitpunkt, an dem ein Mensch nach einer Erkrankung wieder «der Alte» sein muss. Warum ist man nach einer Krankheit oft noch so müde? Während einer Erkrankung oder nach einer Operation ist der Körper mit zahlreichen Aufgaben beschäftigt. Heilungs- und Reparaturprozesse benötigen Energie und Nährstoffe. Gleichzeitig bewegen sich viele Menschen während einer Krankheit deutlich weniger als gewöhnlich, essen zeitweise weniger oder verlieren Gewicht und Muskelmasse. Nach einer Operation können zusätzlich die Auswirkungen des Eingriffs, Schmerzen, Medikamente, Schlafunterbrechungen und die körperliche Belastung durch die Behandlung eine Rolle spielen. Es ist deshalb nicht ungewöhnlich, dass die gewohnte Leistungsfähigkeit nicht sofort zurückkehrt. Erschöpfung ist nicht dasselbe wie Faulheit Wer nach einer Erkrankung schneller müde wird, braucht nicht einfach «mehr Disziplin». Der Körper kann tatsächlich noch Zeit benötigen, um sich zu erholen. Gleichzeitig sollte eine ausgeprägte oder zunehmende Erschöpfung nicht automatisch der Rekonvaleszenz zugeschrieben werden – insbesondere dann nicht, wenn sie sich über längere Zeit nicht bessert. Nur schonen? Nicht unbedingt Früher wurde nach Krankheiten und Operationen häufig lange Schonung empfohlen. Heute weiss man, dass Bewegung – sobald sie medizinisch möglich ist – ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Erholung sein kann. Gerade nach Operationen wird häufig eine frühe Mobilisation angestrebt. Aufstehen, kurze Wege gehen und die körperliche Aktivität schrittweise ausbauen können dazu beitragen, wieder Kraft und Selbstständigkeit zu gewinnen. Wann und wie stark belastet werden darf, hängt allerdings vom Eingriff und vom individuellen Gesundheitszustand ab. Nach einer Erkrankung kann der Wiedereinstieg ebenfalls langsam erfolgen: zunächst ein kurzer Spaziergang, später längere Wege und erst danach wieder intensivere Belastungen. Entscheidend ist nicht, möglichst schnell das frühere Niveau zu erreichen, sondern die Belastung an die eigene Erholung anzupassen. Nach grösseren Operationen, schweren Erkrankungen oder bei bestehenden Herz- oder Lungenerkrankungen sollten die Empfehlungen der behandelnden Ärztinnen, Ärzte und Physiotherapiefachpersonen Vorrang haben. Warum Muskelkraft schneller verloren gehen kann als gedacht Wer krank ist oder nach einer Operation viel liegt und sich deutlich weniger bewegt, beansprucht seine Muskulatur weniger als gewohnt. Gerade bei längerer Immobilität kann dadurch Muskelkraft verloren gehen. Das kann erklären, warum alltägliche Dinge nach einer schweren Erkrankung plötzlich anstrengend erscheinen: Treppensteigen, Einkaufen oder ein längerer Spaziergang benötigen mehr Kraft als noch vor der Erkrankung. Bewegung und – wenn medizinisch angezeigt – gezieltes Training beziehungsweise Physiotherapie können beim Wiederaufbau helfen. Dabei ist ein schrittweises Vorgehen meist sinnvoller als der Versuch, verlorene Fitness innerhalb weniger Tage aufzuholen. Essen wird in der Erholungsphase manchmal zur Herausforderung Krankheit und Operationen können den Appetit beeinträchtigen. Schmerzen, Übelkeit, Medikamente, Erschöpfung oder ein veränderter Geschmack können dazu führen, dass zeitweise weniger gegessen wird. Gleichzeitig benötigt der Körper während der Heilung Energie und Nährstoffe. Besonders Eiweiss liefert Bausteine für Muskeln und andere Körpergewebe. Geeignete Eiweissquellen sind beispielsweise Milchprodukte, Eier, Fisch, Fleisch, Hülsenfrüchte, Tofu, Nüsse und Samen. Bei wenig Appetit können kleinere Mahlzeiten und Zwischenmahlzeiten angenehmer sein als grosse Portionen. Wer während oder nach einer Erkrankung deutlich ungewollt Gewicht verloren hat, kaum essen kann oder Schwierigkeiten hat, den Nährstoffbedarf zu decken, sollte dies medizinisch beziehungsweise ernährungsmedizinisch ansprechen. Nahrungsergänzungsmittel sind dagegen nicht automatisch Bestandteil einer Rekonvaleszenz. Ob eine gezielte Ergänzung sinnvoll ist, hängt von Ernährung, Gesundheitszustand und einem möglichen individuellen Mangel ab. Schlafen, ruhen – und trotzdem wieder aktiv werden Erholung bedeutet nicht, den ganzen Tag im Bett verbringen zu müssen. Schlaf und Ruhe sind wichtig, gleichzeitig kann ein allmählicher Wiedereinstieg in einen normalen Tagesrhythmus hilfreich sein. Ein Wechsel aus Aktivität und Erholung kann dabei besser funktionieren als das Prinzip «alles oder nichts»: an einem guten Tag möglichst viel erledigen und danach völlig erschöpft sein. Wer merkt, dass eine Aktivität regelmässig zu einer deutlichen Verschlechterung der Beschwerden führt, sollte die Belastung entsprechend anpassen und bei ausgeprägten oder ungewöhnlichen Reaktionen medizinischen Rat einholen. Schritt für Schritt zurück in den Alltag körperliche Aktivität schrittweise steigern Pausen einplanen, bevor die Erschöpfung sehr stark wird auf eine ausreichende Energie- und Eiweisszufuhr achten ausreichend trinken, sofern medizinisch nichts dagegenspricht Schlaf und einen möglichst regelmässigen Tagesrhythmus unterstützen ärztliche oder physiotherapeutische Belastungsvorgaben beachten Genesungs-Mythen aufgeklärt «Wenn die Krankheit vorbei ist, müsste ich wieder vollständig fit sein.» Nicht unbedingt. Akute Beschwerden können bereits abgeklungen sein, obwohl Kraft und Belastbarkeit noch nicht vollständig zurückgekehrt sind. Die Dauer der Erholung hängt stark von Erkrankung, Behandlung und persönlicher Ausgangslage ab. «Nach einer Operation sollte man sich möglichst lange nicht bewegen.» So pauschal stimmt das nicht. Bei vielen Operationen gehört eine frühe, sichere Mobilisation heute zur Genesung. Welche Bewegungen erlaubt sind und wann die Belastung gesteigert werden darf, hängt jedoch vom jeweiligen Eingriff ab. «Je schneller ich wieder trainiere, desto schneller werde ich fit.» Mehr Belastung ist nicht automatisch besser. Nach Erkrankungen oder Operationen sollte die Aktivität dem Gesundheitszustand angepasst und schrittweise gesteigert werden. Für bestimmte Erkrankungen und Eingriffe gelten besondere Empfehlungen. «Zur Erholung brauche ich automatisch Vitamine oder Nahrungsergänzungsmittel.» Nein. Eine ausreichende Versorgung mit Energie und Nährstoffen ist wichtig, daraus ergibt sich aber nicht automatisch ein Bedarf an Nahrungsergänzungsmitteln. Eine gezielte Ergänzung kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein und sollte individuell beurteilt werden. Auch die seelische Erholung braucht manchmal Zeit Eine schwere Erkrankung, ein Krankenhausaufenthalt oder eine Operation kann nicht nur körperlich belastend sein. Manche Menschen fühlen sich danach unsicherer, emotional erschöpft oder haben Sorge, erneut krank zu werden. Auch die Rückkehr in Beruf, Familie und Alltag kann zunächst anstrengend sein. Unterstützung durch Angehörige und das soziale Umfeld kann in dieser Phase hilfreich sein. Halten Niedergeschlagenheit, Ängste oder andere psychische Beschwerden an oder beeinträchtigen sie den Alltag deutlich, sollte auch dafür professionelle Unterstützung in Anspruch genommen werden. Wenn die Erholung nicht vorangeht Rekonvaleszenz verläuft nicht immer gleichmässig. Ein schlechterer Tag bedeutet nicht automatisch, dass etwas nicht stimmt. Entscheidend ist die Entwicklung über die Zeit. Wenn die Leistungsfähigkeit überhaupt nicht zurückkehrt, die Erschöpfung ungewöhnlich stark ist oder neue Beschwerden auftreten, sollte nicht einfach angenommen werden, dass der Körper «noch etwas Zeit braucht». Je nach Situation können beispielsweise eine weiterhin bestehende Erkrankung, Komplikationen nach einem Eingriff, Nebenwirkungen von Medikamenten, Blutarmut, Ernährungsprobleme oder andere Ursachen hinter anhaltenden Beschwerden stehen. ! Beschwerden nicht einfach der Erholungsphase zuschreiben Erneutes oder anhaltendes Fieber, zunehmende Schmerzen, auffällige Veränderungen einer Operationswunde, Atemnot, Brustschmerzen, ausgeprägte oder zunehmende Schwäche sowie deutlicher ungewollter Gewichtsverlust sollten medizinisch beurteilt werden. Bei schweren oder plötzlich auftretenden Beschwerden ist eine rasche medizinische Abklärung erforderlich. Fazit Eine Krankheit kann vorbei sein, bevor sich der Körper wieder vollständig belastbar anfühlt. Rekonvaleszenz bedeutet deshalb nicht einfach «abwarten», sondern ein Gleichgewicht zwischen Erholung und einem angemessenen Wiederaufbau von Aktivität zu finden. Genesung hat keinen festen Zeitplan. Bewegung, ausreichende Ernährung und Erholung können den Weg zurück in den Alltag begleiten – entscheidend sind jedoch immer die Erkrankung, der Eingriff und die individuellen medizinischen Vorgaben. Häufige Fragen zur Erholung nach Krankheit oder Operation Was bedeutet Rekonvaleszenz? Rekonvaleszenz bezeichnet die Erholungsphase nach einer Erkrankung, Verletzung oder medizinischen Behandlung, in der Kraft und gewohnte Belastbarkeit schrittweise zurückkehren. Warum bin ich nach einer Krankheit noch so müde? Heilungsprozesse, weniger Bewegung, veränderter Schlaf, verminderter Appetit und ein möglicher Verlust an Muskelkraft können dazu beitragen, dass die Leistungsfähigkeit nicht sofort zurückkehrt. Anhaltende oder zunehmende Erschöpfung sollte jedoch abgeklärt werden. Wie lange dauert die Erholung nach einer Krankheit? Dafür gibt es keine allgemeine Zeitangabe. Die Dauer hängt unter anderem von Art und Schwere der Erkrankung oder des Eingriffs, der körperlichen Ausgangslage und möglichen Begleiterkrankungen ab. Sollte man sich nach einer Operation möglichst viel schonen? Nicht grundsätzlich. Bei vielen Eingriffen wird eine frühe, sichere Mobilisation empfohlen. Welche Aktivitäten möglich sind und wann die Belastung gesteigert werden darf, richtet sich nach dem Eingriff und den Vorgaben des Behandlungsteams. Welche Ernährung ist während der Genesung sinnvoll? Eine ausreichende Versorgung mit Energie, Eiweiss und weiteren Nährstoffen unterstützt normale Körper- und Reparaturprozesse. Bei geringem Appetit können kleinere Mahlzeiten hilfreich sein. Bei deutlichem Gewichtsverlust oder Ernährungsproblemen ist eine individuelle Beratung sinnvoll. Brauche ich nach einer Krankheit Nahrungsergänzungsmittel? Nicht automatisch. Ob eine Ergänzung sinnvoll ist, hängt von der individuellen Ernährung, dem Gesundheitszustand und einem möglichen Nährstoffmangel ab. Wann sollte anhaltende Erschöpfung abgeklärt werden? Wenn die Erschöpfung sehr ausgeprägt ist, sich nicht allmählich bessert, zunehmend stärker wird oder von weiteren Beschwerden begleitet wird, sollte die Ursache medizinisch beurteilt werden. Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Diagnose, Beratung, Rehabilitation oder Behandlung. Wie schnell und in welchem Umfang körperliche Aktivität nach einer Erkrankung oder Operation wieder aufgenommen werden kann, hängt von der individuellen Situation ab. Beachten Sie die Empfehlungen der behandelnden Fachpersonen. Die Inhalte beziehen sich nicht auf Produkte von HAWLIK.  
Stoffwechsel: Warum «langsam» und «schnell» nicht die ganze Wahrheit sind

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Stoffwechsel: Warum «langsam» und «schnell» nicht die ganze Wahrheit sind

«Mein Stoffwechsel ist einfach zu langsam.» – kaum ein Begriff wird rund um Ernährung und Körpergewicht so häufig verwendet wie der Stoffwechsel. Gleichzeitig versprechen Tees, Gewürze, Fastenkuren oder bestimmte Lebensmittel, ihn wieder «anzukurbeln». Doch kann der Stoffwechsel tatsächlich einschlafen? Verbrennen Muskeln auch auf dem Sofa mehr Energie? Und gibt es Lebensmittel, die unseren Körper zum Fettverbrennen bringen? Zeit, einige Stoffwechsel-Mythen genauer anzuschauen. Stoffwechsel ist viel mehr als Kalorien verbrennen Als Stoffwechsel – medizinisch Metabolismus – bezeichnet man die Gesamtheit der chemischen Vorgänge in unserem Körper. Nährstoffe werden aufgenommen, umgewandelt, aufgebaut, gespeichert oder abgebaut. Dabei geht es keineswegs nur ums Körpergewicht. Stoffwechselprozesse laufen praktisch überall ab: wenn Zellen Energie bereitstellen, wenn Proteine aufgebaut werden, wenn die Leber Stoffe verarbeitet oder wenn der Körper neue Zellbestandteile bildet. Wenn im Alltag von einem «schnellen» oder «langsamen Stoffwechsel» gesprochen wird, ist dagegen meistens etwas anderes gemeint: Wie viel Energie verbraucht mein Körper? Wohin verschwinden unsere Kalorien eigentlich? Selbst wenn wir einen ganzen Tag auf dem Sofa verbringen würden, hätte unser Körper einen beträchtlichen Energiebedarf. Herz, Gehirn, Atmung, Kreislauf, Körpertemperatur und zahlreiche weitere Prozesse laufen schliesslich weiter. Ruheenergieverbrauch Der grösste Anteil wird für grundlegende Körperfunktionen benötigt – selbst wenn wir körperlich nichts tun. Bewegung Sport gehört dazu, aber ebenso Gehen, Treppensteigen, Hausarbeit und sämtliche anderen Bewegungen des Alltags. Verdauung Auch das Verdauen, Aufnehmen und Verarbeiten unserer Nahrung benötigt Energie. Dieser Effekt wird als nahrungsinduzierte Thermogenese bezeichnet. Wie hoch der gesamte Energieverbrauch ist, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Körpergrösse und Körperzusammensetzung spielen dabei ebenso eine Rolle wie körperliche Aktivität, Alter, biologische Faktoren und verschiedene hormonelle Einflüsse. Haben manche Menschen wirklich einen «langsamen Stoffwechsel»? Menschen unterscheiden sich tatsächlich darin, wie viel Energie sie verbrauchen. Ein niedrigerer Energieverbrauch bedeutet jedoch nicht automatisch, dass mit dem Stoffwechsel etwas nicht stimmt. Ein kleinerer Körper benötigt beispielsweise normalerweise weniger Energie als ein grösserer. Auch die fettfreie Körpermasse beeinflusst den Ruheenergieverbrauch. Zwei Menschen können deshalb einen unterschiedlichen Energiebedarf haben, obwohl beide gesund sind. Ein ungewöhnlich niedriger oder hoher Energieumsatz kann in bestimmten Fällen auch medizinische Ursachen haben. Schilddrüsenhormone sind beispielsweise an der Regulation des Energiestoffwechsels beteiligt. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann den Energieverbrauch beeinflussen – sie ist aber nicht die Erklärung für jede Gewichtszunahme. Muskeln und Stoffwechsel: Was ist dran? Muskelgewebe benötigt auch in Ruhe Energie. Menschen mit mehr fettfreier Masse haben deshalb im Allgemeinen einen höheren Ruheenergieverbrauch. Der Effekt zusätzlicher Muskelmasse wird allerdings manchmal übertrieben dargestellt. Krafttraining verwandelt den Körper nicht in einen «Kalorienofen», der plötzlich riesige Energiemengen verbrennt. Trotzdem ist Krafttraining sinnvoll: Es hilft dabei, Muskelmasse und körperliche Leistungsfähigkeit aufzubauen beziehungsweise zu erhalten. Gerade mit zunehmendem Alter gewinnt der Erhalt der Muskelmasse an Bedeutung. Alltagsbewegung wird häufig unterschätzt Beim Energieverbrauch denken viele zuerst an Joggen, Fitnessstudio oder andere Sportarten. Doch auch die Bewegung ausserhalb des Trainings zählt. Zu Fuss einkaufen, Treppen steigen, mit dem Velo fahren, im Garten arbeiten oder während des Tages immer wieder aufstehen – all diese Aktivitäten benötigen Energie. Wie aktiv wir im Alltag sind, kann sich deshalb erheblich auf unseren gesamten Energieverbrauch auswirken. Sport ist also nicht die einzige Möglichkeit, mehr Bewegung in den Tag zu bringen. Gerade regelmässige Alltagsbewegung kann einen wichtigen Unterschied machen. Kann der Körper bei einer Diät auf «Sparflamme» schalten? Der Begriff «Sparflamme» klingt dramatischer, als es tatsächlich ist. Der Stoffwechsel schaltet sich bei einer Diät natürlich nicht ab. Bei einer Gewichtsabnahme kann der Energieverbrauch jedoch sinken. Ein Grund dafür ist ganz einfach: Ein leichterer Körper benötigt weniger Energie. Gleichzeitig kann bei einer Gewichtsabnahme neben Fettmasse auch fettfreie Masse verloren gehen. Zusätzlich kann sich der Körper teilweise an eine verringerte Energiezufuhr und ein niedrigeres Körpergewicht anpassen. Dieses Phänomen wird als adaptive Thermogenese beziehungsweise metabolische Anpassung bezeichnet. Das kann mit dazu beitragen, dass eine Gewichtsabnahme nach einiger Zeit langsamer wird oder ein Plateau erreicht. Es bedeutet jedoch nicht, dass der Stoffwechsel «kaputt» ist. Stoffwechsel-Mythen aufgeklärt «Bestimmte Lebensmittel kurbeln den Stoffwechsel richtig an.» Einzelne Lebensmittel oder Inhaltsstoffe können den Energieverbrauch kurzfristig geringfügig beeinflussen. Daraus entsteht jedoch kein relevanter «Turbo» für den Stoffwechsel. Für den langfristigen Energieverbrauch sind unter anderem Körperzusammensetzung und körperliche Aktivität wesentlich bedeutsamer. «Wer übergewichtig ist, hat einen langsamen Stoffwechsel.» Das lässt sich so nicht sagen. Grössere Körper benötigen für ihre Erhaltung grundsätzlich mehr Energie als kleinere. Körpergewicht wird zudem von zahlreichen biologischen, verhaltensbezogenen und umweltbedingten Faktoren beeinflusst. «Viele kleine Mahlzeiten halten den Stoffwechsel auf Trab.» Häufigeres Essen sorgt nicht automatisch dafür, dass der Körper über den Tag wesentlich mehr Energie verbraucht. Wie häufig jemand isst, kann nach persönlichen Vorlieben und Bedürfnissen gestaltet werden. «Nach 18 Uhr wird alles als Fett gespeichert.» Der Körper besitzt keine Stoffwechseluhr, die um 18 Uhr plötzlich auf Fettspeicherung umschaltet. Für das Körpergewicht ist die längerfristige Energiebilanz wesentlich. Zeitpunkt und Zusammensetzung der Mahlzeiten können dennoch beispielsweise Schlaf, Appetit und Essverhalten beeinflussen. «Eine strenge Diät ruiniert den Stoffwechsel dauerhaft.» Bei einer Gewichtsabnahme kann der Energieverbrauch sinken und der Körper kann sich teilweise an die veränderte Situation anpassen. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Stoffwechsel dauerhaft «zerstört» ist. Kann man seinen Stoffwechsel wirklich ankurbeln? Die Vorstellung eines Stoffwechsel-Schalters, den man morgens mit einem bestimmten Getränk oder Lebensmittel auf «schnell» stellen kann, ist verlockend – aber zu einfach. Viel sinnvoller ist es, auf Faktoren zu schauen, die tatsächlich beeinflussbar sind. Regelmässige körperliche Aktivität erhöht den Energieverbrauch während der Bewegung. Krafttraining unterstützt den Erhalt beziehungsweise Aufbau von Muskelmasse. Gleichzeitig liefert eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung dem Körper die benötigten Nährstoffe. Auch ausreichend Schlaf gehört zu einem gesundheitsbewussten Lebensstil. Schlafmangel kann unter anderem Appetit, Essverhalten und körperliche Leistungsfähigkeit beeinflussen – auch wenn man deshalb nicht davon sprechen sollte, dass Schlaf den Stoffwechsel einfach «beschleunigt». Was im Alltag tatsächlich zählt regelmässig bewegen – nicht nur beim Sport Muskelmasse durch Krafttraining erhalten und aufbauen abwechslungsreich und ausgewogen essen extreme Crash-Diäten vermeiden ausreichend schlafen und Erholung einplanen Wenn nicht der «langsame Stoffwechsel» dahintersteckt Gewicht und Energieverbrauch werden von vielen Faktoren beeinflusst. Trotzdem können deutliche Veränderungen manchmal Anlass sein, genauer hinzuschauen. Eine ungeklärte Gewichtszu- oder -abnahme sollte insbesondere dann medizinisch abgeklärt werden, wenn weitere Beschwerden hinzukommen. Dazu können beispielsweise ausgeprägte Müdigkeit, ungewöhnliche Kälte- oder Wärmeempfindlichkeit, Herzrasen, starkes Durstgefühl oder andere neu auftretende Symptome gehören. Dahinter können sehr unterschiedliche Ursachen stehen. Stoffwechsel- und Hormonerkrankungen wie eine Schilddrüsenfunktionsstörung oder Diabetes gehören zu den Möglichkeiten – lassen sich aber nicht anhand einzelner Symptome selbst diagnostizieren. Fazit Unser Stoffwechsel ist kein Motor, den wir mit einem bestimmten Lebensmittel beliebig schneller oder langsamer stellen können. Er umfasst ein komplexes Netzwerk von Vorgängen, das unseren Körper rund um die Uhr am Leben hält. Wer seinen Energieverbrauch beeinflussen möchte, braucht keinen «Stoffwechsel-Booster». Regelmässige Bewegung, der Erhalt von Muskelmasse und ein ausgewogener Lebensstil sind die wesentlich sinnvolleren Stellschrauben. Häufige Fragen zum Stoffwechsel Was bedeutet Stoffwechsel? Stoffwechsel bezeichnet die Gesamtheit der chemischen Vorgänge im Körper, bei denen Stoffe aufgenommen, umgewandelt, aufgebaut, gespeichert oder abgebaut werden. Dazu gehört auch die Bereitstellung von Energie. Gibt es wirklich einen langsamen Stoffwechsel? Menschen unterscheiden sich in ihrem Energieverbrauch. Körpergrösse, Körperzusammensetzung, Aktivität und weitere biologische Faktoren spielen dabei eine Rolle. Ein vergleichsweise niedriger Energieverbrauch bedeutet nicht automatisch, dass eine Erkrankung vorliegt. Kann man den Stoffwechsel ankurbeln? Einen einfachen Stoffwechsel-Turbo gibt es nicht. Körperliche Aktivität erhöht den Energieverbrauch, und Muskelmasse trägt zum Ruheenergieverbrauch bei. Einzelne Lebensmittel haben dagegen keinen grossen dauerhaften Effekt auf den Energieverbrauch. Verlangsamt eine Diät den Stoffwechsel? Bei einer Gewichtsabnahme sinkt der Energiebedarf unter anderem deshalb, weil ein leichterer Körper weniger Energie benötigt. Zusätzlich kann es zu einer gewissen metabolischen Anpassung kommen. Der Stoffwechsel wird dadurch jedoch nicht einfach «kaputtgemacht». Verbrennen Muskeln auch in Ruhe mehr Energie? Muskelgewebe benötigt auch in Ruhe Energie. Mehr fettfreie Körpermasse ist daher mit einem höheren Ruheenergieverbrauch verbunden. Der zusätzliche Energieverbrauch durch einzelne Kilogramm Muskelmasse sollte allerdings nicht überschätzt werden. Macht Essen nach 18 Uhr dick? Es gibt keine feste Uhrzeit, ab der Nahrung automatisch als Körperfett gespeichert wird. Für die Gewichtsentwicklung ist unter anderem die längerfristige Energiebilanz entscheidend. Zeitpunkt und Zusammensetzung der Mahlzeiten können dennoch andere Aspekte wie Appetit, Essverhalten und Schlaf beeinflussen. Welche Rolle spielt die Schilddrüse für den Stoffwechsel? Schilddrüsenhormone sind an der Regulation des Energiestoffwechsels beteiligt. Eine Über- oder Unterfunktion kann deshalb unter anderem den Energieverbrauch beeinflussen und sollte medizinisch abgeklärt und behandelt werden. Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische oder ernährungsmedizinische Beratung. Angaben zu Lebensmitteln, Ernährung und Lebensstil stellen keine Aussagen zur Vorbeugung, Behandlung oder Heilung von Krankheiten dar. Bei ungeklärten Gewichtsveränderungen oder anhaltenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine medizinische Fachperson. Die Inhalte beziehen sich nicht auf Produkte von HAWLIK.
Husten, Schnupfen, Atemnot: Was unsere Atemwege uns sagen

