Sie schützt, fühlt, reguliert und erneuert sich ständig – und trotzdem nehmen wir unsere Haut oft erst wahr, wenn sie spannt, juckt oder sich verändert. Als grösstes Organ des menschlichen Körpers bildet sie die Grenze zwischen unserem Körper und der Aussenwelt und übernimmt dabei erstaunlich viele Aufgaben.
Doch was macht unsere Haut eigentlich so widerstandsfähig? Warum wird sie manchmal trocken oder empfindlich – und welche Faktoren beeinflussen, wie sie aussieht und sich anfühlt?
Drei Schichten, ein starkes Team
Was wir von unserer Haut sehen, ist nur ihre äusserste Schicht. Tatsächlich besteht sie aus mehreren Ebenen, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen und eng zusammenarbeiten.
Oberhaut (Epidermis) Die äusserste Hautschicht erneuert sich fortlaufend. Ihre Hornschicht bildet eine wichtige Barriere zwischen Körper und Umwelt.
Lederhaut (Dermis) Hier befinden sich unter anderem Kollagen- und elastische Fasern, Blutgefässe, Nerven, Haarfollikel sowie Schweiss- und Talgdrüsen.
Unterhaut (Subkutis) Sie besteht zu einem grossen Teil aus Fett- und Bindegewebe, polstert den Körper, isoliert gegen Kälte und dient als Energiespeicher.
Unsere persönliche Schutzschicht
Jeden Tag kommt unsere Haut mit Wasser, Kleidung, Sonnenlicht, Kälte, Wärme und zahlreichen Stoffen aus unserer Umgebung in Kontakt. Gleichzeitig hilft sie dabei, den Körper vor äusseren Einflüssen und übermässigem Wasserverlust zu schützen.
Einen wichtigen Anteil daran hat die Hautbarriere. Vereinfacht kann man sie sich wie eine Mauer vorstellen: Hornzellen bilden die «Bausteine», Hautlipide füllen die Zwischenräume. Gemeinsam erschweren sie das Eindringen unerwünschter Stoffe und verhindern, dass zu viel Wasser über die Haut verloren geht.
Wird diese Barriere beeinträchtigt, kann sich das beispielsweise durch trockene, raue, spannende oder empfindliche Haut bemerkbar machen.
Die Haut kann noch mehr
Über Nervenenden nehmen wir Berührung, Druck, Temperatur und Schmerz wahr. Schweissproduktion und Veränderungen der Hautdurchblutung helfen bei der Regulation der Körpertemperatur. Unter dem Einfluss von UVB-Strahlung kann in der Haut zudem Vitamin D gebildet werden.
Warum verändert sich unsere Haut?
Keine Haut bleibt ein Leben lang gleich. Veranlagung, Alter und hormonelle Veränderungen beeinflussen unter anderem Feuchtigkeit, Fettproduktion, Elastizität und Aussehen der Haut.
Gleichzeitig hinterlässt auch unsere Umwelt Spuren. Besonders bedeutsam ist dabei die UV-Strahlung. Wiederholte UV-Belastung trägt zur vorzeitigen Hautalterung bei und erhöht das Risiko für Hautkrebs. Auch Rauchen kann die sichtbare Hautalterung begünstigen.
Wie schnell sich Veränderungen zeigen, ist individuell. Falten, Pigmentveränderungen oder trockenere Haut gehören deshalb nicht allein zu einem bestimmten Lebensalter, sondern entstehen aus einem Zusammenspiel verschiedener innerer und äusserer Faktoren.
Sonnenschutz: Was bedeutet der Lichtschutzfaktor eigentlich?
Beim Sonnenschutz denken viele zuerst an Sonnencreme. Sie ist wichtig – aber nur ein Teil des Schutzes. Schatten und Kleidung helfen dabei, die UV-Belastung der Haut zu reduzieren. Auf unbedeckten Hautstellen ergänzt ein geeignetes Sonnenschutzmittel den Schutz.
Auf der Verpackung begegnet uns dabei der Lichtschutzfaktor, kurz LSF oder SPF. Er beschreibt vor allem den Schutz vor UVB-Strahlung, die wesentlich an der Entstehung von Sonnenbrand beteiligt ist. Ein höherer Lichtschutzfaktor bietet einen höheren Schutz – allerdings nur, wenn das Produkt ausreichend und korrekt aufgetragen wird.
UVA UVA-Strahlung dringt tiefer in die Haut ein und trägt unter anderem zur vorzeitigen Hautalterung bei. Sie ist auch an der Entstehung von Hautkrebs beteiligt.
