Ein Pilz, der aus einer Raupe wächst – was nach Science-Fiction klingt,
passiert jedes Jahr auf den Bergwiesen des Himalaya.
Der Cordyceps, auch Raupenpilz genannt, gehört zu den ungewöhnlichsten Pilzen
der Welt und ist zugleich eines der teuersten Naturprodukte überhaupt.
Wie lebt dieser Pilz, woher kommt er, und warum wird heute vor allem
kultivierter Cordyceps verwendet? Ein Überblick über einen aussergewöhnlichen
Vertreter aus dem Reich der Pilze.
Winterwurm, Sommergras: eine aussergewöhnliche Lebensweise
Im Spätsommer befallen die Sporen des Pilzes im Boden lebende Larven bestimmter
Nachtfalter. Über den Winter durchwächst das Myzel die Larve. Im Frühsommer
schiebt sich dann aus der Larve ein schlanker, bräunlicher Fruchtkörper
an die Erdoberfläche.
Dieser aussergewöhnliche Kreislauf hat dem Pilz seinen chinesischen Namen gegeben:
Dong Chong Xia Cao – «im Winter ein Wurm, im Sommer ein Gras».
Spätsommer
Sporen gelangen in den Boden und befallen dort lebende Larven.
Winter
Das Myzel durchwächst die Larve und nutzt sie als Nährstoffquelle.
Frühsommer
Der Fruchtkörper wächst aus der Larve an die Erdoberfläche.
Herkunft: Bergwiesen zwischen 3000 und 5000 Metern
Der wilde Raupenpilz wächst auf alpinen Wiesen des tibetischen Hochlands und
der angrenzenden Himalaya-Regionen. Für viele Familien in diesen Regionen
stellt das Sammeln während der kurzen Saison eine wichtige Einkommensquelle dar.
Die nur wenige Zentimeter grossen Fruchtkörper sind zwischen der Vegetation
entsprechend schwierig zu entdecken.
Einer oft erzählten Überlieferung zufolge sollen tibetische Hirten auf den Pilz
aufmerksam geworden sein, weil ihre Yaks auf entsprechenden Bergwiesen besonders
gerne weideten. Solche Erzählungen gehören zur Überlieferung rund um den
Raupenpilz und sind nicht mit wissenschaftlichen Nachweisen gleichzusetzen.
Schon gewusst?
Der wild wachsende Raupenpilz trägt heute den wissenschaftlichen Namen
Ophiocordyceps sinensis. Früher wurde er der Gattung
Cordyceps zugeordnet – daher der bis heute gebräuchliche Name
«Cordyceps sinensis». Aufgrund des hohen Sammeldrucks und rückläufiger
Bestände wird die Art auf der Roten Liste der IUCN als gefährdet eingestuft.
Warum Cordyceps heute kultiviert wird
Wilder Raupenpilz ist selten, teuer und seine natürlichen Bestände stehen unter
hohem Sammeldruck. Für Produkte werden deshalb kultivierte Cordyceps-Rohstoffe
verwendet. Dabei kommen unterschiedliche Verfahren und Pilzarten zum Einsatz.
Myzel aus Fermentation
Ein Pilzstamm wird als Myzel in einer Nährflüssigkeit kultiviert.
Ein bekanntes Beispiel ist der Stamm CS-4.
Das Verfahren kommt ohne die natürliche Entwicklung in einer Insektenlarve aus.
Cordyceps militaris
Eine verwandte Art mit charakteristischen orangefarbenen Fruchtkörpern.
Cordyceps militaris lässt sich unter kontrollierten Bedingungen
kultivieren und kann dabei Fruchtkörper bilden.
Cordyceps bei HAWLIK:
Für die HAWLIK Cordyceps-Produkte wird kultiviertes CS-4-Myzel verwendet.
Dieses wird in Nährflüssigkeit kultiviert.
Was steckt im Cordyceps?
Cordyceps enthält verschiedene natürliche Bestandteile. Welche Stoffe und
Mengen vorkommen, hängt unter anderem von Pilzart, Stamm, verwendetem
Pilzmaterial und Kultivierungsverfahren ab.
✓ Polysaccharide
✓ Nukleoside
✓ Aminosäuren
✓ Zuckeralkohole wie Mannitol
Zu den in der Forschung untersuchten Verbindungen gehören unter anderem
Nukleoside wie Adenosin sowie – insbesondere bei
Cordyceps militaris – Cordycepin.