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Husten, Schnupfen, Atemnot: Was unsere Atemwege uns sagen

Ein Kratzen im Hals, eine laufende Nase – und plötzlich beginnt der Husten. Meist steckt ein vorübergehender Atemwegsinfekt dahinter. Doch Husten ist nicht einfach nur lästig: Er ist ein wichtiger Schutzreflex unseres Körpers und hilft dabei, die Atemwege freizuhalten. Warum husten wir überhaupt? Woran unterscheiden sich Erkältung, Grippe, Asthma und COPD – und wann ist ein Husten nicht mehr einfach nur ein Husten? Unsere Atemwege haben ein eigenes Reinigungssystem Mit jedem Atemzug gelangt Luft über Nase und Rachen in die Luftröhre, weiter in die Bronchien und schliesslich bis in die Lungenbläschen. Dort findet der eigentliche Gasaustausch statt: Sauerstoff gelangt ins Blut und Kohlendioxid wird an die Atemluft abgegeben. Gleichzeitig gelangen mit der Luft auch Staub, Partikel und Krankheitserreger in die Atemwege. Dagegen besitzt der Körper verschiedene Schutzmechanismen. Ein grosser Teil der Atemwege ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet. Schleim kann eingeatmete Partikel festhalten, während winzige Flimmerhärchen dazu beitragen, dieses Material in Richtung Rachen zu transportieren. Dieses Zusammenspiel wird als mukoziliäre Reinigung bezeichnet. Die Nase ist mehr als nur ein Luftkanal Bei der Nasenatmung wird die eingeatmete Luft gefiltert, erwärmt und befeuchtet, bevor sie tiefere Abschnitte der Atemwege erreicht. Nase und Schleimhäute bilden damit einen wichtigen Teil der natürlichen Schutzbarriere unserer Atemwege. Warum müssen wir eigentlich husten? Husten ist zunächst keine Krankheit, sondern ein Schutzreflex. Werden die Atemwege gereizt, kann ein kräftiger Luftstoss dabei helfen, Schleim, Fremdkörper oder andere Reize aus den Atemwegen zu entfernen. Bei einem Atemwegsinfekt kann Husten zunächst trocken und reizend sein. Im weiteren Verlauf kann vermehrt Schleim entstehen. Auch wenn andere Erkältungsbeschwerden bereits abgeklungen sind, kann der Husten noch eine Zeit lang bestehen bleiben. Entscheidend ist deshalb nicht allein, wie viele Tage jemand hustet. Wichtig sind auch Verlauf, Begleitsymptome, Vorerkrankungen und die Frage, ob sich der Husten allmählich bessert oder zunehmend stärker wird. Erkältung oder Grippe? Nicht dasselbe Im Alltag werden Erkältung und Grippe häufig gleichgesetzt. Medizinisch handelt es sich jedoch um unterschiedliche Erkrankungen. Eine Erkältung kann durch zahlreiche verschiedene Viren ausgelöst werden. Typisch sind beispielsweise Schnupfen, Halsweh und Husten. Die Beschwerden entwickeln sich häufig eher schrittweise. Die echte Grippe – Influenza – wird dagegen durch Influenzaviren verursacht. Sie kann plötzlich beginnen und mit Fieber, ausgeprägtem Krankheitsgefühl, Kopf- und Muskelschmerzen, Husten und weiteren Beschwerden einhergehen. Auch COVID-19 und das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) können Atemwegsinfektionen verursachen. Da sich die Beschwerden verschiedener Infektionen überschneiden können, lässt sich allein anhand einzelner Symptome nicht immer zuverlässig erkennen, welcher Erreger dahintersteckt. Wenn Husten nicht von einem vorübergehenden Infekt kommt Nicht jeder Husten ist eine Erkältung. Auch chronische Erkrankungen der Atemwege können Husten und Atembeschwerden verursachen. Asthma Bei Asthma sind die Atemwege chronisch entzündet und reagieren überempfindlich. Beschwerden wie Husten, pfeifende Atmung, Engegefühl und Atemnot können wechselnd auftreten. COPD Bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung sind die Atemwege dauerhaft verengt. Typische Beschwerden sind Husten, Auswurf und zunehmende Atemnot, insbesondere bei körperlicher Belastung. Allergische Atemwegsbeschwerden Allergien können unter anderem Niesen, eine laufende oder verstopfte Nase sowie gereizte Atemwege verursachen. Bei allergischem Asthma können auch die Bronchien betroffen sein. Auch eine Lungenentzündung und zahlreiche weitere Erkrankungen können mit Husten einhergehen. Ein Husten, der ungewöhnlich verläuft, immer wiederkehrt oder von Atemnot begleitet wird, sollte deshalb nicht dauerhaft als «Erkältungshusten» abgetan werden. COPD beginnt oft unspektakulär Gerade bei COPD entwickeln sich die Beschwerden häufig schleichend. Ein morgendlicher Husten oder Auswurf wird manchmal über Jahre als «Raucherhusten» hingenommen. Später kann Atemnot bei körperlicher Belastung hinzukommen. Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor für COPD, aber nicht der einzige mögliche Einfluss. Auch längerfristige Belastungen durch schädliche Partikel und Gase können eine Rolle spielen. Wer über längere Zeit hustet, regelmässig Auswurf hat oder beim Treppensteigen beziehungsweise schnellen Gehen zunehmend ausser Atem gerät, sollte diese Beschwerden medizinisch abklären lassen. Eine Spirometrie – ein Lungenfunktionstest – ist eine wichtige Untersuchung zur Diagnose einer COPD. Was unseren Atemwegen im Alltag guttut Einer der wichtigsten beeinflussbaren Faktoren für die Lungengesundheit ist ein rauchfreier Alltag. Wer raucht, profitiert von einem Rauchstopp unabhängig davon, wie lange bereits geraucht wurde. Regelmässige körperliche Aktivität unterstützt die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit. Bei bestehenden Lungen- oder Herzerkrankungen sollte Art und Intensität der Bewegung an die individuelle Situation angepasst werden. Bei einem unkomplizierten Atemwegsinfekt stehen häufig Erholung und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr im Vordergrund. Antibiotika helfen dagegen nicht gegen Viren und sind deshalb bei einem gewöhnlichen viralen Atemwegsinfekt nicht automatisch sinnvoll. Atemwegsinfekte: So lässt sich die Weitergabe reduzieren Viele Atemwegserreger werden über Tröpfchen und Aerosole übertragen. Gerade in Innenräumen, in denen sich mehrere Menschen aufhalten, kann das Übertragungsrisiko erhöht sein. Wer Symptome einer Atemwegsinfektion hat, sollte Kontakte möglichst reduzieren und zu Hause bleiben. Regelmässiges Lüften verringert die Konzentration möglicher Krankheitserreger in der Raumluft. Husten und Niesen in ein Papiertaschentuch oder die Armbeuge sowie eine gute Händehygiene helfen ebenfalls, die Weitergabe zu reduzieren. Je nach persönlicher Situation können auch Impfungen eine Rolle spielen. In der Schweiz bestehen unter anderem Empfehlungen zu Impfungen gegen Influenza, COVID-19 und zu Massnahmen gegen RSV für bestimmte Personengruppen. Welche Impfungen individuell empfohlen werden, hängt unter anderem von Alter, Schwangerschaft und gesundheitlichen Risikofaktoren ab. Rücksicht bei Atemwegsinfekten bei Krankheitssymptomen möglichst zu Hause bleiben Innenräume regelmässig gut lüften in Taschentuch oder Armbeuge husten und niesen Hände regelmässig gründlich waschen oder desinfizieren bei Kontakt zu besonders gefährdeten Personen zusätzliche Schutzmassnahmen berücksichtigen persönliche Impfempfehlungen prüfen Husten-Mythen aufgeklärt «Grüner oder gelber Schleim bedeutet, dass ich Antibiotika brauche.» Nicht automatisch. Die Farbe des Schleims allein zeigt nicht zuverlässig, ob eine bakterielle Infektion vorliegt oder ein Antibiotikum erforderlich ist. Entscheidend sind das gesamte Beschwerdebild und der Verlauf. «Ein Husten muss nach einer Woche verschwunden sein.» Nein. Husten kann nach einem Atemwegsinfekt länger bestehen als Schnupfen oder Halsweh. Wichtig ist, ob er sich allmählich bessert und ob zusätzliche Warnzeichen auftreten. «Raucherhusten gehört eben zum Rauchen.» Anhaltender Husten und Auswurf sollten nicht als normale Begleiterscheinung des Rauchens abgetan werden. Sie können Hinweise auf eine chronische Lungenerkrankung wie COPD sein und sollten abgeklärt werden. «Bei einer Erkältung helfen Antibiotika schneller.» Gewöhnliche Erkältungen werden durch Viren verursacht. Antibiotika wirken gegen Bakterien und sind bei einem unkomplizierten viralen Infekt deshalb nicht wirksam. Wann sollte Husten abgeklärt werden? Nicht jeder Husten erfordert einen Arztbesuch. Hält er jedoch ungewöhnlich lange an, wird stärker statt besser oder tritt er immer wieder auf, sollte die Ursache medizinisch beurteilt werden. Das gilt insbesondere, wenn zusätzlich Atemnot, ausgeprägtes Krankheitsgefühl, anhaltendes oder hohes Fieber, Schmerzen im Brustbereich oder Blut im Auswurf auftreten. Auch Menschen mit chronischen Herz- oder Lungenerkrankungen sowie Personen mit erhöhtem Risiko für schwere Atemwegsinfektionen sollten bei Beschwerden frühzeitig medizinischen Rat einholen. ! Atemnot ist ein Warnzeichen Schwere oder plötzlich auftretende Atemnot, bläuliche beziehungsweise gräuliche Verfärbungen von Lippen oder Haut, Bewusstseinsstörungen oder starke Brustschmerzen erfordern eine sofortige medizinische Beurteilung. In einer akuten Notfallsituation gilt in der Schweiz die Notrufnummer 144. Fazit Husten ist zunächst ein sinnvoller Schutzmechanismus unserer Atemwege. Bei einem gewöhnlichen Atemwegsinfekt verschwindet er meist wieder – manchmal jedoch später als die übrigen Beschwerden. Entscheidend ist der Verlauf: Anhaltender oder wiederkehrender Husten, zunehmende Atemnot und andere Warnzeichen sollten nicht einfach als Erkältung abgetan werden. Ein rauchfreier Alltag, Bewegung, sinnvolle Hygienemassnahmen und individuell empfohlene Impfungen tragen dazu bei, die Atemwege und die allgemeine Gesundheit zu schützen. Häufige Fragen zu Husten und Atemwegen Warum husten wir überhaupt? Husten ist ein Schutzreflex. Er hilft dem Körper dabei, Schleim, Fremdkörper und andere Reize aus den Atemwegen zu entfernen. Was ist der Unterschied zwischen Erkältung und Grippe? Erkältungen werden durch verschiedene Viren verursacht und entwickeln sich häufig eher schrittweise. Eine Influenza kann dagegen plötzlich mit Fieber, starkem Krankheitsgefühl, Kopf- und Muskelschmerzen sowie Husten beginnen. Wie lange kann Husten nach einem Infekt anhalten? Husten kann länger anhalten als andere Erkältungsbeschwerden und noch einige Zeit nach einem Infekt bestehen. Wird er nicht allmählich besser, hält ungewöhnlich lange an oder kommen Warnzeichen hinzu, sollte die Ursache medizinisch abgeklärt werden. Bedeutet gelber oder grüner Schleim eine bakterielle Infektion? Nicht automatisch. Die Farbe des Schleims allein reicht nicht aus, um zwischen einer viralen und einer bakteriellen Infektion zu unterscheiden oder über die Notwendigkeit eines Antibiotikums zu entscheiden. Was sind typische Hinweise auf COPD? Typische Beschwerden sind anhaltender Husten, Auswurf und zunehmende Atemnot, insbesondere bei körperlicher Belastung. Zur Diagnose gehört eine Lungenfunktionsprüfung. Wann ist Atemnot ein Notfall? Schwere oder plötzlich auftretende Atemnot, insbesondere zusammen mit Bewusstseinsstörungen, bläulichen beziehungsweise gräulichen Lippen oder Haut oder starken Brustschmerzen, erfordert sofortige medizinische Hilfe. Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Diagnose, Beratung oder Behandlung. Husten und Atembeschwerden können zahlreiche Ursachen haben. Bei anhaltenden, ausgeprägten oder neu auftretenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine medizinische Fachperson. Die Inhalte beziehen sich nicht auf Produkte von HAWLIK.
Wechseljahre verstehen: Was sich jetzt im Körper verändert

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Wechseljahre verstehen: Was sich jetzt im Körper verändert

Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern eine natürliche Lebensphase – und doch bringen sie für viele Frauen spürbare Veränderungen mit sich. Die Hormonproduktion der Eierstöcke nimmt schrittweise ab, und der Körper stellt sich um. Dieser Beitrag erklärt, welche Phasen die Wechseljahre umfassen, welche Veränderungen auftreten können und wann eine ärztliche Beratung sinnvoll ist. Die Phasen der Wechseljahre Die Wechseljahre, medizinisch Klimakterium, beginnen meist zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr und erstrecken sich über mehrere Jahre. Perimenopause Die Zeit rund um die letzte Periode. Der Zyklus wird unregelmässig, erste Beschwerden können auftreten. Menopause Der Zeitpunkt der letzten Monatsblutung. Er lässt sich erst rückblickend bestimmen, wenn zwölf Monate keine Blutung mehr aufgetreten ist. Postmenopause Die Zeit nach der Menopause. Der Körper hat sich auf die neue hormonelle Situation eingestellt. Die Menopause kann auch früher eintreten, etwa nach der operativen Entfernung der Eierstöcke oder durch bestimmte medizinische Behandlungen. Was verändert sich im Körper? Vor allem die Bildung der Hormone Östrogen und Progesteron nimmt ab. Das kann sich unterschiedlich bemerkbar machen. Häufig genannt werden Hitzewallungen und Nachtschweiss, Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen, Trockenheit der Schleimhäute, Gelenkbeschwerden sowie Veränderungen von Haut und Haaren. Wie stark die Beschwerden ausgeprägt sind, ist sehr individuell: Manche Frauen bemerken kaum etwas, andere erleben die Umstellung als belastend. Längerfristig kann der sinkende Östrogenspiegel auch die Knochendichte und das Herz-Kreislauf-System beeinflussen. Deshalb werden in dieser Lebensphase oft ärztliche Vorsorgeuntersuchungen empfohlen. Anregungen für den Alltag Viele Frauen empfinden regelmässige Bewegung als angenehm – sowohl Ausdauer als auch Kraftübungen, die zudem als wichtig für Muskeln und Knochen gelten. Eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung mit ausreichend Calcium, etwa aus Milchprodukten oder calciumreichem Mineralwasser, gehört zu einem gesundheitsbewussten Lebensstil. Bewusste Pausen, Entspannungsübungen oder Zeit für sich selbst werden oft als hilfreich beschrieben, um mit Veränderungen gelassener umzugehen. Auch der Austausch mit anderen Frauen in einer ähnlichen Lebensphase kann entlastend sein. Kurz zusammengefasst Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und bewusste Erholung gelten als gute Grundlage für diese Lebensphase – ergänzend zur ärztlichen Beratung. Ärztliche Beratung und Behandlungsmöglichkeiten Wenn Beschwerden den Alltag oder den Schlaf deutlich beeinträchtigen, ist ein Gespräch mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt sinnvoll. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, sowohl hormonelle als auch nicht-hormonelle. Welche infrage kommt, hängt von der persönlichen Situation, der Vorgeschichte und möglichen Risiken ab. ! Bitte ärztlich abklären lassen Blutungen, die nach der Menopause erneut auftreten, sowie sehr starke oder ungewöhnliche Blutungen in der Perimenopause sollten immer ärztlich untersucht werden. Fazit Die Wechseljahre sind eine natürliche Lebensphase, die von Frau zu Frau sehr unterschiedlich verläuft. Wer die Veränderungen versteht, gut für sich sorgt und bei belastenden Beschwerden ärztliche Beratung in Anspruch nimmt, kann diese Phase aktiv gestalten. Häufige Fragen zu den Wechseljahren Wann beginnen die Wechseljahre? Meist zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr. Der genaue Zeitpunkt ist individuell. Wann spricht man von der Menopause? Die Menopause ist der Zeitpunkt der letzten Monatsblutung. Sie wird rückblickend festgestellt, wenn zwölf Monate keine Blutung mehr aufgetreten ist. Wie lange dauern die Wechseljahre? Die Übergangsphase erstreckt sich meist über mehrere Jahre. Dauer und Beschwerden sind sehr unterschiedlich. Wann sollte ich ärztlichen Rat suchen? Wenn Beschwerden den Alltag deutlich beeinträchtigen und immer bei Blutungen nach der Menopause oder ungewöhnlich starken Blutungen. Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose, Beratung oder Behandlung. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Die Inhalte beziehen sich nicht auf Produkte von HAWLIK.
Niedriger Blutdruck & Müdigkeit: Wenn der Kreislauf nicht richtig in Schwung kommt

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Niedriger Blutdruck & Müdigkeit: Wenn der Kreislauf nicht richtig in Schwung kommt

Morgens kaum in die Gänge kommen, tagsüber müde und unkonzentriert sein – und beim schnellen Aufstehen wird plötzlich alles schwarz vor Augen. Wer eher niedrige Blutdruckwerte hat, kennt möglicherweise mehrere dieser Beschwerden. Tatsächlich können Müdigkeit, Schwäche und Schwindel gemeinsam mit niedrigem Blutdruck auftreten. Doch ist der niedrige Blutdruck wirklich der Grund für die Müdigkeit? Warum wird einem beim Aufstehen schwindlig – und wann sollte man genauer hinschauen? Entscheidend ist nicht nur die Zahl auf dem Blutdruckmessgerät, sondern das gesamte Beschwerdebild. Niedriger Blutdruck: Eine Zahl allein sagt noch wenig Der Blutdruck wird mit zwei Werten angegeben. Der obere, systolische Wert beschreibt den Druck während der Auswurfphase des Herzens. Der untere, diastolische Wert bezieht sich auf die Entspannungs- und Füllungsphase zwischen den Herzschlägen. Als niedriger Blutdruck – medizinisch Hypotonie – werden häufig Werte unter etwa 90/60 mmHg bezeichnet. Eine einzelne Zahl entscheidet jedoch nicht darüber, ob ein gesundheitliches Problem besteht. Manche Menschen haben von Natur aus niedrige Werte und fühlen sich dabei vollkommen wohl. Relevant wird niedriger Blutdruck vor allem dann, wenn gleichzeitig Beschwerden wie Schwindel, Schwäche, Benommenheit oder Ohnmachtsgefühle auftreten, die Werte plötzlich deutlich niedriger sind als gewohnt oder eine andere Ursache dahintersteckt. Kann niedriger Blutdruck müde machen? Ja, Müdigkeit und ein Gefühl von Schwäche können zusammen mit niedrigem Blutdruck auftreten. Manche Betroffene fühlen sich wenig leistungsfähig, kommen morgens schwer in Gang oder haben Mühe, sich zu konzentrieren. Gleichzeitig können Schwindel, Benommenheit oder ein unsicheres Gefühl beim Aufstehen auftreten. Der Zusammenhang ist allerdings nicht so einfach, dass ein niedriger Messwert automatisch Müdigkeit verursacht. Blutdruck und Kreislaufregulation sind nur mögliche Faktoren – und Menschen mit ähnlich niedrigen Blutdruckwerten können sich völlig unterschiedlich fühlen. Müde und niedriger Blutdruck? Nicht vorschnell einen Zusammenhang annehmen Müdigkeit ist ein sehr unspezifisches Symptom. Schlafmangel, Stress, Infekte, Blutarmut beziehungsweise Eisenmangel, Schilddrüsenerkrankungen, Medikamente und zahlreiche weitere Faktoren können ebenfalls eine Rolle spielen. Anhaltende oder ungewöhnlich starke Müdigkeit sollte deshalb nicht allein mit einem niedrigen Blutdruck erklärt werden. Warum wird uns beim Aufstehen manchmal schwarz vor Augen? Besonders deutlich zeigt sich eine gestörte Kreislaufregulation manchmal beim Aufstehen. Beim Wechsel vom Liegen oder Sitzen ins Stehen verlagert sich durch die Schwerkraft vorübergehend Blut in Richtung Beine und Bauchraum. Normalerweise reagiert der Körper innerhalb kürzester Zeit: Die Blutgefässe verengen sich und Herz sowie Kreislauf passen sich an, damit der Blutdruck stabilisiert und das Gehirn weiterhin ausreichend mit Blut versorgt wird. Funktioniert diese Anpassung nicht schnell genug, kann der Blutdruck beim Aufstehen deutlich absinken. Mögliche Folgen sind Schwindel, Benommenheit, verschwommenes oder dunkler werdendes Sehen, Schwäche – manchmal auch eine Ohnmacht. Was bedeutet orthostatische Hypotonie? Von einer klassischen orthostatischen Hypotonie spricht man, wenn der systolische Blutdruck innerhalb von drei Minuten nach dem Aufstehen um mindestens 20 mmHg oder der diastolische Blutdruck um mindestens 10 mmHg abfällt. Entscheidend ist hier also die Veränderung beim Lagewechsel – nicht nur ein grundsätzlich niedriger Ausgangswert. Warum Müdigkeit und Kreislaufbeschwerden manchmal gemeinsam auftreten Wer unter Kreislaufbeschwerden leidet, beschreibt häufig nicht nur einen kurzen Schwindelmoment. Auch Schwäche, Benommenheit und eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit können zum Beschwerdebild gehören. Auffallen können solche Beschwerden beispielsweise morgens nach dem Aufstehen, bei längerem Stehen, bei Hitze oder wenn zu wenig getrunken wurde. Wärme erweitert die Blutgefässe, während Flüssigkeitsmangel das zirkulierende Blutvolumen verringern kann. Beides kann Kreislaufbeschwerden begünstigen. Deshalb lohnt es sich, bei wiederkehrender Müdigkeit genauer hinzuschauen: Tritt sie gemeinsam mit Schwindel, Benommenheit oder Beschwerden beim Aufstehen auf? Oder besteht die Erschöpfung unabhängig davon den ganzen Tag? Solche Beobachtungen können bei einer medizinischen Abklärung hilfreich sein. Niedriger Blutdruck kann unterschiedliche Ursachen haben Manche Menschen haben dauerhaft eher niedrige Blutdruckwerte, ohne dass eine Erkrankung dahintersteckt. Ein niedriger Blutdruck kann aber auch vorübergehend oder als Folge anderer Faktoren auftreten. Flüssigkeitsmangel Zu wenig Flüssigkeit oder grössere Flüssigkeitsverluste – beispielsweise durch starkes Schwitzen, Erbrechen oder Durchfall – können den Blutdruck absinken lassen und gleichzeitig Schwäche verursachen. Medikamente Verschiedene Medikamente können den Blutdruck beeinflussen. Dazu gehören unter anderem bestimmte Blutdruckmittel und entwässernde Medikamente. Erkrankungen Unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, hormonelle beziehungsweise Stoffwechselerkrankungen oder Störungen des autonomen Nervensystems können mit niedrigem Blutdruck verbunden sein. Auch Blutverlust und bestimmte akute Erkrankungen können zu einem Blutdruckabfall führen. Ein plötzlich auftretender niedriger Blutdruck ist deshalb anders zu beurteilen als dauerhaft niedrige Werte bei einem Menschen, der sich ansonsten wohlfühlt. Was im Alltag helfen kann Wer vor allem morgens oder beim Aufstehen Beschwerden hat, kann seinem Kreislauf etwas mehr Zeit geben: zunächst vom Liegen ins Sitzen wechseln, einen Moment auf der Bettkante bleiben und erst dann langsam aufstehen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist ebenfalls wichtig, sofern medizinisch nichts dagegenspricht. Besonders bei warmem Wetter oder stärkerem Schwitzen sollte darauf geachtet werden. Regelmässige körperliche Aktivität unterstützt darüber hinaus allgemein das Herz-Kreislauf-System. Wenn sich beim längeren Stehen Schwindel oder Schwäche ankündigen, können bestimmte Muskelmanöver den Kreislauf vorübergehend unterstützen. Dazu gehören beispielsweise das kräftige Anspannen der Bein- und Gesässmuskulatur oder das Überkreuzen und Anspannen der Beine. Kreislaufbewusst durch den Alltag morgens und nach längerem Sitzen langsam aufstehen auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten langes unbewegtes Stehen möglichst vermeiden regelmässige Bewegung in den Alltag integrieren bei ersten Beschwerden Bein- und Gesässmuskulatur anspannen bei Hitze besonders auf Flüssigkeit und Kreislaufbeschwerden achten Medikamente niemals eigenständig verändern oder absetzen Kaffee, Salz & Co.: Was stimmt wirklich? Gerade wenn man sich müde und kreislaufschwach fühlt, liegt der Griff zu Kaffee oder besonders salzigen Lebensmitteln nahe. Doch die bekannten Kreislauftipps sind nicht für jeden Menschen gleichermassen geeignet. «Niedriger Blutdruck ist immer der Grund für Müdigkeit.» Nein. Müdigkeit und Schwäche können gemeinsam mit niedrigem Blutdruck auftreten, haben aber zahlreiche mögliche Ursachen. Besonders bei länger anhaltender oder ausgeprägter Müdigkeit sollte deshalb nicht allein der Blutdruck verantwortlich gemacht werden. «Niedriger Blutdruck ist immer harmlos.» Dauerhaft niedrige Werte ohne Beschwerden sind häufig unproblematisch. Ein plötzlich auftretender Blutdruckabfall, wiederholte Ohnmachten oder niedriger Blutdruck zusammen mit anderen Beschwerden können dagegen auf eine behandlungsbedürftige Ursache hinweisen. «Bei niedrigem Blutdruck sollte man einfach mehr Salz essen.» So pauschal ist das nicht empfehlenswert. Eine höhere Salzzufuhr kann den Blutdruck beeinflussen, ist aber nicht für alle Menschen geeignet – beispielsweise bei bestimmten Herz- oder Nierenerkrankungen oder gleichzeitig bestehendem Bluthochdruck. Eine gezielte Erhöhung sollte deshalb medizinisch abgesprochen werden. «Kaffee vertreibt Müdigkeit und löst das Kreislaufproblem.» Koffein kann vorübergehend wacher machen und auch den Blutdruck beeinflussen. Damit ist jedoch weder die Ursache einer anhaltenden Müdigkeit noch die Ursache wiederkehrender Kreislaufbeschwerden geklärt. Müde trotz ausreichend Schlaf? Dann lohnt sich ein genauerer Blick Wer sich über längere Zeit ungewöhnlich müde oder erschöpft fühlt, sollte nicht automatisch von einem «schwachen Kreislauf» ausgehen. Besonders dann, wenn die Müdigkeit auch nach ausreichend Schlaf bestehen bleibt, zunehmend stärker wird oder die Leistungsfähigkeit deutlich beeinträchtigt, können andere Ursachen eine Rolle spielen. Bei der medizinischen Abklärung können je nach Situation neben Blutdruck und Puls beispielsweise Schlaf, Medikamente, Ernährung und weitere Beschwerden berücksichtigt werden. Ob Laboruntersuchungen sinnvoll sind, entscheidet sich anhand des individuellen Beschwerdebildes. Hilfreich kann es sein, einige Tage zu beobachten, wann Müdigkeit und Kreislaufbeschwerden auftreten: direkt nach dem Aufstehen, bei Hitze, nach längerem Stehen, nach Mahlzeiten oder unabhängig von solchen Situationen. Diese Informationen können helfen, die Beschwerden besser einzuordnen. Wann sollte niedriger Blutdruck abgeklärt werden? Wiederkehrender Schwindel, Ohnmachtsgefühle oder tatsächliche Bewusstlosigkeit sollten nicht allein mit einem «schwachen Kreislauf» erklärt werden. Auch eine anhaltende ausgeprägte Müdigkeit verdient eine Abklärung, insbesondere wenn sie neu auftritt oder von weiteren Beschwerden begleitet wird. Bei der Untersuchung können unter anderem Blutdruck und Puls im Liegen und Stehen, eingenommene Medikamente sowie mögliche zugrunde liegende Erkrankungen berücksichtigt werden. ! Akute Warnzeichen ernst nehmen Bewusstlosigkeit, Brustschmerzen, ausgeprägte Atemnot oder schwere beziehungsweise plötzlich auftretende Beschwerden zusammen mit einem deutlichen Blutdruckabfall erfordern eine rasche medizinische Beurteilung. In einer akuten Notfallsituation gilt in der Schweiz die Notrufnummer 144. Fazit Niedriger Blutdruck kann sich nicht nur durch Schwindel beim Aufstehen bemerkbar machen. Auch Müdigkeit, Schwäche, Benommenheit und Konzentrationsprobleme können gemeinsam mit Kreislaufbeschwerden auftreten. Ein niedriger Blutdruckwert erklärt Müdigkeit jedoch nicht automatisch. Wer sich dauerhaft ungewöhnlich müde fühlt oder wiederholt unter Schwindel, Ohnmachtsgefühlen oder anderen Beschwerden leidet, sollte deshalb genauer nach der Ursache suchen und diese bei Bedarf medizinisch abklären lassen. Häufige Fragen zu niedrigem Blutdruck und Müdigkeit Kann niedriger Blutdruck müde machen? Niedriger Blutdruck kann mit Müdigkeit, Schwäche und Konzentrationsproblemen einhergehen, insbesondere wenn gleichzeitig Schwindel oder Beschwerden beim Aufstehen auftreten. Müdigkeit hat jedoch viele mögliche Ursachen und sollte bei längerem Bestehen nicht automatisch auf den Blutdruck zurückgeführt werden. Ab wann ist der Blutdruck zu niedrig? Häufig werden Werte unter etwa 90/60 mmHg als niedriger Blutdruck bezeichnet. Entscheidend ist jedoch nicht nur der Messwert, sondern auch, ob Beschwerden auftreten und welche Ursache dahintersteckt. Warum bin ich morgens müde und mir wird beim Aufstehen schwindlig? Beim Aufstehen muss sich der Kreislauf rasch an die aufrechte Körperposition anpassen. Fällt der Blutdruck dabei deutlich ab, können Schwindel, Schwäche oder dunkler werdendes Sehen auftreten. Morgendliche Müdigkeit kann gleichzeitig bestehen, hat aber auch zahlreiche andere mögliche Ursachen. Was ist eine orthostatische Hypotonie? Dabei fällt der Blutdruck beim Wechsel in die aufrechte Körperposition deutlich ab. Als klassische orthostatische Hypotonie gilt ein Abfall um mindestens 20 mmHg systolisch oder 10 mmHg diastolisch innerhalb von drei Minuten nach dem Aufstehen. Hilft Kaffee gegen niedrigen Blutdruck und Müdigkeit? Koffein kann vorübergehend wacher machen und den Blutdruck beeinflussen. Bei anhaltender Müdigkeit oder wiederkehrenden Kreislaufbeschwerden ersetzt Kaffee jedoch keine Abklärung der möglichen Ursache. Sollte ich bei niedrigem Blutdruck mehr Salz essen? Nicht ohne Weiteres. Eine höhere Salzzufuhr kann den Blutdruck beeinflussen, ist aber nicht für jeden Menschen geeignet. Eine gezielte Erhöhung sollte deshalb mit einer medizinischen Fachperson besprochen werden. Wann sollte Müdigkeit medizinisch abgeklärt werden? Wenn Müdigkeit länger anhält, ungewöhnlich ausgeprägt ist, die Leistungsfähigkeit deutlich beeinträchtigt oder zusammen mit wiederkehrendem Schwindel, Ohnmacht oder anderen neuen Beschwerden auftritt, ist eine medizinische Abklärung sinnvoll. Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Diagnose, Beratung oder Behandlung. Niedriger Blutdruck und Müdigkeit können unterschiedliche Ursachen haben. Bei anhaltenden, ausgeprägten oder neu auftretenden Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine medizinische Fachperson. Die Inhalte beziehen sich nicht auf Produkte von HAWLIK.
Hashimoto: Müdigkeit, Frieren & Co. – was steckt dahinter?

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Hashimoto: Müdigkeit, Frieren & Co. – was steckt dahinter?