UVB UVB-Strahlung wirkt vor allem in den oberflächlicheren Hautschichten und ist wesentlich an der Entstehung von Sonnenbrand beteiligt. Auch sie kann das Erbgut der Hautzellen schädigen.
Deshalb sollte ein Sonnenschutzmittel sowohl vor UVA- als auch vor UVB-Strahlung schützen. Für unbedeckte Haut empfiehlt die Krebsliga Schweiz ein Sonnenschutzmittel mit mindestens LSF 30. Ein höherer Lichtschutzfaktor kann insbesondere bei starker UV-Belastung sinnvoll sein.
Entscheidend ist ausserdem die Menge. Wird Sonnencreme zu sparsam aufgetragen, wird der angegebene Schutz nicht erreicht. Ohren, Nase, Nacken, Schultern, Fussrücken und andere leicht vergessene Stellen sollten ebenfalls geschützt werden.
Gut zu wissen
Ein hoher Lichtschutzfaktor ist kein Freipass für einen unbegrenzt langen Aufenthalt in der Sonne. Nachcremen ist wichtig – besonders nach dem Baden, Schwitzen oder Abtrocknen. Es verlängert die mögliche Aufenthaltsdauer in der Sonne jedoch nicht beliebig.
Wie intensiv die UV-Strahlung an einem bestimmten Tag ist, zeigt der UV-Index. Je höher der Wert, desto stärker ist die UV-Strahlung und desto wichtiger sind geeignete Schutzmassnahmen. Dabei sollte man sich nicht allein von der Temperatur täuschen lassen: Auch an kühleren oder bewölkten Tagen kann UV-Strahlung relevant sein.
Sonnenmythen aufgeklärt
Rund um Sonne, Bräune und Sonnenschutz halten sich einige Vorstellungen hartnäckig. Zeit für einen kurzen Faktencheck.
Mythos 1: «Wenn ich schon braun bin, verbrenne ich mich nicht mehr.»
Gebräunte Haut besitzt zwar einen gewissen natürlichen Eigenschutz, dieser ist jedoch begrenzt. Auch bereits gebräunte Haut kann einen Sonnenbrand bekommen. Die Bräunung entsteht als Reaktion der Haut auf UV-Strahlung und macht weitere UV-Belastung nicht ungefährlich. Sonnenschutz bleibt deshalb auch bei gebräunter Haut wichtig.
Mythos 2: «Im Schatten brauche ich keinen Sonnenschutz.»
Schatten reduziert die UV-Belastung, schützt aber nicht vollständig. UV-Strahlung kann gestreut und beispielsweise von Wasser, Sand oder anderen Oberflächen reflektiert werden. Je nach Situation sind deshalb auch im Schatten weitere Schutzmassnahmen sinnvoll.
Mythos 3: «Bei Wolken kann ich keinen Sonnenbrand bekommen.»
Auch bei bewölktem Himmel erreicht UV-Strahlung die Erdoberfläche. Wolken können die Belastung zwar verändern, bieten aber keinen zuverlässigen Schutz. Eine bessere Orientierung als der Blick zum Himmel bietet der aktuelle UV-Index.
Mythos 4: «Mit LSF 50 kann ich den ganzen Tag in der Sonne bleiben.»
Auch ein hoher Lichtschutzfaktor bietet keinen vollständigen Schutz. Zudem wird der angegebene Schutz nur erreicht, wenn genügend Sonnenschutzmittel gleichmässig aufgetragen wird. Nachcremen ist beispielsweise nach dem Baden, Schwitzen oder Abtrocknen wichtig – verlängert die mögliche Aufenthaltsdauer in der Sonne aber nicht beliebig.
Was der Haut im Alltag guttut
Hautpflege muss nicht kompliziert sein. Gerade empfindliche oder trockene Haut profitiert häufig von einer sanften Reinigung. Sehr heisses Wasser und stark entfettende Produkte können die Haut zusätzlich beanspruchen. Bei trockener Haut kann eine geeignete rückfettende oder feuchtigkeitsspendende Pflege helfen, die Haut geschmeidig zu halten.
Auch der allgemeine Lebensstil gehört zum Gesamtbild. Eine abwechslungsreiche Ernährung versorgt den Körper mit zahlreichen Nährstoffen. Für einige davon bestehen anerkannte Zusammenhänge mit der Haut: Unter anderem Biotin, Niacin, Riboflavin, Vitamin A und Zink tragen zur Erhaltung normaler Haut bei.