Was sagt die Forschung?
Verschiedene Bestandteile von Cordyceps sind Gegenstand wissenschaftlicher
Untersuchungen. Ein grosser Teil der Forschung besteht aus Labor- und
Tierstudien. Ergebnisse solcher Untersuchungen lassen sich nicht ohne Weiteres
auf die Wirkung eines Lebensmittels beim Menschen übertragen.
Cordyceps als Pulver, Extrakt oder Kapsel
Cordyceps-Rohstoffe können unterschiedlich verarbeitet werden.
Pulver entsteht durch Trocknen und feines Vermahlen des
verwendeten Pilzmaterials.
Bei einem Extrakt werden bestimmte lösliche Bestandteile aus
dem Ausgangsmaterial herausgelöst. Anschliessend kann der Extrakt konzentriert
und getrocknet werden. Je nach Produkt können Extrakte auf bestimmte
Inhaltsstoffe standardisiert sein.
Pulver und Extrakte unterscheiden sich damit in ihrer Herstellung und
Zusammensetzung. Welche Form eingesetzt wird, hängt vom jeweiligen Produkt,
dem verwendeten Rohstoff und dessen Spezifikation ab.
Ein aussergewöhnlicher Pilz
Der Raupenpilz verbindet eine ungewöhnliche Lebensweise mit einer langen
Geschichte in Tibet und China. Der natürliche
Ophiocordyceps sinensis ist eng an seinen Lebensraum und bestimmte
Wirtsinsekten gebunden. Für heutige Produkte stehen dagegen kultivierte
Cordyceps-Rohstoffe zur Verfügung.
Wer Cordyceps-Produkte miteinander vergleicht, kann deshalb auf Angaben zur
Pilzart, zum verwendeten Pilzmaterial und zum Herstellungsverfahren achten.
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Zusammensetzungen und Produktinformationen erfahren.
Häufige Fragen zu Cordyceps
Was ist Cordyceps?
Der Name Cordyceps wird für verschiedene parasitisch lebende Schlauchpilze
verwendet, die mit Insekten oder anderen Gliederfüssern verbunden sind.
Besonders bekannt ist der Raupenpilz aus dem Himalaya,
Ophiocordyceps sinensis.
Ist Cordyceps vegan?
Der wild wachsende Ophiocordyceps sinensis entwickelt sich in
Insektenlarven. Kultivierte Cordyceps-Rohstoffe können dagegen ohne
Insekten hergestellt werden. Ob ein konkretes Produkt vegan ist, sollte
anhand seiner Produktkennzeichnung geprüft werden.
Was ist der Unterschied zwischen Cordyceps sinensis und Cordyceps militaris?
Der früher als Cordyceps sinensis bezeichnete Raupenpilz wird heute
wissenschaftlich Ophiocordyceps sinensis genannt. Er kommt
natürlicherweise in Hochgebirgsregionen Asiens vor und entwickelt sich in
Insektenlarven. Cordyceps militaris ist eine andere Art, die
charakteristische orangefarbene Fruchtkörper bildet und unter kontrollierten
Bedingungen kultiviert werden kann.
Was bedeutet CS-4?
CS-4 bezeichnet einen kultivierten Cordyceps-Pilzstamm. Das Myzel wird
unter kontrollierten Bedingungen durch Fermentation in einem flüssigen
Nährmedium kultiviert.
Warum ist wilder Raupenpilz so teuer?
Wilder Ophiocordyceps sinensis kommt nur in bestimmten
Hochgebirgsregionen vor und wird während einer kurzen Saison von Hand
gesammelt. Das begrenzte natürliche Vorkommen trifft auf eine hohe
Nachfrage, wodurch sehr hohe Marktpreise entstehen können.
Hinweis:
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und der Beschreibung von
Cordyceps als Pilz. Angaben zu Pilzarten, traditioneller Verwendung und
wissenschaftlicher Forschung stellen keine Aussagen zur Vorbeugung,
Behandlung oder Heilung von Krankheiten dar. Nahrungsergänzungsmittel sind
kein Ersatz für eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung und eine
gesunde Lebensweise. Für konkrete Produkte gelten die jeweiligen
Produktinformationen.