Ausgeschlafen und trotzdem müde, ständig am Frieren oder plötzlich weniger belastbar – manchmal steckt hinter solchen Beschwerden die Schilddrüse. Eine mögliche Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion ist die Hashimoto-Thyreoiditis. Doch Müdigkeit bedeutet nicht automatisch Hashimoto – und Hashimoto bedeutet nicht automatisch eine Schilddrüsenunterfunktion. Was passiert bei der Autoimmunerkrankung, welche Rolle spielen TSH und Schilddrüsenhormone und was ist von Jod, Selen oder speziellen «Hashimoto-Diäten» zu halten? Hashimoto: Wenn sich das Immunsystem gegen die Schilddrüse richtet Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Dabei richtet sich das Immunsystem gegen Bestandteile des eigenen Schilddrüsengewebes. Es entsteht eine chronische Entzündung, durch die das Gewebe im Laufe der Zeit geschädigt werden kann. Die Folge kann eine Schilddrüsenunterfunktion – eine sogenannte Hypothyreose – sein. Das geschieht jedoch nicht bei allen Betroffenen sofort. Manche Menschen haben Hashimoto und über längere Zeit normale Schilddrüsenwerte. Erst wenn die Schilddrüse nicht mehr genügend Hormone bereitstellen kann, entwickelt sich eine Unterfunktion. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Auch eine familiäre Häufung von Schilddrüsen- und anderen Autoimmunerkrankungen ist bekannt. Eine kleine Drüse mit grossem Einfluss Die Schilddrüse liegt schmetterlingsförmig vorne am Hals und bildet vor allem die Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Diese beeinflussen zahlreiche Vorgänge im Körper – unter anderem den Energieumsatz, Herz und Kreislauf, Körpertemperatur, Verdauung und Nervensystem. Gesteuert wird die Schilddrüse unter anderem über das Hormon TSH, das in der Hirnanhangsdrüse gebildet wird. Vereinfacht gesagt erhält die Schilddrüse über TSH das Signal, Schilddrüsenhormone zu produzieren. TSH Ein Steuerhormon der Hirnanhangsdrüse. Bei einer primären Schilddrüsenunterfunktion steigt der TSH-Wert typischerweise an. T4 Thyroxin ist das mengenmässig wichtigste von der Schilddrüse abgegebene Schilddrüsenhormon und dient unter anderem als Ausgangsstoff für T3. T3 Trijodthyronin ist die biologisch besonders aktive Form des Schilddrüsenhormons und entsteht zu einem grossen Teil durch Umwandlung aus T4. Warum kann eine Schilddrüsenunterfunktion so müde machen? Schilddrüsenhormone beeinflussen den Energieumsatz und zahlreiche weitere Körperfunktionen. Werden bei einer Unterfunktion zu wenig Schilddrüsenhormone bereitgestellt, laufen verschiedene Prozesse langsamer ab. Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit gehören deshalb zu den möglichen Beschwerden einer Schilddrüsenunterfunktion. Manche Betroffene beschreiben, dass sie trotz ausreichend Schlaf erschöpft sind, morgens schwer in Gang kommen oder sich weniger konzentrieren können. Häufig treten gleichzeitig weitere Beschwerden auf. Dazu können Kälteempfindlichkeit, trockene Haut, Verstopfung, Gewichtszunahme, Konzentrations- oder Gedächtnisprobleme, Muskel- und Gelenkbeschwerden, Veränderungen der Haare oder eine gedrückte Stimmung gehören. Müdigkeit allein bedeutet noch keine Schilddrüsenerkrankung Müdigkeit gehört zu den häufigsten und unspezifischsten Beschwerden überhaupt. Schlafmangel, Stress, Infekte, Blutarmut, Medikamente und zahlreiche weitere Faktoren können ebenfalls dahinterstecken. Ob die Schilddrüse eine Rolle spielt, lässt sich deshalb nicht anhand der Müdigkeit allein feststellen. Hashimoto und Unterfunktion sind nicht dasselbe Die Begriffe werden im Alltag häufig gleichgesetzt, beschreiben aber zwei unterschiedliche Dinge: Hashimoto bezeichnet die Autoimmunerkrankung, während eine Hypothyreose die verminderte Funktion der Schilddrüse beschreibt. Ein Mensch kann Hashimoto haben, obwohl die Schilddrüse noch ausreichend Hormone produziert. In diesem Stadium können TSH und freie Schilddrüsenhormone noch im Normalbereich liegen. Erst wenn die Hormonproduktion nicht mehr ausreicht, entsteht eine Unterfunktion. Deshalb richtet sich die Behandlung nicht allein danach, ob Schilddrüsen-Antikörper vorhanden sind, sondern vor allem nach der tatsächlichen Schilddrüsenfunktion und der individuellen Situation. Wie wird Hashimoto festgestellt? Die Diagnose ergibt sich aus mehreren Informationen. Neben Beschwerden und Krankengeschichte spielen vor allem Blutuntersuchungen eine Rolle. Besonders wichtig sind TSH und freies T4 (fT4), weil sie Auskunft über die Schilddrüsenfunktion geben. Zusätzlich können Schilddrüsen-Antikörper bestimmt werden. Typisch für Hashimoto sind insbesondere Antikörper gegen die Thyreoperoxidase, sogenannte TPO-Antikörper. Auch Thyreoglobulin-Antikörper können vorkommen. Eine Ultraschalluntersuchung kann ergänzend Informationen über Grösse und Struktur der Schilddrüse liefern und typische Veränderungen sichtbar machen. Sie ist jedoch nicht in jedem Fall erforderlich, um Hashimoto festzustellen. Wichtig ist ausserdem: Die Höhe der Antikörper sagt nicht direkt aus, wie gut oder schlecht die Schilddrüse aktuell arbeitet. Für die Beurteilung der Schilddrüsenfunktion sind insbesondere TSH und fT4 entscheidend. Was passiert nach der Diagnose? Sind Schilddrüsen-Antikörper nachweisbar, die Schilddrüsenwerte aber normal, ist nicht automatisch eine Behandlung mit Schilddrüsenhormonen erforderlich. Stattdessen kann es sinnvoll sein, die Schilddrüsenfunktion im Verlauf zu kontrollieren. Hat sich dagegen eine behandlungsbedürftige Unterfunktion entwickelt, wird in der Regel Levothyroxin (L-Thyroxin) eingesetzt. Es entspricht dem Schilddrüsenhormon T4 und ersetzt das Hormon, das die Schilddrüse nicht mehr ausreichend bereitstellen kann. Die benötigte Dosis ist individuell. Nach Beginn einer Behandlung oder einer Dosisänderung werden die Schilddrüsenwerte deshalb kontrolliert und die Dosierung bei Bedarf angepasst. Jod, Selen und «Hashimoto-Diäten»: Was stimmt wirklich? Rund um Hashimoto kursieren besonders viele Ernährungsempfehlungen. Dabei wird häufig der Eindruck vermittelt, einzelne Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel könnten die Autoimmunerkrankung gezielt beeinflussen oder sogar rückgängig machen. Dafür gibt es keine einfache allgemeingültige Lösung. «Bei Hashimoto muss man Jod vollständig meiden.» So pauschal stimmt das nicht. Jod ist ein essenzieller Bestandteil der Schilddrüsenhormone und wird vom Körper benötigt. Problematisch können jedoch sehr hohe Jodmengen sein. Insbesondere hochdosierte Jodpräparate sollten bei Hashimoto nicht ohne medizinische Rücksprache eingenommen werden. «Selen gehört automatisch zur Hashimoto-Behandlung.» Nein. Selen ist ein essenzielles Spurenelement und an normalen Schilddrüsenfunktionen beteiligt. Daraus folgt jedoch nicht, dass Menschen mit Hashimoto grundsätzlich ein Selenpräparat benötigen. Eine Supplementierung sollte nicht routinemässig und insbesondere nicht hochdosiert auf eigene Faust erfolgen. «Bei Hashimoto muss man glutenfrei essen.» Eine allgemeine Empfehlung für eine glutenfreie Ernährung bei allen Menschen mit Hashimoto gibt es nicht. Anders ist die Situation bei einer diagnostizierten Zöliakie: Dann ist eine glutenfreie Ernährung medizinisch erforderlich. «Hohe Antikörper bedeuten automatisch eine starke Unterfunktion.» Nein. Schilddrüsen-Antikörper unterstützen die Diagnose einer Autoimmunthyreoiditis, zeigen aber nicht direkt, wie viel Schilddrüsenhormon aktuell produziert wird. Dafür werden insbesondere TSH und fT4 beurteilt. Ernährung: Normal statt möglichst kompliziert Eine spezielle Ernährung, die Hashimoto nachweislich heilt, gibt es nicht. Für den Alltag steht deshalb grundsätzlich eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung im Vordergrund. Einzelne Nährstoffe wie Jod und Selen haben normale Funktionen im Zusammenhang mit der Schilddrüse. Das ist jedoch nicht gleichbedeutend damit, dass eine zusätzliche Einnahme bei Hashimoto automatisch einen Nutzen bringt. Nahrungsergänzungsmittel sollten insbesondere bei einer bestehenden Schilddrüsenerkrankung nicht wahllos miteinander kombiniert werden. Bei einem vermuteten Nährstoffmangel kann medizinisch beurteilt werden, ob eine gezielte Untersuchung oder Ergänzung sinnvoll ist. Levothyroxin: Auch die Einnahme spielt eine Rolle Wer Levothyroxin einnimmt, sollte sich an die ärztlichen beziehungsweise pharmazeutischen Einnahmehinweise halten. Bestimmte Lebensmittel, Getränke, Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel können beeinflussen, wie gut das Schilddrüsenhormon aufgenommen wird. Dazu gehören beispielsweise Präparate mit Calcium oder Eisen. Deshalb kann ein zeitlicher Abstand zur Einnahme von Levothyroxin erforderlich sein. Auch die Einnahme zusammen mit Nahrung kann die Aufnahme beeinflussen. Die eigene Medikation sollte jedoch nicht aufgrund allgemeiner Internetempfehlungen verändert werden. Bei Unsicherheit zur Einnahme oder zu möglichen Wechselwirkungen können Arztpraxis oder Apotheke individuell beraten. Kinderwunsch und Schwangerschaft: Die Schilddrüse besonders im Blick behalten Schilddrüsenhormone spielen während einer Schwangerschaft eine wichtige Rolle. Gleichzeitig kann sich der Bedarf an Schilddrüsenhormon verändern. Wer Hashimoto hat und schwanger werden möchte, sollte deshalb die Schilddrüsenwerte bereits bei Kinderwunsch mit der behandelnden Fachperson besprechen. Während der Schwangerschaft sind regelmässige Kontrollen besonders wichtig, und bei einer bestehenden Levothyroxin-Therapie kann eine Anpassung der Dosis erforderlich werden. ! Jod in der Schwangerschaft individuell besprechen Während Schwangerschaft und Stillzeit verändert sich der Jodbedarf. Gleichzeitig erfordert eine bestehende Autoimmunerkrankung der Schilddrüse eine individuelle Beurteilung. Jodpräparate deshalb nicht eigenständig absetzen oder hochdosiert ergänzen, sondern die passende Versorgung mit der behandelnden Fachperson besprechen. Müde trotz gut eingestellter Schilddrüse? Gerade bei Müdigkeit ist ein Punkt wichtig: Bestehen Beschwerden weiter, obwohl die Schilddrüsenwerte gut eingestellt sind, bedeutet das nicht automatisch, dass mehr Schilddrüsenhormon benötigt wird. Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Gewichtsschwankungen oder eine gedrückte Stimmung sind nicht spezifisch für Hashimoto. Deshalb kann es sinnvoll sein, gemeinsam mit einer medizinischen Fachperson auch andere mögliche Ursachen zu betrachten, anstatt die Schilddrüsenmedikation eigenständig zu verändern. Fazit Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, die im Verlauf zu einer Unterfunktion führen kann – aber nicht zwangsläufig von Beginn an dazu führt. Müdigkeit, Frieren und Gewichtszunahme können bei einer Unterfunktion auftreten, sind für sich allein jedoch kein Beweis für eine Schilddrüsenerkrankung. Entscheidend sind eine sorgfältige Diagnose, die Beurteilung der tatsächlichen Schilddrüsenfunktion und – wenn erforderlich – eine individuell eingestellte Behandlung mit regelmässigen Kontrollen. Häufige Fragen zu Hashimoto Kann Hashimoto müde machen? Entwickelt sich durch Hashimoto eine Schilddrüsenunterfunktion, können Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit und Konzentrationsprobleme auftreten. Müdigkeit hat jedoch viele mögliche Ursachen und lässt allein keine Diagnose zu. Bedeutet Hashimoto automatisch eine Schilddrüsenunterfunktion? Nein. Bei Hashimoto kann die Schilddrüsenfunktion zunächst normal sein. Im Verlauf kann sich durch die Schädigung des Schilddrüsengewebes eine Unterfunktion entwickeln. Wie wird Hashimoto festgestellt? Zur Beurteilung gehören Krankengeschichte, Untersuchung und Blutwerte. Besonders wichtig sind TSH und fT4 sowie gegebenenfalls Schilddrüsen-Antikörper wie TPO-Antikörper. Eine Ultraschalluntersuchung kann ergänzend sinnvoll sein. Muss Hashimoto immer mit Schilddrüsenhormonen behandelt werden? Nein. Sind Schilddrüsen-Antikörper vorhanden, die Schilddrüsenwerte aber normal, ist nicht automatisch eine Behandlung mit Schilddrüsenhormon erforderlich. Bei einer behandlungsbedürftigen Unterfunktion wird in der Regel Levothyroxin eingesetzt. Sollte man bei Hashimoto Jod vermeiden? Jod muss nicht grundsätzlich aus der Ernährung gestrichen werden. Sehr hohe Jodmengen und hochdosierte Jodpräparate können bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse jedoch problematisch sein. Nahrungsergänzungsmittel sollten deshalb mit einer medizinischen Fachperson abgesprochen werden. Hilft Selen bei Hashimoto? Selen hat normale Funktionen im Körper und trägt zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei. Daraus folgt jedoch nicht, dass bei Hashimoto grundsätzlich ein Selenpräparat erforderlich ist. Eine Supplementierung sollte individuell beurteilt werden. Muss man bei Hashimoto glutenfrei essen? Für eine glutenfreie Ernährung bei allen Menschen mit Hashimoto gibt es keine allgemeine Empfehlung. Bei einer diagnostizierten Zöliakie ist eine glutenfreie Ernährung dagegen erforderlich. Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Diagnose, Beratung oder Behandlung. Schilddrüsenerkrankungen sowie die Einnahme von Schilddrüsenhormonen, Jod oder Nahrungsergänzungsmitteln sollten individuell mit einer medizinischen Fachperson besprochen werden. Die Inhalte beziehen sich nicht auf Produkte von HAWLIK.  
Fibromyalgie: Wenn Schmerzen mehr als eine Stelle betreffen

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Fibromyalgie: Wenn Schmerzen mehr als eine Stelle betreffen

Schmerzen an vielen Stellen des Körpers, dazu Erschöpfung, schlechter Schlaf und Konzentrationsprobleme – bei Fibromyalgie können ganz unterschiedliche Beschwerden zusammenkommen. Gleichzeitig gibt es keinen einzelnen Blutwert und keine Röntgenaufnahme, mit der sich das Fibromyalgie-Syndrom eindeutig nachweisen lässt. Was steckt hinter der Erkrankung? Warum kann die Diagnose schwierig sein – und weshalb spielen Bewegung, Wissen über die Erkrankung und ein individuell abgestimmter Umgang mit den Beschwerden eine so wichtige Rolle? Fibromyalgie ist mehr als Muskelschmerz Der Begriff Fibromyalgie bedeutet wörtlich etwa «Muskelfaserschmerz». Das Krankheitsbild geht jedoch weit darüber hinaus. Im Zentrum stehen chronische, ausgedehnte Schmerzen in mehreren Körperregionen, die häufig von weiteren Beschwerden begleitet werden. Besonders typisch sind neben den Schmerzen anhaltende Erschöpfung, nicht erholsamer Schlaf und Konzentrations- oder Gedächtnisprobleme. Manche Betroffene beschreiben Letztere als «Fibro Fog» – das Gefühl, geistig weniger klar oder weniger konzentriert zu sein. Ausgedehnte Schmerzen Schmerzen können in verschiedenen Körperregionen auftreten und in ihrer Stärke und Lokalisation schwanken. Erschöpfung Viele Betroffene berichten über ausgeprägte körperliche und geistige Müdigkeit beziehungsweise Fatigue. Schlaf & Konzentration Nicht erholsamer Schlaf sowie Schwierigkeiten mit Konzentration und Aufmerksamkeit gehören häufig zum Beschwerdebild. Darüber hinaus können unter anderem Kopfschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Schwindel oder eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Berührung, Licht, Geräuschen und anderen Reizen vorkommen. Welche Beschwerden auftreten und wie stark sie ausgeprägt sind, unterscheidet sich von Person zu Person. Wenn Schmerz anders verarbeitet wird Die genaue Entstehung der Fibromyalgie ist bis heute nicht vollständig geklärt. Die Forschung beschäftigt sich unter anderem mit Veränderungen der Schmerz- und Reizverarbeitung im Nervensystem. Dabei wird untersucht, weshalb Reize bei Betroffenen anders beziehungsweise stärker wahrgenommen werden können. Vermutlich gibt es nicht den einen Auslöser. Diskutiert wird vielmehr ein Zusammenspiel verschiedener biologischer und psychosozialer Faktoren. Auch eine familiäre beziehungsweise genetische Veranlagung wird untersucht. Wichtig ist dabei: Fibromyalgie ist nicht mit einer klassischen entzündlichen Gelenk- oder Muskelerkrankung gleichzusetzen. Übliche Labor- oder bildgebende Untersuchungen liefern deshalb häufig keine Veränderungen, die die Stärke der Beschwerden erklären. Was Fibromyalgie nicht ist Gerade weil sich die Erkrankung nicht mit einem einzelnen Laborwert oder Röntgenbild nachweisen lässt, bestehen rund um Fibromyalgie noch immer Missverständnisse. «Wenn Blutwerte und Röntgenbilder unauffällig sind, gibt es keine Erkrankung.» Das trifft nicht zu. Für Fibromyalgie gibt es keinen einzelnen spezifischen Labor- oder Bildgebungsbefund. Die Diagnose stützt sich auf das typische Beschwerdebild und eine medizinische Beurteilung. Untersuchungen können gleichzeitig wichtig sein, um andere oder zusätzliche Erkrankungen zu erkennen. «Fibromyalgie ist eine entzündliche Form von Rheuma.» Fibromyalgie wird traditionell häufig im rheumatologischen Umfeld behandelt, ist aber keine klassische entzündlich-rheumatische Erkrankung. Entzündete oder strukturell geschädigte Gelenke erklären das typische Fibromyalgie-Syndrom nicht. «Die Beschwerden sind nur psychisch.» Nein. Fibromyalgie ist keine rein psychische Erkrankung. Psychische Belastungen können – wie bei anderen chronischen Schmerzerkrankungen – Beschwerden und den Umgang damit beeinflussen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Schmerzen eingebildet sind. «Wer Schmerzen hat, sollte sich möglichst wenig bewegen.» Dauerhafte Schonung ist bei Fibromyalgie in der Regel nicht das Ziel. Angepasste körperliche Aktivität und Training gehören zu den wichtigen nicht medikamentösen Behandlungsansätzen. Entscheidend ist, Intensität und Umfang an die individuelle Belastbarkeit anzupassen. Wie wird Fibromyalgie festgestellt? Einen einzelnen Test, der Fibromyalgie eindeutig bestätigt, gibt es nicht. Für die Diagnose werden die Verteilung der Schmerzen und typische Begleitbeschwerden wie Erschöpfung, Schlaf- und Konzentrationsprobleme systematisch erfasst. Dafür können standardisierte Kriterien und Fragebögen eingesetzt werden. Zu den international verwendeten Instrumenten gehören der Widespread Pain Index (WPI), der die Verteilung der Schmerzen erfasst, und die Symptom Severity Scale (SSS), mit der die Ausprägung wichtiger Begleitsymptome beurteilt wird. Gleichzeitig gehören eine ausführliche Krankengeschichte und körperliche Untersuchung zur Abklärung. Je nach Beschwerden können auch Laboruntersuchungen oder weitere Untersuchungen sinnvoll sein, um andere Erkrankungen zu erkennen, die ähnliche Beschwerden verursachen können. Keine reine Ausschlussdiagnose Fibromyalgie wird heute nicht mehr ausschliesslich nach dem Prinzip diagnostiziert, dass zunächst jede andere Erkrankung ausgeschlossen sein muss. Andere Erkrankungen können gleichzeitig bestehen. Entscheidend ist deshalb eine sorgfältige medizinische Beurteilung des gesamten Beschwerdebildes. Behandlung: Meist braucht es mehrere Bausteine Es gibt nicht die eine Behandlung, die für alle Menschen mit Fibromyalgie gleich gut funktioniert. Die Therapie wird deshalb individuell an die Beschwerden, die persönliche Situation und die eigenen Ziele angepasst. Eine wichtige Grundlage ist zunächst, die Erkrankung und den Umgang mit chronischen Schmerzen besser zu verstehen. Diese Aufklärung kann helfen, Beschwerden einzuordnen und gemeinsam mit Fachpersonen realistische Behandlungsziele festzulegen. Zu den zentralen nicht medikamentösen Ansätzen gehört angepasste körperliche Aktivität. Regelmässiges Ausdauertraining kann ebenso eingesetzt werden wie Krafttraining oder Bewegung im Wasser. Wichtig ist ein Niveau, das zur individuellen Belastbarkeit passt und gegebenenfalls schrittweise aufgebaut wird. Je nach Situation können auch psychologische Verfahren, insbesondere verhaltenstherapeutische Ansätze, sowie Entspannungs- und Stressbewältigungsverfahren Bestandteil der Behandlung sein. Dabei geht es nicht darum, die Beschwerden als «psychisch» zu erklären, sondern Strategien für den Umgang mit chronischen Schmerzen, Belastungen und deren Auswirkungen auf den Alltag zu entwickeln. Medikamente können bei bestimmten Beschwerden ebenfalls eingesetzt werden. Welche Behandlung infrage kommt, muss individuell ärztlich entschieden werden. Eine medikamentöse Therapie ist dabei in der Regel nur ein möglicher Bestandteil eines umfassenderen Behandlungskonzepts. Zwischen Aktivität und Erholung die eigene Balance finden Fibromyalgie kann von Tag zu Tag unterschiedlich verlaufen. An guten Tagen möglichst alles nachholen zu wollen und danach längere Zeit erschöpft zu sein, kann den Alltag zusätzlich erschweren. Beim sogenannten Pacing geht es darum, Aktivitäten und Erholungsphasen bewusster einzuteilen und die persönliche Belastbarkeit zu berücksichtigen. Das bedeutet nicht, Aktivität grundsätzlich zu vermeiden. Vielmehr soll ein möglichst nachhaltiger Umgang mit den verfügbaren Kräften gefunden werden. Auch ein Symptom- oder Schmerztagebuch kann zeitweise hilfreich sein, um Zusammenhänge zwischen Aktivität, Schlaf, Belastungen und Beschwerden besser zu erkennen. Ziel ist nicht, jede Schwankung zu kontrollieren, sondern Muster sichtbar zu machen, die bei der individuellen Behandlung hilfreich sein können. Wenn neue Beschwerden dazukommen Eine bestehende Fibromyalgie bedeutet nicht, dass jedes neu auftretende Symptom automatisch darauf zurückzuführen ist. Auch Menschen mit Fibromyalgie können andere Erkrankungen entwickeln. ! Neue oder ungewöhnliche Beschwerden abklären lassen Neu auftretende Gelenkschwellungen, Fieber, ungeklärter Gewichtsverlust, deutliche Muskelschwäche oder neue neurologische Beschwerden sollten nicht vorschnell der Fibromyalgie zugeschrieben, sondern medizinisch beurteilt werden. Fazit Fibromyalgie ist ein komplexes chronisches Schmerzsyndrom, bei dem neben ausgedehnten Schmerzen häufig Erschöpfung, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme auftreten. Dass sich die Beschwerden nicht mit einem einzelnen Laborwert oder Röntgenbild erklären lassen, macht sie nicht weniger real. Eine sorgfältige Diagnose, Wissen über die Erkrankung und ein individuell abgestimmtes Behandlungskonzept mit verschiedenen Bausteinen können dabei helfen, besser mit den Beschwerden umzugehen und die Lebensqualität zu verbessern. Häufige Fragen zu Fibromyalgie Ist Fibromyalgie eine rheumatische Erkrankung? Fibromyalgie wird traditionell häufig im rheumatologischen Umfeld eingeordnet und behandelt, ist jedoch keine klassische entzündlich-rheumatische Erkrankung. Im Vordergrund stehen chronische Schmerzen und weitere Beschwerden wie Erschöpfung, Schlaf- und Konzentrationsprobleme. Kann man Fibromyalgie im Blut feststellen? Nein. Es gibt derzeit keinen spezifischen Blutwert, der Fibromyalgie eindeutig nachweist. Laboruntersuchungen können jedoch je nach Situation wichtig sein, um Hinweise auf andere Erkrankungen zu finden. Ist Fibromyalgie eine psychische Erkrankung? Nein. Fibromyalgie ist keine rein psychische Erkrankung. Psychische und soziale Faktoren können bei chronischen Schmerzen dennoch eine Rolle spielen und den Umgang mit den Beschwerden beeinflussen. Ist Bewegung bei Fibromyalgie sinnvoll? Angepasste körperliche Aktivität und Training gehören zu den wichtigen nicht medikamentösen Behandlungsansätzen. Art, Intensität und Umfang sollten an die individuelle Belastbarkeit angepasst und bei Bedarf mit medizinischen oder physiotherapeutischen Fachpersonen abgestimmt werden. Ist Fibromyalgie heilbar? Eine ursächliche Heilbehandlung steht derzeit nicht zur Verfügung. Verschiedene Behandlungsansätze können jedoch dazu beitragen, Beschwerden zu lindern, den Umgang mit der Erkrankung zu verbessern und die Lebensqualität zu unterstützen. Können neben Fibromyalgie andere Erkrankungen bestehen? Ja. Fibromyalgie kann gleichzeitig mit anderen Erkrankungen auftreten. Neue oder ungewöhnliche Beschwerden sollten deshalb nicht automatisch der Fibromyalgie zugeschrieben werden. Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Diagnose, Beratung oder Behandlung. Fibromyalgie und andere chronische Schmerzsyndrome sollten medizinisch abgeklärt und individuell behandelt werden. Die Inhalte beziehen sich nicht auf Produkte von HAWLIK.  
Mikronährstoffe: Warum mehr nicht automatisch besser ist