Diese Nährstoffe kommen natürlicherweise in unterschiedlichen Lebensmitteln vor. Eine einzelne «Hautnahrung» gibt es daher nicht – entscheidend ist vielmehr eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung.
Hautbewusst durch den Alltag
- die Haut vor übermässiger UV-Strahlung schützen
- Schatten und Kleidung als Sonnenschutz nutzen
- unbedeckte Haut mit geeignetem Sonnenschutzmittel schützen
- die Haut sanft und passend zum Hauttyp reinigen
- trockene Haut bei Bedarf mit geeigneter Pflege unterstützen
- nicht rauchen
- auf eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung achten
Wenn sich die Haut plötzlich verändert
Unsere Haut verändert sich ständig und viele Veränderungen sind harmlos. Trotzdem lohnt es sich, die eigene Haut zu kennen und auf neue oder ungewöhnliche Veränderungen zu achten.
Besonders Pigmentmale, die sich in Grösse, Form oder Farbe verändern, sowie Hautstellen, die wiederholt bluten oder nicht abheilen, sollten ärztlich beurteilt werden. Auch anhaltender starker Juckreiz, wiederkehrende Ausschläge oder deutlich entzündete Haut können Anlass für eine dermatologische Abklärung sein.
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Im Zweifel lieber anschauen lassen
Eine Veränderung der Haut lässt sich anhand ihres Aussehens allein nicht immer sicher beurteilen. Neue, auffällige oder sich verändernde Hautstellen sollten deshalb bei Unsicherheit medizinisch abgeklärt werden.
Fazit
Unsere Haut arbeitet rund um die Uhr: Sie grenzt den Körper von der Umwelt ab, hilft bei der Temperaturregulation und ermöglicht uns, unsere Umgebung zu fühlen.
Viel braucht sie dafür im Alltag nicht: einen vernünftigen Umgang mit der Sonne, eine Pflege, die zu ihr passt, und Aufmerksamkeit, wenn sich etwas verändert.
Häufige Fragen rund um unsere Haut
Was ist die Hautbarriere?
Die äusseren Bereiche der Haut bilden eine Barriere zwischen Körper und Umwelt. Besonders die Hornschicht mit ihren Hornzellen und Lipiden hilft dabei, Wasser in der Haut zu halten und das Eindringen äusserer Stoffe zu erschweren.
Warum wird die Haut trocken?
Trockene Haut kann viele Ursachen haben. Dazu gehören beispielsweise trockene Luft, häufiges Waschen, ungeeignete Reinigungsprodukte, Alter und individuelle Veranlagung. Anhaltend sehr trockene, juckende oder entzündete Haut sollte medizinisch abgeklärt werden.
Was ist der Unterschied zwischen LSF 30 und LSF 50?
Der Lichtschutzfaktor beschreibt vor allem den Schutz vor UVB-Strahlung. LSF 50 bietet einen höheren Schutz als LSF 30. Entscheidend ist jedoch, dass das Sonnenschutzmittel ausreichend und gleichmässig aufgetragen wird. Auch ein hoher Lichtschutzfaktor ersetzt Schatten und schützende Kleidung nicht.
Kann ich auch mit gebräunter Haut einen Sonnenbrand bekommen?
Ja. Eine vorhandene Bräune bietet nur einen begrenzten natürlichen Eigenschutz. Auch gebräunte Haut kann durch UV-Strahlung geschädigt werden und einen Sonnenbrand entwickeln. Sonnenschutz bleibt daher weiterhin wichtig.
Welche Nährstoffe tragen zur Erhaltung normaler Haut bei?
Dazu gehören unter anderem Biotin, Niacin, Riboflavin, Vitamin A und Zink. Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung liefert diese und viele weitere Nährstoffe.
Welche Hautveränderungen sollte ich abklären lassen?
Neue oder auffällige Hautstellen, sich verändernde Pigmentmale, wiederholt blutende oder nicht abheilende Stellen sowie anhaltender starker Juckreiz oder entzündliche Hautveränderungen sollten bei Unsicherheit medizinisch beurteilt werden.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Diagnose, Beratung oder Behandlung. Angaben zu Nährstoffen beziehen sich auf deren normale physiologische Funktionen und nicht auf die Vorbeugung, Behandlung oder Heilung von Krankheiten. Bei auffälligen oder anhaltenden Hautveränderungen wenden Sie sich bitte an eine medizinische Fachperson.