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Mikronährstoffe: Warum mehr nicht automatisch besser ist

Wir brauchen sie nur in winzigen Mengen – und trotzdem läuft ohne sie im Körper vieles nicht rund. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind an zahlreichen normalen Körperfunktionen beteiligt. Unser Körper benötigt davon deutlich weniger als von Kohlenhydraten, Fetten oder Eiweissen. Deshalb werden sie als Mikronährstoffe bezeichnet. Doch braucht man dafür Nahrungsergänzungsmittel? Kann man Vitamine überhaupt überdosieren? Und ist mehr automatisch besser? Ein Blick auf Mikronährstoffe zeigt, warum es vor allem auf eine bedarfsgerechte Versorgung ankommt. Mikronährstoffe: klein in der Menge, vielfältig in ihren Aufgaben Mikronährstoffe liefern im Gegensatz zu Kohlenhydraten, Fetten und Eiweissen keine Energie. Trotzdem benötigt der Körper sie für zahlreiche Stoffwechselvorgänge und normale Körperfunktionen. Vitamine Organische Verbindungen, die der Körper nicht oder nicht immer in ausreichender Menge selbst bilden kann. Unterschieden werden fettlösliche Vitamine A, D, E und K sowie wasserlösliche Vitamine wie Vitamin C und die B-Vitamine. Mineralstoffe Anorganische Nährstoffe. Zu den Mengenelementen gehören beispielsweise Calcium, Magnesium, Kalium und Natrium. Spurenelemente Mineralstoffe, die der Körper nur in vergleichsweise kleinen Mengen benötigt. Dazu zählen beispielsweise Eisen, Zink, Jod und Selen. Wie viel wir von einem bestimmten Mikronährstoff benötigen, ist nicht für alle Menschen gleich. Alter und Lebensphase spielen dabei ebenso eine Rolle wie beispielsweise eine Schwangerschaft. Schweizer Referenzwerte dienen deshalb als Orientierung für die Nährstoffzufuhr verschiedener Bevölkerungsgruppen. Sechs Mikronährstoffe etwas genauer betrachtet Jeder Mikronährstoff erfüllt eigene Aufgaben. Die folgenden Beispiele zeigen, wie unterschiedlich diese sein können – und dass Lebensmittel häufig mehrere Nährstoffe gleichzeitig liefern. Vitamin D Trägt zur Erhaltung normaler Knochen und zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Vitamin D kann unter dem Einfluss von UVB-Strahlung in der Haut gebildet werden. Lebensmittel liefern meist nur begrenzte Mengen; zu den Quellen gehören unter anderem fettreiche Fische, Eigelb und bestimmte Pilze. Vitamin B12 Trägt zu einer normalen Bildung roter Blutkörperchen und zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei. Vitamin B12 kommt natürlicherweise vor allem in Lebensmitteln tierischen Ursprungs vor. Vitamin C Trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Gute Lebensmittelquellen sind verschiedene Gemüse- und Früchtesorten, beispielsweise Peperoni, Beeren, Kohl oder Zitrusfrüchte. Eisen Trägt zur normalen Bildung roter Blutkörperchen und Hämoglobin sowie zu einem normalen Sauerstofftransport im Körper bei. Eisen findet sich beispielsweise in Fleisch, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Magnesium Trägt unter anderem zu einer normalen Muskelfunktion und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Magnesium ist beispielsweise in Nüssen, Samen, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten enthalten. Jod Trägt zu einer normalen Produktion von Schilddrüsenhormonen und zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei. In der Schweiz spielt jodiertes Speisesalz eine wichtige Rolle bei der Jodversorgung. Wie kommt Vielfalt auf den Teller? Für gesunde Erwachsene ist eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung die Grundlage der Mikronährstoffversorgung. Dabei geht es weniger darum, einzelne vermeintliche «Superfoods» zu suchen, sondern unterschiedliche Lebensmittelgruppen regelmässig miteinander zu kombinieren. Orientierung bieten die Schweizer Ernährungsempfehlungen und die Lebensmittelpyramide. Gemüse und Früchte, Vollkornprodukte, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen sowie weitere Proteinquellen und pflanzliche Öle tragen gemeinsam zu einer vielfältigen Ernährung bei. Auch die Lagerung und Zubereitung kann den Gehalt einzelner Vitamine beeinflussen. Manche Vitamine reagieren empfindlich auf Licht, Sauerstoff oder längeres Erhitzen. Gemüse muss deshalb aber keineswegs grundsätzlich roh gegessen werden: Abwechslung zwischen rohen und schonend zubereiteten Lebensmitteln ist eine einfache Möglichkeit, Vielfalt in den Speiseplan zu bringen. Nicht jeder Mensch braucht gleich viel Referenzwerte sind Orientierungswerte für bestimmte Bevölkerungsgruppen und nicht die exakt benötigte Menge jedes einzelnen Menschen. Alter, Geschlecht und Lebensphase können den individuellen Nährstoffbedarf beeinflussen. Wann Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein können Für gesunde Menschen, die sich abwechslungsreich und ausgewogen ernähren, sind Nahrungsergänzungsmittel in der Regel nicht notwendig. Es gibt jedoch Lebensphasen und Ernährungsformen, in denen bestimmte Nährstoffe besondere Aufmerksamkeit verdienen. In der Schweiz bestehen beispielsweise konkrete Empfehlungen für bestimmte Bevölkerungsgruppen. Frauen mit Kinderwunsch und Schwangeren werden Folsäure sowie Nahrungsergänzungspräparate mit Jod empfohlen. Für Säuglinge und Kinder bis zum dritten Geburtstag sowie für Menschen ab 60 Jahren bestehen Empfehlungen zur Vitamin-D-Ergänzung. Menschen, die sich vegan ernähren, müssen auf eine zuverlässige Vitamin-B12-Versorgung achten. Darüber hinaus können individuelle Situationen eine gezielte Ergänzung erforderlich machen. Ob und in welcher Menge ein bestimmter Nährstoff ergänzt werden sollte, hängt jedoch von der persönlichen Situation ab und sollte bei Unsicherheit mit einer medizinischen oder ernährungsmedizinischen Fachperson besprochen werden. Mehr ist bei Mikronährstoffen nicht automatisch besser Vitamine und Mineralstoffe werden häufig mit Gesundheit verbunden. Daraus entsteht leicht der Eindruck, eine höhere Menge müsse auch einen grösseren Nutzen bringen. So funktioniert die Nährstoffversorgung jedoch nicht. Nahrungsergänzungsmittel enthalten Nährstoffe in konzentrierter Form. Werden mehrere Produkte gleichzeitig eingenommen, können sich die enthaltenen Mengen addieren. Dadurch kann die Gesamtzufuhr deutlich höher ausfallen als auf den ersten Blick vermutet. Für verschiedene Vitamine und Mineralstoffe bestehen deshalb Höchstmengen beziehungsweise obere Aufnahmemengen. Besonders bei hoch dosierten Präparaten ist es sinnvoll, die Zusammensetzung und die empfohlene Tagesdosis zu beachten. ! Supplemente nicht wahllos kombinieren Wer mehrere Nahrungsergänzungsmittel gleichzeitig verwendet, sollte auf Überschneidungen achten. Derselbe Nährstoff kann beispielsweise in einem Multivitaminpräparat und zusätzlich in einem Einzelpräparat enthalten sein. Auch mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten sollten berücksichtigt werden. Mikronährstoff-Mythen aufgeklärt «Vitamine sind immer gesund» oder «Was der Körper nicht braucht, scheidet er einfach wieder aus» – rund um Mikronährstoffe halten sich einige Aussagen hartnäckig. Ein kurzer Faktencheck. Mythos 1: «Je mehr Vitamine, desto besser.» Nein. Der Körper benötigt Mikronährstoffe in bestimmten Mengen. Eine höhere Zufuhr bedeutet nicht automatisch einen zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen. Bei einigen Nährstoffen können sehr hohe Mengen sogar unerwünschte Wirkungen haben. Mythos 2: «Wasserlösliche Vitamine kann man nicht überdosieren.» Dass wasserlösliche Vitamine nicht in gleichem Mass gespeichert werden wie fettlösliche Vitamine, bedeutet nicht, dass beliebig hohe Mengen unproblematisch sind. Auch für einzelne wasserlösliche Vitamine können sehr hohe Dosierungen unerwünschte Wirkungen haben. Mythos 3: «Zur Sicherheit sollte jeder ein Multivitaminpräparat nehmen.» Für gesunde Personen mit abwechslungsreicher und ausgewogener Ernährung sind Nahrungsergänzungsmittel in der Regel nicht notwendig. Bestimmte Bevölkerungsgruppen haben jedoch besondere Empfehlungen für einzelne Nährstoffe. Entscheidend ist deshalb die individuelle Situation – nicht das Prinzip «vorsorglich möglichst viel». Mythos 4: «Ein Bluttest zeigt einfach, ob mir irgendwelche Vitamine fehlen.» So pauschal funktioniert die Beurteilung der Nährstoffversorgung nicht. Welche Laborwerte sinnvoll sind und wie sie interpretiert werden, hängt vom jeweiligen Nährstoff und von der individuellen Situation ab. Bei einem konkreten Verdacht sollte deshalb medizinisch entschieden werden, welche Untersuchungen tatsächlich sinnvoll sind. Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel – keine Arzneimittel Rechtlich gehören Nahrungsergänzungsmittel in der Schweiz zu den Lebensmitteln. Sie sollen die normale Ernährung mit Vitaminen, Mineralstoffen oder anderen Stoffen mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung ergänzen. Sie sind nicht zur Vorbeugung oder Behandlung von Krankheiten bestimmt. Auch zugelassene gesundheitsbezogene Aussagen zu einzelnen Nährstoffen beschreiben normale physiologische Funktionen – beispielsweise, dass Vitamin D zur Erhaltung normaler Knochen beiträgt. Daraus darf keine Behandlung oder Vorbeugung einer Krankheit abgeleitet werden. Fazit Mikronährstoffe werden zwar nur in kleinen Mengen benötigt, erfüllen aber zahlreiche wichtige Aufgaben im Körper. Für die meisten gesunden Menschen bildet eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung die Grundlage einer guten Versorgung. Nahrungsergänzungsmittel können in bestimmten Lebensphasen oder Ernährungssituationen sinnvoll sein. Entscheidend ist jedoch nicht möglichst viel, sondern die passende Menge des richtigen Nährstoffs. Häufige Fragen zu Mikronährstoffen Was sind Mikronährstoffe? Zu den Mikronährstoffen gehören Vitamine und Mineralstoffe einschliesslich der Spurenelemente. Sie liefern keine Energie, sind aber an zahlreichen normalen Körperfunktionen beteiligt. Was ist der Unterschied zwischen Mineralstoffen und Spurenelementen? Spurenelemente gehören zu den Mineralstoffen. Der Körper benötigt sie jedoch nur in vergleichsweise kleinen Mengen. Dazu gehören beispielsweise Eisen, Zink, Jod und Selen. Welche Vitamine sind fettlöslich? Die Vitamine A, D, E und K sind fettlöslich. Im Gegensatz zu vielen wasserlöslichen Vitaminen können sie im Körper in relevantem Umfang gespeichert werden. Brauche ich Nahrungsergänzungsmittel? Gesunde Menschen mit abwechslungsreicher und ausgewogener Ernährung benötigen in der Regel keine Nahrungsergänzungsmittel. Für bestimmte Bevölkerungsgruppen bestehen jedoch Empfehlungen für einzelne Nährstoffe, beispielsweise für Vitamin B12 bei veganer Ernährung. Kann man zu viele Vitamine oder Mineralstoffe aufnehmen? Ja. Insbesondere durch hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel oder die Kombination mehrerer Präparate kann die Zufuhr einzelner Nährstoffe zu hoch werden. Mehr ist deshalb nicht automatisch besser. Sind Nahrungsergänzungsmittel Arzneimittel? Nein. Nahrungsergänzungsmittel gelten in der Schweiz als Lebensmittel. Sie dienen der Ergänzung der Ernährung und sind nicht zur Vorbeugung oder Behandlung von Krankheiten bestimmt. Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische oder ernährungsmedizinische Beratung. Angaben zu Nährstoffen beziehen sich auf deren normale physiologische Funktionen und nicht auf die Vorbeugung, Behandlung oder Heilung von Krankheiten. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die empfohlene Tagesdosis eines Nahrungsergänzungsmittels sollte nicht überschritten werden.  
Unsere Augen im Dauereinsatz: Was ihnen wirklich guttut

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Unsere Augen im Dauereinsatz: Was ihnen wirklich guttut

Machen Bildschirme die Augen kaputt? Erfahren Sie, was bei trockenen Augen hilft, was die 20-20-20-Regel bringt und welche Augenmythen nicht stimmen.
Haare unter der Lupe: Was ihnen guttut – und was wirklich hinter Haarausfall steckt

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Haare unter der Lupe: Was ihnen guttut – und was wirklich hinter Haarausfall steckt

Glänzend, voll und kräftig – so wünschen sich viele ihr Haar. Doch was wir oberhalb der Kopfhaut sehen, erzählt nur einen Teil der Geschichte. Haare wachsen in einem eigenen Rhythmus, reagieren auf innere und äussere Einflüsse und können durch Hitze, Färben oder mechanische Belastung sichtbar strapaziert werden. Und dann sind da noch die Haare in Bürste und Dusche: Wie viel Haarverlust ist eigentlich normal? Was ist der Unterschied zwischen Haarbruch und Haarausfall – und was stimmt wirklich an bekannten Haarmythen? Haare wachsen nicht einfach immer weiter Jedes Haar entsteht in einem Haarfollikel in der Haut und durchläuft einen eigenen Zyklus. Deshalb wachsen nicht alle Haare gleichzeitig – während sich ein Haar in seiner Wachstumsphase befindet, kann ein anderes bereits in die Ruhephase übergehen. Wachstumsphase Das Haar wächst. Diese Phase kann bei Kopfhaaren mehrere Jahre dauern. Übergangsphase Das aktive Wachstum endet und der Haarfollikel verändert sich. Ruhe- und Ausfallphase Das alte Haar wird schliesslich abgestossen und der Haarzyklus beginnt erneut. Weil sich unsere Haare gleichzeitig in unterschiedlichen Phasen befinden, gehört täglicher Haarverlust dazu. Als grobe Orientierung werden häufig etwa 50 bis 100 Haare pro Tag genannt. Die tatsächlich wahrgenommene Menge kann allerdings schwanken – beispielsweise fällt nach einigen Tagen ohne Haarwäsche beim Waschen mehr auf einmal auf. Haarbruch oder Haarausfall? Ein wichtiger Unterschied Nicht jedes Haar, das plötzlich kürzer oder dünner erscheint, ist an der Wurzel ausgefallen. Bei Haarbruch bricht der sichtbare Haarschaft. Das kann dazu führen, dass die Haare unterschiedlich lang wirken, sich trocken oder spröde anfühlen und vermehrt Spliss zeigen. Bei Haarausfall geht dagegen das gesamte Haar verloren. Werden insgesamt weniger Haare nachgebildet oder fallen deutlich mehr aus, kann das Haar sichtbar dünner werden oder es können kahle Bereiche entstehen. Warum dieser Unterschied wichtig ist Eine Haarkur kann die Oberfläche strapazierter Haare pflegen und das Haar geschmeidiger erscheinen lassen. Die Ursache eines echten Haarausfalls lässt sich damit jedoch nicht automatisch beheben. Bei auffälligem Haarausfall ist deshalb entscheidend, zunächst die Ursache zu kennen. Was unsere Haare strapaziert Der sichtbare Teil des Haares besteht überwiegend aus Keratin. Seine äussere Schuppenschicht schützt die darunterliegenden Strukturen. Wird diese Oberfläche wiederholt geschädigt, kann das Haar zunehmend rau, glanzlos und bruchanfällig werden. Hohe Temperaturen beim Föhnen, Glätten oder Locken können das Haar ebenso beanspruchen wie Blondieren, Färben, Dauerwellen und andere chemische Behandlungen. Auch häufiges kräftiges Bürsten, Ziehen und Reiben kann Haarbruch begünstigen. Nasses Haar ist je nach Haartyp besonders vorsichtig zu behandeln. Nicht nur der Haarschaft kann mechanisch belastet werden. Sehr straffe Zöpfe, Dutts, Braids oder andere Frisuren, die dauerhaft an den Haaren ziehen, können auch die Haarfollikel belasten. Hält dieser Zug über längere Zeit an, kann daraus eine sogenannte Traktionsalopezie entstehen. Haarpflege: Oft ist weniger mehr Gute Haarpflege muss nicht aus möglichst vielen Produkten bestehen. Entscheidend ist vielmehr, das Haar passend zu seiner Struktur und zum Zustand der Kopfhaut zu behandeln. Shampoo wird in erster Linie benötigt, um Kopfhaut und Haaransatz zu reinigen. Beim Ausspülen gelangt es ohnehin durch die Längen. Conditioner oder eine geeignete Pflege können insbesondere längeres oder trockenes Haar geschmeidiger machen und das Entwirren erleichtern. Wer regelmässig föhnt, glättet oder einen Lockenstab verwendet, kann die Belastung reduzieren, indem die Temperatur möglichst niedrig gewählt und Hitze nicht länger als nötig eingesetzt wird. Auch beim Bürsten gilt: lieber vorsichtig entwirren als kräftig ziehen. Haarbewusst durch den Alltag Shampoo vor allem sanft in die Kopfhaut einmassieren nasses Haar vorsichtig behandeln und nicht kräftig trockenrubbeln Hitze möglichst reduzieren chemische Behandlungen nicht unnötig häufig durchführen beim Bürsten und Entwirren nicht stark am Haar ziehen sehr straffe Frisuren nicht dauerhaft tragen Haare brauchen auch Nährstoffe Haarwachstum findet im Körper statt – entsprechend gehört auch eine ausreichende Versorgung mit Energie und Nährstoffen zum Gesamtbild. Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung ist dafür die Grundlage. Für einige Nährstoffe bestehen anerkannte gesundheitsbezogene Angaben: Biotin, Zink und Selen tragen zur Erhaltung normaler Haare bei. Diese Aussage bedeutet jedoch nicht, dass eine zusätzliche Einnahme automatisch zu schnellerem oder dichterem Haarwachstum führt. Auch ein Nährstoffmangel kann bei Haarausfall eine Rolle spielen. Deshalb ist es insbesondere bei auffälligem Haarverlust sinnvoller, mögliche Ursachen medizinisch abzuklären, statt auf Verdacht verschiedene hoch dosierte Präparate einzunehmen. Haarmythen aufgeklärt Rund um Haarwachstum und Haarpflege gibt es erstaunlich viele Regeln, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Nicht alle halten einem Faktencheck stand. Mythos 1: «Wenn ich die Spitzen regelmässig schneide, wachsen meine Haare schneller.» Haare wachsen an der Haarwurzel in der Kopfhaut – nicht an den Spitzen. Das Schneiden verändert deshalb die Wachstumsgeschwindigkeit an der Wurzel nicht. Frisch geschnittene Spitzen können das Haar allerdings voller und gepflegter erscheinen lassen und entfernen bereits gespaltene oder stark strapazierte Enden. Mythos 2: «100 Bürstenstriche am Tag machen die Haare kräftiger.» Viel Bürsten macht Haare nicht kräftiger. Im Gegenteil: Unnötig häufiges Bürsten und starkes Ziehen können den Haarschaft mechanisch belasten und Haarbruch begünstigen. Entwirren Sie das Haar lieber so oft wie nötig und so sanft wie möglich. Mythos 3: «Viele Haare in der Dusche bedeuten automatisch Haarausfall.» Nicht unbedingt. Haare werden laufend abgestossen. Wer seine Haare beispielsweise nicht täglich wäscht oder bürstet, sieht beim nächsten Waschen häufig mehrere bereits gelöste Haare auf einmal. Auffälliges Ausdünnen, kahle Stellen oder über längere Zeit deutlich stärkerer Haarverlust sollten dagegen abgeklärt werden. Mythos 4: «Ein spezielles Shampoo kann jeden Haarausfall stoppen.» Haarausfall hat viele mögliche Ursachen. Ein Shampoo kann Haare und Kopfhaut reinigen und je nach Produkt pflegen, beseitigt aber nicht automatisch die Ursache eines Haarausfalls. Bei auffälligem Haarverlust ist deshalb eine passende Diagnose wichtiger als ein Produktversprechen. Warum fallen plötzlich mehr Haare aus? Haarausfall ist keine einzelne Erkrankung, sondern kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Eine häufige Form ist erblich bedingter Haarverlust. Daneben können beispielsweise bestimmte Erkrankungen, hormonelle Veränderungen, Medikamente oder eine unzureichende Versorgung mit bestimmten Nährstoffen eine Rolle spielen. Nach einer Geburt, einer Erkrankung mit hohem Fieber, einer Operation oder einer ausgeprägten körperlichen oder psychischen Belastung kann es ausserdem zeitversetzt zu verstärktem Haarausfall kommen. Dabei können mehr Haare als üblich gleichzeitig in die Ruhe- und anschliessende Ausfallphase wechseln. Auch Veränderungen der Schilddrüsenfunktion oder ein Eisenmangel gehören zu den möglichen medizinischen Zusammenhängen. Welche Ursache im Einzelfall vorliegt, lässt sich jedoch nicht anhand der ausgefallenen Haare allein feststellen. Wann sollte Haarausfall abgeklärt werden? Ein paar zusätzliche Haare in der Bürste sind noch kein Grund zur Sorge. Wenn sich die Haardichte jedoch sichtbar verändert, der Haarverlust ungewöhnlich stark erscheint oder kahle Stellen entstehen, ist eine ärztliche beziehungsweise dermatologische Abklärung sinnvoll. ! Bitte ärztlich abklären lassen Plötzlich auftretender oder anhaltend auffälliger Haarverlust, deutlich dünner werdendes Haar, kreisrunde oder andere kahle Stellen sowie Veränderungen der Kopfhaut sollten medizinisch beurteilt werden. Auch zusätzliche Beschwerden können wichtige Hinweise auf die Ursache liefern. Fazit Haare durchlaufen von Natur aus einen Wachstumszyklus – deshalb gehören ausgefallene Haare zum Alltag. Gleichzeitig lohnt es sich, zwischen Haarbruch, normalem Haarwechsel und tatsächlichem Haarausfall zu unterscheiden. Schonende Pflege kann dabei helfen, unnötige Schäden am Haar zu vermeiden. Wenn die Haare dagegen auffällig dünner werden oder vermehrt ausfallen, ist die Suche nach der Ursache wichtiger als das nächste vermeintliche Wundermittel. Häufige Fragen rund um Haare und Haarausfall Wie viele Haare verliert man am Tag? Als grobe Orientierung werden häufig etwa 50 bis 100 Haare täglich genannt. Entscheidend ist weniger das Zählen einzelner Haare als eine auffällige Veränderung gegenüber dem persönlichen Normalzustand, beispielsweise sichtbar dünner werdendes Haar oder kahle Stellen. Woran erkenne ich Haarbruch? Bei Haarbruch bricht der Haarschaft, sodass unterschiedlich lange Haare entstehen können. Das Haar kann gleichzeitig trocken, rau oder splissig wirken. Bei Haarausfall löst sich dagegen das gesamte Haar. Wachsen Haare schneller, wenn man sie häufig schneidet? Nein. Haare wachsen aus den Haarfollikeln in der Kopfhaut. Das Schneiden der Spitzen beeinflusst die Wachstumsgeschwindigkeit an der Haarwurzel nicht. Es kann jedoch strapazierte Spitzen entfernen und das Haar gepflegter erscheinen lassen. Kann Stress zu vermehrtem Haarausfall führen? Ausgeprägte körperliche oder psychische Belastungen können mit zeitversetzt auftretendem verstärktem Haarverlust verbunden sein. Da Haarausfall viele mögliche Ursachen hat, sollte auffälliger oder anhaltender Haarverlust jedoch medizinisch abgeklärt werden. Welche Nährstoffe tragen zur Erhaltung normaler Haare bei? Biotin, Zink und Selen tragen zur Erhaltung normaler Haare bei. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass eine zusätzliche Einnahme bei ausreichender Versorgung das Haar schneller wachsen lässt oder Haarausfall behandelt. Wann sollte ich mit Haarausfall zum Arzt? Eine Abklärung ist insbesondere bei plötzlich auftretendem oder anhaltend auffälligem Haarverlust, sichtbar dünner werdendem Haar, kahlen Stellen oder begleitenden Veränderungen der Kopfhaut sinnvoll. Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Diagnose, Beratung oder Behandlung. Angaben zu Nährstoffen beziehen sich auf deren normale physiologische Funktionen und nicht auf die Vorbeugung, Behandlung oder Heilung von Haarausfall oder anderen Erkrankungen. Bei auffälligem oder anhaltendem Haarverlust wenden Sie sich bitte an eine medizinische Fachperson.  
Unsere Haut kann mehr, als man ihr ansieht

Wissen rund um Vitalpilze & Ernährung

Unsere Haut kann mehr, als man ihr ansieht

Sie schützt, fühlt, reguliert und erneuert sich ständig – und trotzdem nehmen wir unsere Haut oft erst wahr, wenn sie spannt, juckt oder sich verändert. Als grösstes Organ des menschlichen Körpers bildet sie die Grenze zwischen unserem Körper und der Aussenwelt und übernimmt dabei erstaunlich viele Aufgaben. Doch was macht unsere Haut eigentlich so widerstandsfähig? Warum wird sie manchmal trocken oder empfindlich – und welche Faktoren beeinflussen, wie sie aussieht und sich anfühlt? Drei Schichten, ein starkes Team Was wir von unserer Haut sehen, ist nur ihre äusserste Schicht. Tatsächlich besteht sie aus mehreren Ebenen, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen und eng zusammenarbeiten. Oberhaut (Epidermis) Die äusserste Hautschicht erneuert sich fortlaufend. Ihre Hornschicht bildet eine wichtige Barriere zwischen Körper und Umwelt. Lederhaut (Dermis) Hier befinden sich unter anderem Kollagen- und elastische Fasern, Blutgefässe, Nerven, Haarfollikel sowie Schweiss- und Talgdrüsen. Unterhaut (Subkutis) Sie besteht zu einem grossen Teil aus Fett- und Bindegewebe, polstert den Körper, isoliert gegen Kälte und dient als Energiespeicher. Unsere persönliche Schutzschicht Jeden Tag kommt unsere Haut mit Wasser, Kleidung, Sonnenlicht, Kälte, Wärme und zahlreichen Stoffen aus unserer Umgebung in Kontakt. Gleichzeitig hilft sie dabei, den Körper vor äusseren Einflüssen und übermässigem Wasserverlust zu schützen. Einen wichtigen Anteil daran hat die Hautbarriere. Vereinfacht kann man sie sich wie eine Mauer vorstellen: Hornzellen bilden die «Bausteine», Hautlipide füllen die Zwischenräume. Gemeinsam erschweren sie das Eindringen unerwünschter Stoffe und verhindern, dass zu viel Wasser über die Haut verloren geht. Wird diese Barriere beeinträchtigt, kann sich das beispielsweise durch trockene, raue, spannende oder empfindliche Haut bemerkbar machen. Die Haut kann noch mehr Über Nervenenden nehmen wir Berührung, Druck, Temperatur und Schmerz wahr. Schweissproduktion und Veränderungen der Hautdurchblutung helfen bei der Regulation der Körpertemperatur. Unter dem Einfluss von UVB-Strahlung kann in der Haut zudem Vitamin D gebildet werden. Warum verändert sich unsere Haut? Keine Haut bleibt ein Leben lang gleich. Veranlagung, Alter und hormonelle Veränderungen beeinflussen unter anderem Feuchtigkeit, Fettproduktion, Elastizität und Aussehen der Haut. Gleichzeitig hinterlässt auch unsere Umwelt Spuren. Besonders bedeutsam ist dabei die UV-Strahlung. Wiederholte UV-Belastung trägt zur vorzeitigen Hautalterung bei und erhöht das Risiko für Hautkrebs. Auch Rauchen kann die sichtbare Hautalterung begünstigen. Wie schnell sich Veränderungen zeigen, ist individuell. Falten, Pigmentveränderungen oder trockenere Haut gehören deshalb nicht allein zu einem bestimmten Lebensalter, sondern entstehen aus einem Zusammenspiel verschiedener innerer und äusserer Faktoren. Sonnenschutz: Was bedeutet der Lichtschutzfaktor eigentlich? Beim Sonnenschutz denken viele zuerst an Sonnencreme. Sie ist wichtig – aber nur ein Teil des Schutzes. Schatten und Kleidung helfen dabei, die UV-Belastung der Haut zu reduzieren. Auf unbedeckten Hautstellen ergänzt ein geeignetes Sonnenschutzmittel den Schutz. Auf der Verpackung begegnet uns dabei der Lichtschutzfaktor, kurz LSF oder SPF. Er beschreibt vor allem den Schutz vor UVB-Strahlung, die wesentlich an der Entstehung von Sonnenbrand beteiligt ist. Ein höherer Lichtschutzfaktor bietet einen höheren Schutz – allerdings nur, wenn das Produkt ausreichend und korrekt aufgetragen wird. UVA UVA-Strahlung dringt tiefer in die Haut ein und trägt unter anderem zur vorzeitigen Hautalterung bei. Sie ist auch an der Entstehung von Hautkrebs beteiligt. UVB UVB-Strahlung wirkt vor allem in den oberflächlicheren Hautschichten und ist wesentlich an der Entstehung von Sonnenbrand beteiligt. Auch sie kann das Erbgut der Hautzellen schädigen. Deshalb sollte ein Sonnenschutzmittel sowohl vor UVA- als auch vor UVB-Strahlung schützen. Für unbedeckte Haut empfiehlt die Krebsliga Schweiz ein Sonnenschutzmittel mit mindestens LSF 30. Ein höherer Lichtschutzfaktor kann insbesondere bei starker UV-Belastung sinnvoll sein. Entscheidend ist ausserdem die Menge. Wird Sonnencreme zu sparsam aufgetragen, wird der angegebene Schutz nicht erreicht. Ohren, Nase, Nacken, Schultern, Fussrücken und andere leicht vergessene Stellen sollten ebenfalls geschützt werden. Gut zu wissen Ein hoher Lichtschutzfaktor ist kein Freipass für einen unbegrenzt langen Aufenthalt in der Sonne. Nachcremen ist wichtig – besonders nach dem Baden, Schwitzen oder Abtrocknen. Es verlängert die mögliche Aufenthaltsdauer in der Sonne jedoch nicht beliebig. Wie intensiv die UV-Strahlung an einem bestimmten Tag ist, zeigt der UV-Index. Je höher der Wert, desto stärker ist die UV-Strahlung und desto wichtiger sind geeignete Schutzmassnahmen. Dabei sollte man sich nicht allein von der Temperatur täuschen lassen: Auch an kühleren oder bewölkten Tagen kann UV-Strahlung relevant sein. Sonnenmythen aufgeklärt Rund um Sonne, Bräune und Sonnenschutz halten sich einige Vorstellungen hartnäckig. Zeit für einen kurzen Faktencheck. Mythos 1: «Wenn ich schon braun bin, verbrenne ich mich nicht mehr.» Gebräunte Haut besitzt zwar einen gewissen natürlichen Eigenschutz, dieser ist jedoch begrenzt. Auch bereits gebräunte Haut kann einen Sonnenbrand bekommen. Die Bräunung entsteht als Reaktion der Haut auf UV-Strahlung und macht weitere UV-Belastung nicht ungefährlich. Sonnenschutz bleibt deshalb auch bei gebräunter Haut wichtig. Mythos 2: «Im Schatten brauche ich keinen Sonnenschutz.» Schatten reduziert die UV-Belastung, schützt aber nicht vollständig. UV-Strahlung kann gestreut und beispielsweise von Wasser, Sand oder anderen Oberflächen reflektiert werden. Je nach Situation sind deshalb auch im Schatten weitere Schutzmassnahmen sinnvoll. Mythos 3: «Bei Wolken kann ich keinen Sonnenbrand bekommen.» Auch bei bewölktem Himmel erreicht UV-Strahlung die Erdoberfläche. Wolken können die Belastung zwar verändern, bieten aber keinen zuverlässigen Schutz. Eine bessere Orientierung als der Blick zum Himmel bietet der aktuelle UV-Index. Mythos 4: «Mit LSF 50 kann ich den ganzen Tag in der Sonne bleiben.» Auch ein hoher Lichtschutzfaktor bietet keinen vollständigen Schutz. Zudem wird der angegebene Schutz nur erreicht, wenn genügend Sonnenschutzmittel gleichmässig aufgetragen wird. Nachcremen ist beispielsweise nach dem Baden, Schwitzen oder Abtrocknen wichtig – verlängert die mögliche Aufenthaltsdauer in der Sonne aber nicht beliebig. Was der Haut im Alltag guttut Hautpflege muss nicht kompliziert sein. Gerade empfindliche oder trockene Haut profitiert häufig von einer sanften Reinigung. Sehr heisses Wasser und stark entfettende Produkte können die Haut zusätzlich beanspruchen. Bei trockener Haut kann eine geeignete rückfettende oder feuchtigkeitsspendende Pflege helfen, die Haut geschmeidig zu halten. Auch der allgemeine Lebensstil gehört zum Gesamtbild. Eine abwechslungsreiche Ernährung versorgt den Körper mit zahlreichen Nährstoffen. Für einige davon bestehen anerkannte Zusammenhänge mit der Haut: Unter anderem Biotin, Niacin, Riboflavin, Vitamin A und Zink tragen zur Erhaltung normaler Haut bei. Diese Nährstoffe kommen natürlicherweise in unterschiedlichen Lebensmitteln vor. Eine einzelne «Hautnahrung» gibt es daher nicht – entscheidend ist vielmehr eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung. Hautbewusst durch den Alltag die Haut vor übermässiger UV-Strahlung schützen Schatten und Kleidung als Sonnenschutz nutzen unbedeckte Haut mit geeignetem Sonnenschutzmittel schützen die Haut sanft und passend zum Hauttyp reinigen trockene Haut bei Bedarf mit geeigneter Pflege unterstützen nicht rauchen auf eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung achten Wenn sich die Haut plötzlich verändert Unsere Haut verändert sich ständig und viele Veränderungen sind harmlos. Trotzdem lohnt es sich, die eigene Haut zu kennen und auf neue oder ungewöhnliche Veränderungen zu achten. Besonders Pigmentmale, die sich in Grösse, Form oder Farbe verändern, sowie Hautstellen, die wiederholt bluten oder nicht abheilen, sollten ärztlich beurteilt werden. Auch anhaltender starker Juckreiz, wiederkehrende Ausschläge oder deutlich entzündete Haut können Anlass für eine dermatologische Abklärung sein. ! Im Zweifel lieber anschauen lassen Eine Veränderung der Haut lässt sich anhand ihres Aussehens allein nicht immer sicher beurteilen. Neue, auffällige oder sich verändernde Hautstellen sollten deshalb bei Unsicherheit medizinisch abgeklärt werden. Fazit Unsere Haut arbeitet rund um die Uhr: Sie grenzt den Körper von der Umwelt ab, hilft bei der Temperaturregulation und ermöglicht uns, unsere Umgebung zu fühlen. Viel braucht sie dafür im Alltag nicht: einen vernünftigen Umgang mit der Sonne, eine Pflege, die zu ihr passt, und Aufmerksamkeit, wenn sich etwas verändert. Häufige Fragen rund um unsere Haut Was ist die Hautbarriere? Die äusseren Bereiche der Haut bilden eine Barriere zwischen Körper und Umwelt. Besonders die Hornschicht mit ihren Hornzellen und Lipiden hilft dabei, Wasser in der Haut zu halten und das Eindringen äusserer Stoffe zu erschweren. Warum wird die Haut trocken? Trockene Haut kann viele Ursachen haben. Dazu gehören beispielsweise trockene Luft, häufiges Waschen, ungeeignete Reinigungsprodukte, Alter und individuelle Veranlagung. Anhaltend sehr trockene, juckende oder entzündete Haut sollte medizinisch abgeklärt werden. Was ist der Unterschied zwischen LSF 30 und LSF 50? Der Lichtschutzfaktor beschreibt vor allem den Schutz vor UVB-Strahlung. LSF 50 bietet einen höheren Schutz als LSF 30. Entscheidend ist jedoch, dass das Sonnenschutzmittel ausreichend und gleichmässig aufgetragen wird. Auch ein hoher Lichtschutzfaktor ersetzt Schatten und schützende Kleidung nicht. Kann ich auch mit gebräunter Haut einen Sonnenbrand bekommen? Ja. Eine vorhandene Bräune bietet nur einen begrenzten natürlichen Eigenschutz. Auch gebräunte Haut kann durch UV-Strahlung geschädigt werden und einen Sonnenbrand entwickeln. Sonnenschutz bleibt daher weiterhin wichtig. Welche Nährstoffe tragen zur Erhaltung normaler Haut bei? Dazu gehören unter anderem Biotin, Niacin, Riboflavin, Vitamin A und Zink. Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung liefert diese und viele weitere Nährstoffe. Welche Hautveränderungen sollte ich abklären lassen? Neue oder auffällige Hautstellen, sich verändernde Pigmentmale, wiederholt blutende oder nicht abheilende Stellen sowie anhaltender starker Juckreiz oder entzündliche Hautveränderungen sollten bei Unsicherheit medizinisch beurteilt werden. Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Diagnose, Beratung oder Behandlung. Angaben zu Nährstoffen beziehen sich auf deren normale physiologische Funktionen und nicht auf die Vorbeugung, Behandlung oder Heilung von Krankheiten. Bei auffälligen oder anhaltenden Hautveränderungen wenden Sie sich bitte an eine medizinische Fachperson.  
Warum wir schlafen – und was eine gute Nacht wirklich ausmacht

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Warum wir schlafen – und was eine gute Nacht wirklich ausmacht

Rund ein Drittel unseres Lebens verbringen wir schlafend – doch untätig ist unser Körper dabei keineswegs. Während wir schlafen, durchlaufen Gehirn und Körper verschiedene Schlafphasen. Erinnerungen werden verarbeitet, zahlreiche körperliche Prozesse laufen weiter und wir schaffen die Voraussetzungen dafür, am nächsten Tag wieder wach und leistungsfähig zu sein. Aber wie viel Schlaf brauchen wir eigentlich? Was passiert während einer Nacht – und warum kann man acht Stunden im Bett liegen und sich morgens trotzdem nicht erholt fühlen? Was passiert, während wir schlafen? Schlaf ist kein gleichförmiger Zustand. Im Laufe einer Nacht wechseln sich verschiedene Schlafstadien ab. Dabei durchlaufen wir mehrmals Phasen des Non-REM-Schlafs – vom leichten bis zum tiefen Schlaf – und des REM-Schlafs. Die Zusammensetzung verändert sich im Verlauf der Nacht: Tiefschlaf findet sich stärker in der ersten Nachthälfte, während REM-Phasen gegen Morgen länger werden. Ein vollständiger Schlafzyklus dauert nicht bei jedem Menschen und nicht zu jedem Zeitpunkt gleich lang. Leichtschlaf Der Schlaf beginnt und vertieft sich allmählich. In den leichteren Schlafstadien sind wir noch vergleichsweise leicht weckbar. Tiefschlaf In dieser besonders tiefen Schlafphase sinken unter anderem Herzfrequenz und Atmung. Aufwecken fällt schwerer. REM-Schlaf Die Augen bewegen sich schnell, das Gehirn ist sehr aktiv und besonders lebhafte Träume treten häufig in dieser Phase auf. Wann wir müde und wieder wach werden, wird unter anderem durch unsere innere Uhr und den zunehmenden Schlafdruck beeinflusst. Auch Licht spielt dabei eine wichtige Rolle: Dunkelheit begünstigt die Ausschüttung des Hormons Melatonin und signalisiert dem Körper, dass die Nacht beginnt. Sieben, acht oder neun Stunden – wie viel Schlaf brauchen wir? Die berühmten acht Stunden sind keine magische Zahl. Der Schlafbedarf unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und verändert sich im Laufe des Lebens. Für Erwachsene gelten etwa sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht als häufige Orientierung. Kinder und Jugendliche benötigen in der Regel mehr Schlaf. Mit zunehmendem Alter kann sich zudem verändern, wann und wie tief wir schlafen. Die reine Stundenzahl erzählt allerdings nicht die ganze Geschichte. Auch die Schlafqualität zählt. Wer ausreichend lange schläft, aber häufig aufwacht oder am Tag ausgeprägt schläfrig ist, sollte deshalb nicht nur auf die Uhr schauen. Lerche oder Eule? Nicht jeder Mensch wird zur gleichen Zeit müde. Manche sind morgens früh leistungsfähig und abends zeitig müde, andere werden erst später richtig wach. Diese Unterschiede im persönlichen Tagesrhythmus werden als Chronotyp bezeichnet. Was einen guten Schlaf unterstützen kann Schlaf lässt sich nicht auf Knopfdruck erzwingen. Bestimmte Gewohnheiten können dem Körper aber helfen, einen verlässlichen Tag-Nacht-Rhythmus zu entwickeln. Dazu gehören möglichst regelmässige Zeiten zum Schlafengehen und Aufstehen. Auch Tageslicht und körperliche Aktivität während des Tages spielen für unseren Schlaf-Wach-Rhythmus eine Rolle. Am Abend lohnt sich ein Blick auf die Schlafumgebung. Ein ruhiges, dunkles und eher kühles Schlafzimmer schafft günstige Bedingungen für die Nacht. Ein persönliches Abendritual – beispielsweise Lesen, ruhige Musik oder Entspannung – kann zusätzlich signalisieren, dass der Tag zu Ende geht. Auch Koffein verdient Aufmerksamkeit. Seine Wirkung kann mehrere Stunden anhalten, weshalb Kaffee oder andere koffeinhaltige Getränke am späteren Nachmittag und Abend bei empfindlichen Menschen das Einschlafen erschweren können. Alkohol macht zwar zunächst müde, kann aber den Schlaf im weiteren Verlauf der Nacht stören. Grosse oder schwere Mahlzeiten unmittelbar vor dem Zubettgehen sind ebenfalls nicht für jeden angenehm. :contentReference[oaicite:1]{index=1} Smartphones, Tablets und andere helle Bildschirme bringen am Abend zusätzlich Licht ins Spiel. Wer merkt, dass das Abschalten schwerfällt, kann ausprobieren, elektronische Geräte vor dem Schlafengehen bewusst zur Seite zu legen. :contentReference[oaicite:2]{index=2} Gute Voraussetzungen für die Nacht möglichst regelmässige Schlaf- und Aufstehzeiten Tageslicht und Bewegung während des Tages ein ruhiges, dunkles und eher kühles Schlafzimmer Koffein am späteren Tag im Blick behalten Alkohol nicht als Einschlafhilfe nutzen vor dem Schlafengehen bewusst zur Ruhe kommen Und wenn man nachts wach liegt? Nachts kurz aufzuwachen ist zunächst nichts Ungewöhnliches. Viele dieser kurzen Wachphasen werden am nächsten Morgen gar nicht erinnert. Schwieriger kann es werden, wenn man längere Zeit wach liegt und beginnt, sich über das Einschlafen zu ärgern oder ständig auf die Uhr zu schauen. Bei länger anhaltenden Schlafproblemen wird im Rahmen der Behandlung von Insomnie unter anderem empfohlen, das Bett möglichst mit Schlaf zu verbinden und bei längerem Wachliegen vorübergehend aufzustehen, bis wieder Schläfrigkeit einsetzt. :contentReference[oaicite:3]{index=3} Wer häufiger schlecht schläft, kann zudem für einige Zeit ein Schlaftagebuch führen. Schlafenszeiten, nächtliche Wachphasen, Nickerchen und die Müdigkeit am Tag können dabei helfen, Muster zu erkennen und liefern bei einer ärztlichen Abklärung hilfreiche Informationen. :contentReference[oaicite:4]{index=4} Wann sollten Schlafprobleme abgeklärt werden? Einzelne schlechte Nächte kennt fast jeder. Belastend wird es vor allem dann, wenn Schlafprobleme immer wieder auftreten und sich auf den Alltag, die Konzentration oder das Wohlbefinden auswirken. Auch auffälliges Schnarchen zusammen mit beobachteten Atemaussetzern sollte angesprochen werden. Solche Atempausen können auf eine Schlafapnoe hinweisen. Ausgeprägte Tagesmüdigkeit gehört ebenfalls zu den möglichen Anzeichen. :contentReference[oaicite:5]{index=5} ! Bitte ärztlich abklären lassen Wiederkehrende oder länger anhaltende Schlafprobleme, ausgeprägte Tagesmüdigkeit, beobachtete Atemaussetzer oder andere auffällige Beschwerden während der Nacht sollten medizinisch abgeklärt werden. Wer wegen Müdigkeit Schwierigkeiten hat, beim Autofahren oder in anderen gefährlichen Situationen wach zu bleiben, sollte dies besonders ernst nehmen. Fazit Schlaf ist weit mehr als eine Pause vom Tag. Nacht für Nacht wechseln sich verschiedene Schlafstadien ab, während Körper und Gehirn aktiv bleiben. Entscheidend ist nicht, jede Nacht eine perfekte Zahl an Stunden zu erreichen. Ein ausreichend langer und erholsamer Schlaf, ein möglichst regelmässiger Rhythmus und gute Bedingungen für die Nacht sind wichtiger als der Blick auf eine einzelne Zahl. Häufige Fragen zum Schlaf Wie viele Stunden Schlaf braucht ein Erwachsener? Für Erwachsene werden häufig etwa sieben bis neun Stunden pro Nacht als Orientierung genannt. Der individuelle Schlafbedarf kann jedoch unterschiedlich sein. Muss man wirklich acht Stunden schlafen? Nein. Acht Stunden sind kein allgemeingültiger Idealwert. Der Schlafbedarf ist individuell. Neben der Schlafdauer sind auch Schlafqualität und das Befinden während des Tages wichtig. Ist es normal, nachts aufzuwachen? Kurze Wachphasen während der Nacht sind normal und werden häufig gar nicht bewusst wahrgenommen. Eine Abklärung kann sinnvoll sein, wenn längere Wachphasen regelmässig auftreten und der Schlaf oder der Alltag darunter leidet. Hilft ein Mittagsschlaf? Ein kurzes Nickerchen kann die Wachheit am Tag verbessern. Wer abends Schwierigkeiten mit dem Einschlafen hat, sollte beobachten, ob längere oder späte Nickerchen den Nachtschlaf zusätzlich erschweren. Kann Alkohol beim Einschlafen helfen? Alkohol kann zunächst schläfrig machen, kann den Schlaf im weiteren Verlauf der Nacht jedoch stören. Er eignet sich deshalb nicht als Einschlafhilfe. Wann sollte ich mit Schlafproblemen zum Arzt? Wenn Schlafprobleme wiederholt oder länger anhalten und den Alltag beeinträchtigen, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Das gilt insbesondere bei ausgeprägter Tagesmüdigkeit, beobachteten Atemaussetzern oder anderen auffälligen Beschwerden während der Nacht. Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose, Beratung oder Behandlung. Bei anhaltenden Schlafproblemen oder Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Die Inhalte beziehen sich nicht auf Produkte von HAWLIK.
Cholesterin: Warum «gut» und «schlecht» nur die halbe Wahrheit ist

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Cholesterin: Warum «gut» und «schlecht» nur die halbe Wahrheit ist

Cholesterin hat einen schlechten Ruf – dabei braucht unser Körper es jeden Tag. Es ist Bestandteil unserer Zellmembranen und Ausgangsstoff für unter anderem Steroidhormone und Gallensäuren. Problematisch können vor allem dauerhaft erhöhte Werte bestimmter Blutfette werden. Dieser Beitrag erklärt, was hinter Begriffen wie LDL und HDL steckt, wie Blutfettwerte gemessen und eingeordnet werden und welche Rolle Ernährung, Bewegung und weitere Lebensgewohnheiten spielen. Was ist Cholesterin? Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, die der Körper selbst bildet. Zusätzlich wird Cholesterin über Lebensmittel aufgenommen. Weil Cholesterin nicht wasserlöslich ist, wird es im Blut zusammen mit weiteren Fetten und Eiweissen in sogenannten Lipoproteinen transportiert. Besonders häufig begegnen uns dabei die Abkürzungen LDL und HDL. LDL-Cholesterin LDL transportiert Cholesterin im Blut zu verschiedenen Geweben. Ein dauerhaft erhöhtes LDL-Cholesterin spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Atherosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. HDL-Cholesterin HDL ist am Rücktransport von Cholesterin aus verschiedenen Geweben zur Leber beteiligt. Umgangssprachlich wird es deshalb häufig als «gutes» Cholesterin bezeichnet. Triglyceride Triglyceride sind eine weitere Form von Blutfetten. Sie werden bei einer Untersuchung der Blutfette häufig zusammen mit den Cholesterinwerten bestimmt. Warum ist LDL-Cholesterin wichtig? Befindet sich über längere Zeit viel LDL-Cholesterin im Blut, kann Cholesterin in die Gefässwand gelangen und zur Entstehung atherosklerotischer Ablagerungen beitragen. Solche Veränderungen können sich über viele Jahre entwickeln. Das persönliche Herz-Kreislauf-Risiko hängt jedoch nicht allein vom Cholesterin ab. Auch Faktoren wie Blutdruck, Rauchen, Diabetes, familiäre Veranlagung, Alter und weitere gesundheitliche Faktoren spielen eine Rolle. Erhöhte Cholesterinwerte verursachen in der Regel keine spürbaren Beschwerden. Sie werden deshalb häufig erst bei einer Blutuntersuchung festgestellt. Schon gewusst? Bei manchen Menschen sind deutlich erhöhte LDL-Werte genetisch bedingt. Ein Beispiel ist die familiäre Hypercholesterinämie. Betroffene haben bereits von Geburt an erhöhte LDL-Werte und damit eine höhere lebenslange Belastung durch LDL-Cholesterin. Eine ärztliche Begleitung ist hier besonders wichtig. Wie werden Cholesterinwerte gemessen und eingeordnet? Die Blutfette werden durch eine Blutuntersuchung bestimmt. Dabei werden üblicherweise verschiedene Werte betrachtet, darunter Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, HDL-Cholesterin und Triglyceride. Einen einzigen LDL-Zielwert, der für alle Menschen gleichermassen gilt, gibt es nicht. Welche Werte angestrebt werden, richtet sich nach dem persönlichen Herz-Kreislauf-Risiko. Dabei werden unter anderem Alter, Blutdruck, Rauchen, bestehende Erkrankungen und die Familiengeschichte berücksichtigt. Ein Laborwert sollte deshalb nicht isoliert beurteilt werden. Die individuelle Einordnung erfolgt durch die Ärztin oder den Arzt. Lipoprotein(a): ein weiterer Wert, den man kennen sollte Neben LDL und HDL spielt bei der Beurteilung des Herz-Kreislauf-Risikos auch Lipoprotein(a), kurz Lp(a), eine Rolle. Es handelt sich um ein Lipoprotein, dessen Konzentration zu einem grossen Teil genetisch bestimmt ist. Erhöhte Lp(a)-Werte können mit einem höheren Risiko für atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sein. Aktuelle europäische Leitlinien empfehlen deshalb, eine Messung von Lp(a) mindestens einmal im Erwachsenenleben in Betracht zu ziehen. Lp(a) gehört nicht automatisch zu jeder routinemässigen Bestimmung der Blutfette. Wer wissen möchte, ob eine Messung im persönlichen Fall sinnvoll ist, kann dies bei der nächsten ärztlichen Kontrolle ansprechen. Welche Rolle spielt der Lebensstil? Neben der genetischen Veranlagung können auch Ernährung, Bewegung, Rauchen und weitere Lebensgewohnheiten die Blutfette und das allgemeine Herz-Kreislauf-Risiko beeinflussen. Bei der Ernährung kommt es nicht nur darauf an, wie viel Fett gegessen wird, sondern auch auf die Art der Fette. Eine ausgewogene Ernährung setzt bevorzugt auf pflanzliche Lebensmittel und Quellen ungesättigter Fettsäuren. Dazu gehören beispielsweise pflanzliche Öle, Nüsse und Samen. Lebensmittel mit einem hohen Anteil gesättigter Fettsäuren sollten dagegen eher zurückhaltend konsumiert werden. Auch Gemüse, Früchte, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte gehören zu einer abwechslungsreichen Ernährung. Statt einzelne Lebensmittel isoliert als «gut» oder «schlecht» für den Cholesterinspiegel einzustufen, ist das gesamte Ernährungsmuster entscheidend. Regelmässige Bewegung ergänzt einen herzbewussten Lebensstil. Dabei muss es nicht immer Sport sein: Auch zügiges Gehen, Velofahren, Treppensteigen und mehr Bewegung im Alltag zählen dazu. Herzbewusst im Alltag abwechslungsreich und pflanzenbetont essen ungesättigte Fette bevorzugen regelmässige Bewegung in den Alltag integrieren nicht rauchen Blutdruck, Blutzucker und Blutfette entsprechend der ärztlichen Empfehlung kontrollieren lassen Und was ist mit Cholesterin in Lebensmitteln? Cholesterin kommt vor allem in tierischen Lebensmitteln vor. Wie stark Cholesterin aus der Nahrung die Cholesterinwerte im Blut beeinflusst, unterscheidet sich jedoch von Mensch zu Mensch. Für einen herzbewussten Lebensstil ist deshalb das gesamte Ernährungsmuster wichtiger als die alleinige Konzentration auf den Cholesteringehalt eines einzelnen Lebensmittels. Wann ist eine ärztliche Begleitung wichtig? Eine ärztliche Kontrolle der Blutfette ist besonders wichtig, wenn bereits erhöhte Werte bekannt sind, weitere Herz-Kreislauf-Risikofaktoren bestehen oder in der Familie Herz-Kreislauf-Erkrankungen in vergleichsweise jungen Jahren aufgetreten sind. Abhängig vom persönlichen Gesamtrisiko können Veränderungen des Lebensstils allein nicht ausreichend sein. Dann kann eine medikamentöse Senkung des LDL-Cholesterins notwendig sein. Welche Behandlung geeignet ist, wird individuell ärztlich entschieden. Verschriebene Medikamente sollten nicht eigenständig verändert oder abgesetzt werden. Fazit Cholesterin ist für den menschlichen Körper unverzichtbar. Dauerhaft erhöhte LDL-Werte können jedoch die Entstehung von Atherosklerose fördern und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Entscheidend ist nicht ein einzelner Laborwert, sondern das persönliche Gesamtrisiko. Wer seine Blutfettwerte kennt, sie fachlich einordnen lässt und auf einen ausgewogenen Lebensstil achtet, schafft eine gute Grundlage für die eigene Herz-Kreislauf-Gesundheit. Häufige Fragen zu Cholesterin Was ist der Unterschied zwischen LDL und HDL? LDL und HDL sind Lipoproteine, die Cholesterin im Blut transportieren. LDL bringt Cholesterin zu verschiedenen Geweben. HDL ist unter anderem am Rücktransport von Cholesterin zur Leber beteiligt. Dauerhaft erhöhte LDL-Werte spielen eine zentrale Rolle bei der Entstehung atherosklerotischer Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Spürt man einen hohen Cholesterinspiegel? In der Regel nicht. Erhöhte Cholesterinwerte verursachen meist keine spürbaren Beschwerden und werden häufig bei einer Blutuntersuchung festgestellt. Welcher Cholesterinwert ist normal? Einen einheitlichen LDL-Zielwert für alle gibt es nicht. Welche Werte angestrebt werden, hängt vom persönlichen Herz-Kreislauf-Risiko ab. Die individuelle Einordnung sollte ärztlich erfolgen. Sind Eier schlecht für das Cholesterin? Der Einfluss des Cholesterins aus Lebensmitteln auf die Blutwerte ist individuell unterschiedlich. Für die Herz-Kreislauf-Gesundheit ist das gesamte Ernährungsmuster wichtiger als die isolierte Betrachtung eines einzelnen Lebensmittels. Bei deutlich erhöhten Blutfettwerten kann eine individuelle Ernährungsberatung sinnvoll sein. Was ist Lipoprotein(a)? Lipoprotein(a), kurz Lp(a), ist ein Lipoprotein, dessen Konzentration überwiegend genetisch bestimmt ist. Erhöhte Werte können das Herz-Kreislauf-Risiko beeinflussen. Eine Messung kann deshalb mindestens einmal im Erwachsenenleben in Betracht gezogen werden. Wie oft sollte man die Cholesterinwerte messen lassen? Das hängt unter anderem von Alter, bisherigen Blutwerten, Vorerkrankungen und weiteren Risikofaktoren ab. Die Hausarztpraxis kann individuell festlegen, in welchen Abständen eine Kontrolle sinnvoll ist. Weiterlesen Gefässe gesund halten – was Sie selbst im Alltag tun können Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose, Beratung oder Behandlung. Bei Fragen zu Ihren Blutwerten wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Die Inhalte beziehen sich nicht auf Produkte von HAWLIK.
Allergie oder Unverträglichkeit? Unterschiede einfach erklärt

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Allergie oder Unverträglichkeit? Unterschiede einfach erklärt

Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder bestimmte Lebensmittel: Allergien können ganz unterschiedliche Auslöser haben. Gleichzeitig werden Begriffe wie Allergie und Unverträglichkeit im Alltag häufig gleich verwendet – medizinisch handelt es sich jedoch nicht um dasselbe. Entscheidend ist vor allem, welcher Mechanismus hinter den Beschwerden steckt. Bei einer Allergie ist das Immunsystem beteiligt. Bei vielen Unverträglichkeiten entstehen die Beschwerden dagegen über andere Mechanismen. Was ist eine Allergie? Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem auf eine eigentlich harmlose Substanz. Solche Auslöser werden als Allergene bezeichnet. Dazu können beispielsweise Pollen, Hausstaubmilben, Tierallergene, Insektengifte oder bestimmte Bestandteile von Lebensmitteln gehören. Das Immunsystem erkennt das betreffende Allergen als Gefahr und setzt eine Immunreaktion in Gang. Je nach Allergie können dabei unterschiedliche Botenstoffe freigesetzt werden. Einer der bekanntesten ist Histamin. Welche Beschwerden auftreten, hängt unter anderem von der Art der Allergie und dem Kontakt mit dem Allergen ab. Möglich sind beispielsweise Niesen, eine laufende oder verstopfte Nase, tränende oder juckende Augen, Hautreaktionen, Schwellungen, Magen-Darm-Beschwerden oder Atemprobleme. Allergie oder Unverträglichkeit – was ist der Unterschied? Der wichtigste Unterschied liegt im zugrunde liegenden Mechanismus. Bei einer Allergie ist das Immunsystem beteiligt. Bei einer Unverträglichkeit können Beschwerden entstehen, ohne dass eine allergische Immunreaktion vorliegt. Allergie Das Immunsystem reagiert auf ein Allergen. Bei einer Nahrungsmittelallergie sind häufig bestimmte Proteine der Auslöser. Die Reaktionen können unterschiedliche Organsysteme betreffen und in seltenen Fällen schwer verlaufen. Unverträglichkeit Bei einer Unverträglichkeit können beispielsweise bestimmte Nahrungsbestandteile nicht ausreichend verarbeitet oder aufgenommen werden. Ein bekanntes Beispiel ist die Laktoseintoleranz. Bei einer Laktoseintoleranz steht zu wenig des Enzyms Laktase zur Verfügung. Dadurch wird Milchzucker im Dünndarm nicht ausreichend gespalten und gelangt vermehrt in den Dickdarm. Dort können unter anderem Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall entstehen. Zöliakie ist dagegen keine klassische Lebensmittelintoleranz. Sie ist eine immunvermittelte Erkrankung, bei der Gluten bei genetisch veranlagten Menschen eine Immunreaktion auslöst, die den Dünndarm schädigen kann. Sie sollte deshalb klar von einer Laktoseintoleranz oder einer Weizenallergie unterschieden werden. Und was ist mit Histamin? Beschwerden nach histaminreichen Lebensmitteln werden häufig unter dem Begriff Histaminintoleranz zusammengefasst. Die zugrunde liegenden Mechanismen sind jedoch komplex und die Diagnose ist nicht mit einem einzelnen einfachen Test möglich. Da Beschwerden wie Kopfschmerzen, Hautrötung, Magen-Darm-Probleme oder Herzklopfen zahlreiche andere Ursachen haben können, ist eine fachliche Abklärung sinnvoll, bevor Lebensmittel dauerhaft aus der Ernährung gestrichen werden. Welche Allergien kommen häufig vor? Allergische Reaktionen können durch sehr unterschiedliche Stoffe ausgelöst werden. Zu den bekannten Allergiegruppen gehören unter anderem Pollenallergien, Hausstaubmilbenallergien, Tierallergien, Insektengiftallergien, Nahrungsmittelallergien, Medikamentenallergien sowie Kontaktallergien auf bestimmte Stoffe wie Metalle oder Duftstoffe. Auch Schimmelpilze können allergische Beschwerden auslösen. Welche Allergene relevant sind und wie stark eine Person darauf reagiert, ist individuell sehr unterschiedlich. Warum entstehen Allergien? Warum eine Person eine Allergie entwickelt und eine andere nicht, lässt sich meist nicht auf eine einzige Ursache zurückführen. Eine genetische Veranlagung spielt eine wichtige Rolle. Daneben werden verschiedene Umwelt- und Lebensstilfaktoren sowie die Art und der Zeitpunkt des Kontakts mit Allergenen wissenschaftlich untersucht. Die Entstehung allergischer Erkrankungen ist damit deutlich komplexer als eine einfache Einteilung in «zu starkes» oder «zu schwaches» Immunsystem. Was passiert im Immunsystem? Unser Immunsystem besteht aus vielen verschiedenen Zelltypen und Signalwegen, die eng miteinander zusammenarbeiten. Dazu gehören auch verschiedene Gruppen von T-Helferzellen. Bei bestimmten allergischen Erkrankungen spielen sogenannte Typ-2-Immunreaktionen eine wichtige Rolle. Dabei können unter anderem T-Helferzellen, B-Zellen, IgE-Antikörper, Mastzellen und verschiedene Botenstoffe beteiligt sein. Die heute bekannte Immunologie ist allerdings wesentlich komplexer als das frühere vereinfachte Modell einer «TH1-/TH2-Balance». Allergien lassen sich deshalb nicht zuverlässig als einfache «TH2-Dominanz» erklären und entsprechend auch nicht durch eine unspezifische Stimulation des jeweils anderen Systems behandeln. Vorsicht bei Nahrungsmittelallergien Eine echte Nahrungsmittelallergie sollte nicht mit einer blossen Unverträglichkeit gleichgesetzt werden. Bereits kleine Mengen eines Allergens können bei empfindlichen Personen Beschwerden auslösen. Wie stark eine Reaktion ausfällt, lässt sich nicht immer zuverlässig vorhersagen. ! Wichtig bei bekannten Allergien Ein Lebensmittel, auf das bereits allergisch reagiert wurde, sollte nicht auf eigene Faust erneut ausprobiert werden. Ob und unter welchen Bedingungen ein Lebensmittel verträglich sein könnte, sollte bei einer diagnostizierten Nahrungsmittelallergie mit einer Fachperson besprochen werden. Was kann man im Alltag beachten? Der wichtigste Schritt ist zunächst zu wissen, worauf man tatsächlich reagiert. Beschwerden allein reichen nicht immer aus, um zwischen Allergie und Unverträglichkeit zu unterscheiden. Eine gezielte medizinische Abklärung kann deshalb helfen, unnötige Einschränkungen zu vermeiden. Bei einer bestätigten Allergie steht in erster Linie der möglichst sichere Umgang mit dem bekannten Allergen im Vordergrund. Bei Pollenallergien kann es zusätzlich hilfreich sein, die aktuelle Pollenbelastung zu berücksichtigen und den Alltag entsprechend anzupassen. Praktische Orientierung mögliche Auslöser medizinisch abklären lassen bekannte Allergene entsprechend der fachlichen Empfehlung meiden Lebensmitteletiketten und Allergenhinweise beachten bei saisonalen Allergien die aktuelle Pollenbelastung berücksichtigen verordnete Medikamente entsprechend der ärztlichen Empfehlung anwenden Wann wird eine allergische Reaktion zum Notfall? Allergische Reaktionen können unterschiedlich stark verlaufen. Treten plötzlich Atemnot, deutliche Schwellungen im Mund- oder Rachenbereich, Kreislaufprobleme oder mehrere schwere Beschwerden gleichzeitig auf, kann eine schwere allergische Reaktion vorliegen. ! Schwere allergische Reaktionen sind ein medizinischer Notfall Bei Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion sollte sofort medizinische Hilfe organisiert werden. Personen mit bekannter schwerer Allergie sollten ihren ärztlich festgelegten Notfallplan und verordnete Notfallmedikamente beachten. Fazit Allergie und Unverträglichkeit können ähnliche Beschwerden verursachen, beruhen aber auf unterschiedlichen Mechanismen. Bei einer Allergie ist das Immunsystem beteiligt, während beispielsweise bei einer Laktoseintoleranz die Verdauung eines bestimmten Nahrungsbestandteils beeinträchtigt ist. Eine genaue Abklärung ist besonders dann sinnvoll, wenn Beschwerden wiederholt auftreten oder der Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie besteht. So lässt sich besser beurteilen, welche Auslöser tatsächlich relevant sind und welche Massnahmen sinnvoll sind. Häufige Fragen zu Allergien und Unverträglichkeiten Was ist der Unterschied zwischen Allergie und Unverträglichkeit? Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem auf ein Allergen. Bei vielen Unverträglichkeiten ist keine allergische Immunreaktion beteiligt. Ein Beispiel ist die Laktoseintoleranz, bei der Laktose aufgrund einer verminderten Laktaseaktivität nicht ausreichend verdaut wird. Ist Zöliakie eine Glutenintoleranz? Zöliakie wird umgangssprachlich teilweise als Glutenunverträglichkeit bezeichnet, ist medizinisch jedoch eine immunvermittelte Erkrankung. Sie sollte von einer Weizenallergie und anderen Unverträglichkeiten unterschieden werden. Kann eine Allergie plötzlich entstehen? Allergien können grundsätzlich auch erstmals im Erwachsenenalter auftreten. Neu auftretende Beschwerden sollten deshalb fachlich abgeklärt werden. Kann man allergene Lebensmittel gekocht besser vertragen? Erhitzen verändert manche Proteine, andere Allergene bleiben dagegen stabil. Ob ein bestimmtes Lebensmittel in erhitzter Form vertragen wird, hängt von der jeweiligen Allergie ab. Bei einer bekannten Nahrungsmittelallergie sollte dies nicht eigenständig ausprobiert werden. Wann sollte eine Allergie ärztlich abgeklärt werden? Wiederkehrende oder stärkere Beschwerden sowie der Verdacht auf eine Nahrungsmittel-, Medikamenten- oder Insektengiftallergie sollten ärztlich abgeklärt werden. Bei Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion ist sofortige medizinische Hilfe erforderlich. Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose, Beratung oder Behandlung. Bei Beschwerden oder Verdacht auf eine Allergie wenden Sie sich bitte an eine medizinische Fachperson. Die Inhalte beziehen sich nicht auf Produkte von HAWLIK.
Hitzewallungen und Nachtschweiss: Ursachen und was im Alltag guttut

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Hitzewallungen und Nachtschweiss: Ursachen und was im Alltag guttut

Plötzlich steigt Hitze vom Oberkörper ins Gesicht, die Haut rötet sich und Schweiss bricht aus. So oder ähnlich erleben viele Frauen Hitzewallungen. Besonders nachts können sie den Schlaf beeinträchtigen. Hitzewallungen treten besonders häufig rund um die Wechseljahre auf. Dieser Beitrag erklärt, was dabei im Körper passiert, welche Faktoren eine Rolle spielen können und welche einfachen Anpassungen den Alltag angenehmer machen können. Was sind Hitzewallungen? Eine Hitzewallung ist ein plötzlich auftretendes Wärmegefühl, das sich häufig über Oberkörper, Hals und Gesicht ausbreitet. Begleitend können Schwitzen, Hautrötung oder Herzklopfen auftreten. Eine einzelne Wallung dauert häufig nur wenige Minuten. Danach kann sich vorübergehend ein Kältegefühl einstellen. Treten solche Schweissausbrüche nachts auf, spricht man häufig von Nachtschweiss. Hitzewallungen und Nachtschweiss im Zusammenhang mit den Wechseljahren werden medizinisch als vasomotorische Symptome bezeichnet. Schon gewusst? Hitzewallungen gehören zu den häufigen Beschwerden während der Wechseljahre. Wie stark, wie häufig und über welchen Zeitraum sie auftreten, ist individuell sehr unterschiedlich. Woher kommen Hitzewallungen? Hitzewallungen treten besonders häufig während der Wechseljahre auf. In dieser Lebensphase verändern sich unter anderem die Östrogenspiegel. Diese hormonellen Veränderungen beeinflussen auch die Temperaturregulation des Körpers. Vereinfacht gesagt wird der Bereich, in dem sich der Körper temperaturmässig wohlfühlt, enger. Der Körper kann deshalb bereits auf kleine Temperaturveränderungen mit Wärmeabgabe reagieren: Die Blutgefässe der Haut erweitern sich und die Schweissproduktion kann zunehmen. Hitzewallungen und starkes Schwitzen können jedoch auch andere Ursachen haben. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Medikamente oder medizinische Behandlungen, Störungen der Schilddrüsenfunktion, Infektionen oder andere hormonelle Veränderungen. Manche Frauen beobachten zudem, dass Hitzewallungen in bestimmten Situationen häufiger auftreten. Scharfe Speisen, Alkohol, koffeinhaltige oder heisse Getränke, Rauchen, Stress, Aufregung oder warme Räume können dabei individuell eine Rolle spielen. Welche Faktoren tatsächlich einen Einfluss haben, ist von Person zu Person unterschiedlich. Ein einfaches Tagebuch kann helfen, persönliche Zusammenhänge zu erkennen. Neu auftretende oder ungewöhnlich starke Beschwerden sollten nicht automatisch den Wechseljahren zugeschrieben, sondern bei Bedarf ärztlich abgeklärt werden. Nachtschweiss: Tipps für angenehmere Nächte Nächtliche Hitzewallungen können den Schlaf unterbrechen. Einige einfache Anpassungen können dazu beitragen, das Schlafumfeld angenehmer zu gestalten. Angenehme Raumtemperatur Ein eher kühles und gut gelüftetes Schlafzimmer kann als angenehmer empfunden werden. Leichtes Bettzeug Leichte Bettwäsche und mehrere dünne Schichten lassen sich einfacher an das persönliche Wärmeempfinden anpassen. Ruhiger Abend Eine ruhige Abendroutine und regelmässige Schlafzeiten können gute Rahmenbedingungen für den Schlaf schaffen. Auch ein Glas Wasser am Bett, leichte Nachtwäsche oder eine zusätzliche Wechselgarnitur können praktisch sein, wenn es nachts zu stärkerem Schwitzen kommt. Was tagsüber guttun kann Auch kleine Anpassungen im Alltag können dazu beitragen, besser mit wechselndem Wärmeempfinden umzugehen. Mehrere dünne Kleidungsschichten lassen sich bei Bedarf schnell anpassen, leichte und atmungsaktive Materialien können zusätzlich angenehm sein. Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung sowie regelmässige Bewegung gehören zu einem gesunden Lebensstil. Wer beobachtet, dass bestimmte Speisen, Getränke oder Situationen mit Hitzewallungen zusammenhängen, kann diese persönlichen Auslöser im Alltag berücksichtigen. Auch Stress oder Aufregung werden von manchen Betroffenen als Auslöser wahrgenommen. Bewusste Pausen und Entspannungsmomente können deshalb eine sinnvolle Ergänzung sein. Praktische Ideen für den Alltag Kleidung in mehreren leichten Schichten tragen auf individuell wahrgenommene Auslöser achten regelmässige Bewegung in den Alltag integrieren ausreichend trinken bewusste Pausen und Erholungsphasen einplanen Was tun bei starken Hitzewallungen? Nicht jede Hitzewallung erfordert eine Behandlung. Wenn die Beschwerden jedoch häufig auftreten, den Schlaf beeinträchtigen oder im Alltag stark belasten, lohnt sich eine ärztliche Beratung. Für belastende vasomotorische Beschwerden stehen unterschiedliche medizinische Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Dazu gehören hormonelle und nicht hormonelle Verfahren. Welche Behandlung infrage kommt, hängt unter anderem von den individuellen Beschwerden, möglichen Risiken, bestehenden Erkrankungen und persönlichen Präferenzen ab. ! Pflanzliche Präparate Auch pflanzliche Präparate werden rund um die Wechseljahre angeboten. «Natürlich» bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ein Präparat für jede Person geeignet ist. Insbesondere bei bestehenden Erkrankungen oder gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten sollte die Verwendung mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Apothekerin beziehungsweise einem Apotheker besprochen werden. Wann ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll? Hitzewallungen treten während der Wechseljahre häufig auf. Eine ärztliche Abklärung ist insbesondere sinnvoll, wenn die Beschwerden neu auftreten, ungewöhnlich erscheinen oder die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. ! Beschwerden abklären lassen Sprechen Sie mit einer Ärztin oder einem Arzt, wenn Hitzewallungen oder Nachtschweiss Ihren Alltag oder Schlaf stark beeinträchtigen oder ohne erkennbaren Zusammenhang mit den Wechseljahren auftreten. Auch Nachtschweiss zusammen mit weiteren Beschwerden wie Fieber oder ungewolltem Gewichtsverlust sollte medizinisch abgeklärt werden. Fazit Hitzewallungen und Nachtschweiss gehören zu den häufigen Beschwerden rund um die Wechseljahre. Wie häufig und wie stark sie auftreten, unterscheidet sich jedoch von Frau zu Frau. Ein angenehmes Schlafumfeld, anpassbare Kleidung und das Beobachten persönlicher Auslöser können den Umgang mit Hitzewallungen im Alltag erleichtern. Bei stark belastenden oder ungewöhnlichen Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Häufige Fragen zu Hitzewallungen Wie lange dauert eine Hitzewallung? Eine einzelne Hitzewallung dauert häufig nur wenige Minuten. Dauer und Intensität können jedoch individuell unterschiedlich sein. Warum treten Hitzewallungen auch nachts auf? Die hormonell beeinflusste Temperaturregulation verändert sich nicht nur tagsüber. Hitzewallungen können deshalb auch während des Schlafs auftreten und zu Nachtschweiss und nächtlichem Erwachen führen. Können auch Männer Hitzewallungen haben? Ja. Hitzewallungen können auch bei Männern auftreten, beispielsweise im Zusammenhang mit bestimmten hormonellen Veränderungen, Erkrankungen, Medikamenten oder medizinischen Behandlungen. Was kann ich bei einer Hitzewallung tun? Häufig werden einfache Massnahmen wie das Ablegen einer Kleidungsschicht, frische Luft oder ein kühles Getränk als angenehm empfunden. Welche Massnahmen guttun, ist individuell. Wann sollte Nachtschweiss ärztlich abgeklärt werden? Neu auftretender oder ausgeprägter Nachtschweiss sollte ärztlich abgeklärt werden, insbesondere wenn weitere Beschwerden wie Fieber oder ungewollter Gewichtsverlust hinzukommen. Weiterlesen Wechseljahre: was sich im Körper verändert Gesunder Schlaf: kleine Gewohnheiten Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose, Beratung oder Behandlung. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Die Inhalte beziehen sich nicht auf Produkte von HAWLIK.

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